Neulich wurde mir diese wahnwitzige Werbeanzeige präsentiert. Es war nicht der 1. April, der Inhalt ist aber sehr zum Veräppeln geeignet:
Man kann mit dieser Anzeige ein Spiel spielen: Finde die acht Fehler... Schaut man sich die zugehörige Webseite an (ich verlinke sie absichtlich nicht, um keine Werbung für so einen Unsinn zu machen), wird es noch schlimmer: Alle Fotos KI-generiert (wie das Bild in der Anzeige ganz offensichtlich auch) und das Ganze mit einer rührseligen Geschichte präsentiert: (KI-generierter) Rentner aus Thüringen, der als einziger und als erster das perfekte Bienenhotel entwickelt hat, will nun aus Altersgründen seine Werkstatt schließen, also heißt es schnell sein und die letzten Nisthilfen zu ergattern! Ein uralter Trick, der schon einen Bart hat so lang wie der von Mauerbienenmännchen... Im Impressum: Ein chinesischer Händler. Kombiniere: Sicher nicht Made in Germany, das Bienensterben wird ganz sicher nicht auf fast 0% reduziert und die Bewertungen der zufriedenen Kunden sind auch durch die Bank ausgedacht.
Da kann man sich die Nisthilfe doch lieber selber bauen. Oder die Profis ranlassen und wirklich Made in Germany kaufen, in meinem Fall sogar ganz lokal Made in Bielefeld. Letzte Woche durfte ich mir die Produktion in der Holzwerkstatt Bethel anschauen, deren Produkte unter dem Label Manufaktur Bethel vertrieben werden. Sie werden von Menschen mit Einschränkungen handgefertigt.
Die Nisthilfen gibt es vom kleinen Bienenblock bis hin zur großen Nistwand, mit Bambusstäben, Lehmfach oder als Holzblock - bei Bedarf auch kombiniert. In der Werkstatt wurde lange getüftelt, bis der richtige Rahmen für die Nistblöcke in der Wand gefunden war. Die Elemente sind hinterlüftet und jedes einzelne soll dem Auge schmeicheln - und natürlich den Insekten. Ausgefranste Bohrlöcher oder gesplitterte Bambusstäbe gibt es hier nicht.
Der Bambus wird übrigens in Deutschland angebaut, denn bei der Ware aus Fernost weiß man nie, ob Pestizide mit eingekauft wurden.
Die Stäbe werden zunächst mit der Kreissäge auf die richtige Länge gesägt. Dann werden sie poliert und die Reste der Laubblätter an den Internodien weggefeilt, damit sie alle in einer Ebene liegen. Zum Schluss werden sie in einen Holzkasten geleimt, der später in die Nistwand integriert wird oder als einzelne Nisthilfe dient. Sollte es trotz allem zu einem Versatz kommen, werden einzelne Bambusstücke keilförmig zurechtgefeilt, um die Reihe wieder waagerecht zu bekommen. So präzise würde ich das nicht nachbauen können, das ganze Werkzeug hätte ich auch gar nicht.
Es werden auch Nistkästen für Vögel, Igelhäuser und Fledermauskästen gebaut, die alle auf mich einen guten Eindruck gemacht haben. Sie hängen in der Werkstatt an einer Schauwand, umgeben von einer Szenerie, die eine Mitarbeiterin gemalt hat.
Als ich in der Werkstatt zu Gast war, wurden gerade riesige Bienenskulpturen für das Außengelände geliefert. Der Holzkörper stammt aus Bielefeld, eine Werkstatt in Gevelsberg hat die Metallteile gefertigt und die fertigen Skulpturen im Rahmen eines Festes wieder nach Hause gebracht. Dort stehen sie nun umringt von Bienenhotels, die gut besucht sind. Das Gelände wird außerdem immer weiter insektenfreundlich bepflanzt. Ein Kleiner Feuerfalter schaute sich schon mal die Wiese an.
Die Feldwespen bauen die Nistwände jetzt ganz langsam wieder ab:
Am Zaun darf Clematis montana ranken und macht ihn zur Straße hin blickdicht.
Ich habe einen Bienenblock mitgenommen. Das Dach aus rot lackiertem Metall musste noch angeschraubt werden, und nun wartet er auf die ersten Bewohner.
Die Glockenblumen-Scherenbienen hätten es jetzt nicht weit zur Campanula poscharskyana:
Und nein - mit Honig aus dem Hotel wie die Werbung oben behauptet, rechne ich nun wirklich nicht....
























Wie schön! Nach Bethel hat meine Großmutter immer die Briefmarken gebracht, die wurden dort abgelöst und sortiert und für Sammler und andere Interessierte aufbereitet. Mit den Klebemarken ist dieser Zweig schwieriger geworden wohl, toll, dass es dort jetzt Bienenhotels gibt! Die sehen gut aus, ich habe leider Mal eines gekauft, da bestehen die Röhren aus Zellstoff gepressten Platten, sieht aus wie kleine Tunneleingänge. Die roten Mauerbienen nehmen es gerne an, ih bin aber etwas skeptisch,ob die Brut den Winter gut übersteht. Eine Saison sah es jetzt gut aus. Leider hat ein Specht die Gänge an einer Stelle angepickt. Also muss ich wohl noch Kaninchendraht besorgen. Ich habe nun auch beschlossen die Gänge einfach mit Bambusrohr zu bestücken, damit es sicherer und langlebiger wird. Hast du Erfahrungen mit solchen Häusern? Die KI Anzeigen hatte ich auch angeklickt :D LG Nina
AntwortenLöschenHallo Nina,
LöschenBambus wird sehr gern angenommen. Das Problem bei Pappe ist, dass es im Regen matschig wird, Bambus ist haltbarer.
Viele Grüße
Elke
Liebe Elke,
AntwortenLöschendiese Art Werbeanzeigen nehmen momentan geradezu überhand. Ich hatte neulich mal nach angeblichen Insektentränken in Blütenform und aus Keramik geguckt. Die Stories dazu sind fast immer die gleichen. Ein Blick ins Impressum, sofern vorhanden, und du weißt bescheid. Das Schlimme ist nur, dass nach wie vor immer wieder Menschen darauf hereinfallen. Auch das findet man schnell heraus, wenn man bei Google 'Erfahrungen mit XYZ' eingibt. Das mit dem Bienenhotel, das angeblich auch noch Honig liefern soll, ist allerdings wirklich so dreist und unsinnig, dass man nur noch den Kopf schütteln kann.
Die Arbeiten aus dieser Bielefelder Werkstatt machen wirklich einen guten Eindruck. An dem Holzblock mit dem roten Dach wirst du bestimmt Freude haben.
Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende
Elke
Hallo Elke,
AntwortenLöschenunglaublich, was da an Unsinn beworben wird und wie schön, dass in Bethel solche tollen Nisthilfen gefertigt werden. Regional, gut durchdacht und inklusiv.
Dankeschön fürs Vorstellen.
Viele Grüße
Susanna
Liebe Elke,
AntwortenLöschenes ist nicht zu fassen, welcher Blödsinn manchen Menschen einfällt ! Das tollste ist die versprochene Honigernte.
Da lobe ich mir die ausgesprochen formschön gestalteten Nisthilfen aus Bethel.
Sehr schön ist auch die liebevoll gestaltete Schauwand.
Viele Grüße
Inge
Schon allein eine Honigernte aus einem Bienenhaus zu erwarten, sollte hellhörig machen. Aber wer auf sowas reinfällt hat keine Ahnung von Wildbienen. Interessant, Draht aus Gevelsberg, da wohnt meine Nichte.
AntwortenLöschenEinen schönen Sonntag liebe Grüße
Edith
Oh, super! Ich schicke immer meine alten Briefmarken nach Bethel, aber dass die auch Bienenhäuschen machen, wusste ich noch nicht. :-)
AntwortenLöschenLG
Centi
Die Werbeanzeige ist ja so übertrieben, darauf kann man eigentlich gar nicht reinfallen. Aber wahrscheinlich tun es leider einige dennoch.
AntwortenLöschenAber Dein erstandener Bienenblock macht einen guten Eindruck. Ich bin gespannt, wie Deine kleine Nisthilfe angenommen wird. Bei uns im Garten ist an den Insektenhotels ganz schön Betrieb. Es ist immer wieder spannend, da zuzuschauen.
Viele Grüße von Marianne
wusste eigentlich nicht das es so viele bienenhäuschen zu kaufen gibt * dein beitrag sehr interessant !
AntwortenLöschenlieber gruss
mo
Bethel finde ich total Klasse, schon vor vielen Jahrzehnten habe ich Briefmarken gesammelt und dorthin geschickt. Und das was Du zeigst, ist genauso professionell gearbeitet, wie die Dinge, die ich immer dort bestellt habe. Von kleinen Löchern, die auch keine verletzenden Splitter im Einflugbereich haben, träumen Wildbienen leider oft vergeblich. Hier funzt es offenbar, danke fürs Mitteilen. LG Wurzerl
AntwortenLöschenBello questo post! Troppe volte si vedono casette per le api e gli insetti che vengono dall'altra parte del mondo e spesso sono colorate e verniciate così non si possono nemmeno compostare una volta che sono deperite! Meglio davvero farsele in casa e abbinare piante che possono aiutare l'aumento del nettare per le api.
AntwortenLöschenUn caro saluto e a risentirci presto!
Hallo Elke, die Bienenhotels aus Bethel finde ich total klasse...sehr schön gemacht und dazu noch inklusiv hergestellt.
AntwortenLöschenEinen lieben Gruß von Marita
Unglaublich, welcher Mist so verbreitet wird. Da schau ich mir doch lieber gleich die Seite aus Bethel an. Ich finde auch die Strangfalzziegel sehr schön. Ich dachte erst, dass die Löcher zu groß wären... aber dieses Jahr wurden sie auch bezogen. Ich habe sie nur von der Rückseite verschlossen.
AntwortenLöschenViele Grüße von
Margit
diese Werbung hatte ich auch gesehen
AntwortenLöschenaber da noch nicht so überzogen
kam mir aber trotzdem komisch vor und dann tauchten immer mehr ähnliche Anzeigen auf .. aber wie sagt man so schön.. jeden Tag steht ein Dummer auf
möchte nicht wissen wie viele darauf reinfallen
dein Bienenhaus aus Bethel sieht gut aus
und wird hoffentlich auch bald bezogen sein
liebe Grüße
Rosi