Na toll - kaum sieht man seinen Garten nach einer langen Arbeitswoche endlich mal wieder bei Tageslicht (wenn auch ein schummriges, als würde die Dämmerung auf Mittags vorverlegt werden), ist die ganze Pracht dahin.
Der große, universelle Laubbläser, der die letzten Tage ordentlich über Ostwestfalen wütete, hat ganze Arbeit geleistet und der schönen Herbstfärbung der Bäume mal ganz fix ein Ende bereitet.
Zugegeben, der sprichwörtliche goldene Oktober ist laut Kalender vorbei, aber muss man deswegen schon Anfang November Tabula Rasa machen und die Bäume ausziehen?
Am Boden macht sich das Laub zwar auch ganz hübsch, aber der Blick nach oben sieht schon etwas fad aus.
Und wer darf die ganze Misere nun auffegen? Ich natürlich. Alles muss man alleine machen - das schäbige Sturmtief mit dem großen Geltungsdrang hat ja schon unter großem Geheule das Weite gesucht.
Ich würde die ganze Pracht auch wirklich gerne wegharken, wenn es denn mal aufhören würde zu regnen.
Also muss der Rasen sich wohl noch ein bisschen gedulden (Archivbild, heute noch keine Sonne gesehen):
Mit dem herrlichen Herbstlaub kann man seinem Garten nämlich großartige Sachen antun.
Die Blätter von Apfel und Kirsche lasse ich einfach auf den Beeten liegen - die sind im Frühling verschwunden. Das meiste Apfellaub darf der Zierapfel als Winterdecke auf seinem Wurzelraum selbst behalten - vom pH-Wert ist das so mild, dass es nicht schadet. Wäre ja auch eigentlich seltsam, wenn der Apfel allergisch auf sein eigenes Machwerk wäre...
Schwieriger ist da schon das Blattwerk der Hasel. Im Frühling sind die verhältnismäßig großen Blätter noch in voller Ausdehnung vorhanden und behindern die Schneeglöckchen beim Austrieb - wie Gewichtheber müssen sie diese ungehörige Bedeckung von sich weisen.
Spätestens, wenn die ersten Spitzen der Zwiebelblumen zu sehen sind, erbarme ich mich und harke die Haselflatschen aus dem Beet.
Wenn man keinen Häcksler hat, kann man sich preisgünstig mit dem Rasenmäher behelfen: Das Laub flächig auf dem Rasen ausbreiten und ein paar Mal großzügig mit dem Mäher drüberfahren.
Aufpassen, dass keine Äste mit herausgeharkt wurden, an denen sich das Gerät verschlucken könnte.
Diese Laubfragmente können die Schneeglöckchen dann zurückhaben, von denen können sie nicht mehr erdrückt werden und auch die Zersetzung der Blätter geht dann rasanter.
Wer eine schön versteckte Schmuddelecke im Garten hat, kann sich an der Tütenkompostierung von Herbstlaub versuchen: Möglichst pladdernasses Laub in Müllbeutel stecken, oben zuknoten oder -binden und Löcher in den Sack pieksen. Das Ganze dann irgendwo in Ruhe reifen lassen. Die Zersetzung von Laub übernehmen nämlich hauptsächlich Pilze und die mögen es gern schön nass. Außerdem brauchen sie länger als bei der Wurmkompostierung.
Spätestens nach einem Jahr sollte man feinsten Laubkompost haben, der besonders gut für Moorbeete geeignet ist und Torf vermeiden hilft.
Das Herbstlaub ist also nicht nur lästig, aber trotzdem wäre es natürlich sehr schön gewesen, wenn die Bäume es noch ein bisschen behalten hätten. Aber als Wonnemonat war der November ja noch nie bekannt, leider.



