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Samstag, 22. März 2025

Beste Freunde

Schon so oft habe ich versucht, Winterlinge im Garten anzusiedeln. Was habe ich für Ableger aus anderen Gärten angeschleppt oder weggeworfene Pflanzen gerettet und eingepflanzt. Hier und hier zu bewundern. Wie haben sie es mir gedankt? Gar nicht. War immer nur ein kurzes Gastspiel. Und dann bringe ich einmal von der Staudenbörse einen Batzen Kerzen-Knöterich wurzelnackt nach Hause und was ist drin? Ein Winterling als blinder Passagier. Und der lebt noch und vermehrt sich sogar, auch wenn er ruhig mal blühen könnte, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein.


 
Vielleicht braucht Eranthis in meinem Garten eine Ammenpflanze, mit der er sich gut versteht. Die beiden sind unzertrennlich. Im wahrsten Sinne, denn selbst wenn ich wollte, ich würde den zarten Geophyten wohl nicht aus der innigen Umarmung der Knöterich-Wurzeln reißen können, die sich wie ein fetter Lindwurm durchs Beet winden.

Und dann ist da noch dieses Carex 'Evergold', das 90 % des Jahres nicht zu sehen ist, weil die Lenzrose ihre Riesenblätter darüber legt, bis es komplett im Dunkeln hockt. Dann schwingt sich später noch der Wasserdost auf und macht noch mehr Schatten. Jedes Frühjahr zur Lenzrosenblüte erbarme ich mich und schneide das Gras frei. Und wundere mich, dass es überhaupt noch da ist.


Die Helleborus, die als einzige meiner Lenzrosen beim Austrieb eine wunderschöne violette Laubfärbung zeigt, ist mein ganzer Stolz, denn ich habe sie als Sämling vor über 10 Jahren bekommen.



Die Märzenbecher, deren Blüten auch in diesem Jahr von den Schnecken gefressen wurden, habe ich in letzter Minute wieder mit einem antischneckistischen Schutzwall aus Kardenblüten umgeben - ob es was nützt?




Während der weiße Krokus 'Miss Vain' immer weniger wird, sind allein die Elfen-Krokusse eine echte Erfolgsgeschichte in meinem Garten. Die brauchen keinen Aufpasser, sie vermehren sich auch so, blühen reichlich und bilden inzwischen einen richtig schönen rosa Teppich. Man weiß zwar nicht mehr, wo man auf dem bisschen Rasen noch hintreten soll, aber das nehme ich dafür in Kauf. Die Blütenblätter, die mal heller, mal dunkler, sind, sind einfach zu schön!











Die vor Ewigkeiten gesetzten Crocus vernus 'Pickwick' mit den schicken Streifen sind weniger geworden über die Jahre, aber sie sind noch da, und ich glaube, sie haben sich vermehrt, denn es sind neue Stellen von ihnen besiedelt worden und es gibt auch mal weiße zwischendrin. Ich las mal, dass Elfen-Krokusse in der Nähe dazu führen, dass sich auch die Garten-Krokusse vermehren - kann das sein, wo es zwei unterschiedliche Arten sind?




Bei der Zweifarbigen Sandbiene sieht man auf jeden Fall, dass Elfen-Krokusse nicht knausern, was den Pollen angeht. Die Körner sind riesig und reichlich. Rechts im Bild müsste Crocus tommasinianus "Barr's Purple" sein, den ich zu Weihnachten geschenkt bekam. Die späte Pflanzzeit im Dezember hat ihm offensichtlich nicht geschadet. Zumindest glaube ich, dass er es ist, denn ich kann mich in dem Beet an keine anderen lila Krokusse erinnern und 'Ruby Giant', der seit Jahr und Tag an derselben Stelle im Rasen wächst, ist steril. Man kann sich auch nicht alles merken und auch nicht alle Pflanzstellen markieren.



Eins steht fest: Ein Frühling ohne Krokusse ist doch einfach nichts!
 
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Die liebe Xenia von Berlingarten hat übrigens ein schönes Interview mit mir gemacht. Ihr findet es hier. Ganz herzlichen Dank an Xenia, die sehr kluge Fragen gestellt hat!

Samstag, 15. Februar 2020

Achtung (Krokus-) Baby

Wenn es im Beet wild durcheinander wächst und man von den Pflanzen Nahaufnahmen machen möchte, ohne andere dabei zu zertreten, muss man sich große Mühe geben und einigermaßen gelenkig sein. Und so stakse ich herum wie der Storch im Salat, nur knapp am Spagat und dem Feldsalat vorbei, um eine besonders hübsche Krokusblüte zu fotografieren. Sowas gibt garantiert Muskelkater, aber wenigstens keine zermatschte Blüte als Kollateralschaden!


Das Rotkehlchen hat bestimmt seinen Spaß dabei, wenn es mir zuschaut. Leichtfüßig wie es ist, hat es sicher andere Probleme als zertretene Krokusse.


Hatte ich mich auf dem Rasen aber bisher noch in Sicherheit gewogen und mich frei bewegen können, ist dies nun auch vorbei. Da bewege ich mich so vorsichtig wie sonst nur auf öffentlichem Rasen, wo Hundehaufen ein Problem sind. Die sind aber in meinem Garten nicht der Grund dafür, dass ich mich in Zeitlupe über meine winzige Grünfläche bewege.

Es sind die Zwiebelblumen, die ich einerseits aus Platzmangel in den Rasen gesetzt habe, aber sie sich andererseits auch selbst als eigenständige Invasion der Krokusse, die von den Ameisen dorthin gesät wurden. Erst waren es nur hauchdünne kleine Blätter mit verräterischem weißen Mittelstreifen. Nun blühen die ersten. Das ist gut, denn dann sehe ich sie besser.



Wenn das aber so weiter geht, muss ich bald auf Stelzen über den Rasen laufen. Elfenkrokusse neigen ja dazu, einen Garten flächendeckend zu erobern. Und schon wieder finden sich irgendwo neue Babies, noch ohne Blüten.



Der dicke gelbe Krokus, erstmals auf dem Blog im Jahre 2013 urkundlich erwähnt, aber noch einige Jahre älter, ist mittlerweile ein richtiger Kawenzmann mit vielen Blüten geworden und mit seiner Größe und der Warnweste nicht zu übersehen - auf den kann man nicht aus Versehen treten, über den stolpert man eher.




Bald muss ich beim Bodenturnen im Beet noch mehr aufpassen, denn ich habe Winterlinge und Schneeglöckchen aus Gütersloh bekommen.



Und die armen Tulpen, Tulipa turkestanica, die ich selbst in den Rasen gepflanzt habe, vergesse ich jedes Frühjahr zuverlässig - oder mittlerweile jeden Winter, denn sie treiben auch immer früher aus - und zertrete ihnen die Blätter. Und ärgere mich schwarz über meine Schusseligkeit.

Vergessen habe ich letztes Jahr auch das schöne Gras, Carex hachijoensis 'Evergold'. Das wächst zwar nicht im Rasen, sondern im Beet unterm Zierapfel, aber der wuchernde Bärlauch bringt es immer in Vergessenheit, weil er es einfach überwuchert. Und jedes Mal, wenn er wieder eingezogen ist, sehe ich das Gras wieder und erinnere mich, dass es auch noch da ist. Zum Glück ist es noch da - es zeichnet sich wirklich durch grenzenlose Geduld aus.



Wenn der Bärlauch doch auch mal darauf achten würde, wo er hintritt, so wie ich mit den Krokussen um diese Jahreszeit...