Schon so oft habe ich versucht, Winterlinge im Garten anzusiedeln. Was habe ich für Ableger aus anderen Gärten angeschleppt oder weggeworfene Pflanzen gerettet und eingepflanzt. Hier und hier zu bewundern. Wie haben sie es mir gedankt? Gar nicht. War immer nur ein kurzes Gastspiel. Und dann bringe ich einmal von der Staudenbörse einen Batzen Kerzen-Knöterich wurzelnackt nach Hause und was ist drin? Ein Winterling als blinder Passagier. Und der lebt noch und vermehrt sich sogar, auch wenn er ruhig mal blühen könnte, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein.
Vielleicht braucht Eranthis in meinem Garten eine Ammenpflanze, mit der er sich gut versteht. Die beiden sind unzertrennlich. Im wahrsten Sinne, denn selbst wenn ich wollte, ich würde den zarten Geophyten wohl nicht aus der innigen Umarmung der Knöterich-Wurzeln reißen können, die sich wie ein fetter Lindwurm durchs Beet winden.
Und dann ist da noch dieses Carex 'Evergold', das 90 % des Jahres nicht zu sehen ist, weil die Lenzrose ihre Riesenblätter darüber legt, bis es komplett im Dunkeln hockt. Dann schwingt sich später noch der Wasserdost auf und macht noch mehr Schatten. Jedes Frühjahr zur Lenzrosenblüte erbarme ich mich und schneide das Gras frei. Und wundere mich, dass es überhaupt noch da ist.
Die Helleborus, die als einzige meiner Lenzrosen beim Austrieb eine wunderschöne violette Laubfärbung zeigt, ist mein ganzer Stolz, denn ich habe sie als Sämling vor über 10 Jahren bekommen.
Die Märzenbecher, deren Blüten auch in diesem Jahr von den Schnecken gefressen wurden, habe ich in letzter Minute wieder mit einem antischneckistischen Schutzwall aus Kardenblüten umgeben - ob es was nützt?
Während der weiße Krokus 'Miss Vain' immer weniger wird, sind allein die Elfen-Krokusse eine echte Erfolgsgeschichte in meinem Garten. Die brauchen keinen Aufpasser, sie vermehren sich auch so, blühen reichlich und bilden inzwischen einen richtig schönen rosa Teppich. Man weiß zwar nicht mehr, wo man auf dem bisschen Rasen noch hintreten soll, aber das nehme ich dafür in Kauf. Die Blütenblätter, die mal heller, mal dunkler, sind, sind einfach zu schön!
Die vor Ewigkeiten gesetzten Crocus vernus 'Pickwick' mit den schicken Streifen sind weniger geworden über die Jahre, aber sie sind noch da, und ich glaube, sie haben sich vermehrt, denn es sind neue Stellen von ihnen besiedelt worden und es gibt auch mal weiße zwischendrin. Ich las mal, dass Elfen-Krokusse in der Nähe dazu führen, dass sich auch die Garten-Krokusse vermehren - kann das sein, wo es zwei unterschiedliche Arten sind?
Bei der Zweifarbigen Sandbiene sieht man auf jeden Fall, dass Elfen-Krokusse nicht knausern, was den Pollen angeht. Die Körner sind riesig und reichlich. Rechts im Bild müsste Crocus tommasinianus "Barr's Purple" sein, den ich zu Weihnachten geschenkt bekam. Die späte Pflanzzeit im Dezember hat ihm offensichtlich nicht geschadet. Zumindest glaube ich, dass er es ist, denn ich kann mich in dem Beet an keine anderen lila Krokusse erinnern und 'Ruby Giant', der seit Jahr und Tag an derselben Stelle im Rasen wächst, ist steril. Man kann sich auch nicht alles merken und auch nicht alle Pflanzstellen markieren.
Eins steht fest: Ein Frühling ohne Krokusse ist doch einfach nichts!
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Die liebe Xenia von Berlingarten hat übrigens ein schönes Interview mit mir gemacht. Ihr findet es hier. Ganz herzlichen Dank an Xenia, die sehr kluge Fragen gestellt hat!






















