Ich kann mir keine Namen merken.
Das ist schlimm und oftmals allzu peinlich.
Wenn jemand Unbekanntes anruft und mir seinen Namen nennt, habe ich ihn auch schon vergessen.
Allerdings ist das wohl das falsche Wort, denn man kann ja nur etwas vergessen, was man schon einmal wusste, aber dazu kommt es erst gar nicht. Der Name rauscht einfach so durch, ohne sich auf dem Weg kurzzeitig festzusetzen. Das funktioniert nicht nur am Telefon ganz hervorragend, sondern auch wenn sich Menschen persönlich bei mir vorstellen.
Pflanzennamen kann ich mir dafür jederzeit gut merken.
Zu meinem Mann sage ich zum Beispiel Sätze wie: "Können wir auf dem Weg zum Supermarkt noch am Schrebergarten vorbeigehen, damit ich schauen kann, ob der Trachystemon, der durch den Zaun wächst, schon Samen angesetzt hat?"
Leider reagiert mein Umfeld in der Regel eher verstört auf solche Sätze. Auch karrierefördernd ist diese Fähigkeit nicht gerade - im Gegensatz zu der Gabe, sich Personennamen einprägen und bei Bedarf reproduzieren zu können.
Pflanzennamen zu kennen nützt jedoch wenig, wenn man nicht mehr weiß, in welchen Topf man nun welche Tomatensorte gesetzt hat, oder wessen Samen in den Anzuchtbehältnissen keimen.
Ganz verheerend ist es, wenn man sich nicht mal mehr erinnern kann, dass man überhaupt schon etwas in einen Kübel gesät hat - eine Doppelbelegung finden nicht alle Sämlinge gelungen.
Schöne Schildchen müssen also her!
Kostenlose mit Botschaft gibt es bei der Aktion "Sei kein Torfkopp" des BUND.
Wer sich dort zum toffreien Gärtnern bekennt, bekommt Pflanzenstecker zugeschickt, die man öffentlichkeitswirksam platzieren kann. Dass sie nur in torffreie Erde gesteckt werden, ist natürlich Ehrensache!
Eine andere günstige Möglichkeit sind Eisstiele und Pommesgabeln aus Holz - so kann man den kleinen Sünden noch das gewisse Extra abgewinnen.
Eisessen kann also durchaus sinnvoll sein - zur Not kann man das auch delegieren, an Kinder zum Beispiel.
Da diese Holzstücke aus Buchenholz und natürlich lebensmittelecht sind, gehören sie sowieso eher auf den Kompost als in den Restmüll, auf jeden Fall aber in den Garten!
Etwaige Schokoladenreste lutscht die Spülmaschine vorher gerne ab.
Mit wasserfester Farbe beschriftet zeigen die Stecker lange, wer wo wächst - auch nach Jahren sehen sie noch gut aus - Hartholz eben:
Eisstiele nehmen die Farbe besser an, dafür kann man die Pommesgabeln sogar zum Pikieren verwenden!
Exemplare mit Brandzeichen sind eine Herausforderung - entweder man findet eine kennzeichnungspflichtige Pflanze mit dem Beinamen "Magnum" (Ornithogalum magnum vielleicht?) oder man dreht den Stiel einfach um.
Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt - wenn es hart auf hart kommt, kann man mit den Eisstielen auch lustige Nacktschneckenkatapulte basteln oder freie Plätze im Beet markieren, denn die nächste Blumenzwiebelpflanzaktion kommt bestimmt.
Gibt es denn etwas Schöneres als Eisessen im und auch für den Garten?




