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Samstag, 3. November 2018

Bremen: Felgen, Pflanzen, Vogelmiere

Wenn ich ein Kaninchen wäre, würde ich mich hauptsächlich von Vogelmiere ernähren. Aber dann hieße sie wohl Kaninchenmiere. Tatsächlich wird das gern als Unkraut verpönte Kraut Kanarienvögeln als Salat gereicht. Und die können das sicher gar nicht vollumfänglich schätzen, weil sie nicht wissen, wie Mais schmeckt. Ich weiß es aber und daher bekommen Kaninchen und Kanarienvögel ab sofort durch mich ganz große Konkurrenz: Frische Vogelmiere schmeckt tatsächlich allerleckerst nach Mais. Ich will jetzt auch eigene Vogelmiere haben.

Und ich musste erst bis Bremen reisen, um das zu lernen. Dort hat mich Bloggerin Melanie von Kistengrün als lebendes Navi mit dem Fahrrad zu einigen grünen Schätzen gelockt, wo ich unter anderem Vogelmiere verkostet habe.

Und das hier ist die Lucie, ein Urban-Gardening-Projekt am Lucie-Flechtmann-Platz, daher der Name. Weil der Platz nur aus grauem Beton bestand, wurde nun seine weibliche Seite herausgekehrt mit Blumen, Hochbeeten, Totholz und einem Spielplatz.

Der Platz ist am Rand mit Amberbäumen bepflanzt, deren Blätter eine nette rote Deko abgeben und auf manchen Bildern als Komparsen mitspielen:


Die haben da richtig am Rad gedreht: Fahrradfelgen sind hier ein geniales Gestaltungselement - man beachte, wie gut die orangefarbenen Reflektoren zu den Tagetes passen:




Hier mit blauen Felgeninnenseiten als Kontrast:


Überall hat sich das Knopfkraut zwischengemogelt, das man immerhin auch essen kann. Plastikhängetöpfe werden mit Stoff bespannt gleich heimeliger, die Haken für die Aufhängung halten auch das Tuch:


Diese unbekannte Pflanze hier mit den rosa Lippenblüten sah so sehr nach Teekraut aus, dass ich mal versuchsweise reingebissen habe - schmeckte furchtbar bitter, nicht so lieblich, wie die Blüten vermuten lassen. Kann eben nicht alles so gut schmecken wie Vogelmiere...


Noch mal das mit Tagetes gesäumte Radlager in voller Länge:


Amberbaum an Roter Bete, Sonnenblumen vor blauem Container und duftendes Basilikum:


Weiter ging es zu einem etwas weiter außerhalb gelegenen Gartenprojekt, wo es die Vogelmiere zu verkosten gab, und zu einigen sehenswerten Schrebergärten, wo auch eine Schubkarre bepflanzt war. Aus der ist zwar ziemlich die Luft raus, aber Hosta und Stinkender Storchschnabel lassen sich gemütlich oben hängen:



Romantik mit Astern und Rosen - und wieder Tagetes:


Auch diesem schicken Bauwagen stehen die orangefarbenen Studentenblumen richtig gut. Hier wurde stilsicher der Vorhang passend zu den Pflanzen ausgewählt:




Später durfte ich noch Meerschweinchen mit frischem Laub füttern. Aber nicht mit Vogelmiere, da wäre ich futterneidisch gewesen...