Manche Dinge sind ein bisschen gruselig. So wie die Dose Handcreme neulich, die jahrelang seit dem Umzug unbemerkt in irgendeinem hintersten Winkel versteckt gewesen war, und mit Sicherheit jenseits des Verfallsdatums. Normalerweise mache ich solche Behälter des Grauens nicht auf, um nicht in Ohnmacht zu fallen angesichts des blühenden Lebens darin, aber aus irgendwelchen Gründen habe ich es doch getan. Wahrscheinlich ahnte ich schon, was kommen würde: Der Inhalt sah makellos aus, keine Spur von Schimmel, Verfärbung oder sonstigem Gammel. Schönen Gruß von der Chemie. Was so lebensfeindlich ist, hält zwar lange, es macht aber auch kein gutes Gefühl, sich damit einzucremen, auch im frisch gekauften Zustand nicht.
Ähnlich unvergänglich sind auch die auf den ersten Blick so tugendhaft wirkenden kompostierbaren Folien. Als Logo prangt dort ein hübsches Pflänzchen, was große Erwartungen beim Konsumenten weckt: Gemüseschalen, die genauso hinfällig sind wie ihr Inhalt, und dabei noch Gutes tun? Das schlechte Gewissen ist beruhigt, man kann den Behälter ja am Ende der Kompostierung zuführen und dem Garten somit einen Gefallen tun. Tolle Sache, aber funktioniert das auch?
Ich habe es in anfänglicher Leichtgläubigkeit ausprobiert und die Folien meinem Thermokomposter zugefüttert. Und was ist passiert? Nichts. Bei der alljährlichen Kompostverteilung auf die Beete sehe ich jedes Mal wieder alte Bekannte: Die kompostierbaren Folien. Statt pflichtschuldig zu Staub zu zerfallen, haben sie sich wirklich kein Bisschen verändert. Ich wäre froh, wenn man mir mein Alter genauso wenig ansehen würde! So wird das Kompostieren zur Lebensaufgabe.
Dann bliebe ja als letzte Rettung noch das städtische Kompostierwerk, die erreichen schließlich viel höhere Temperaturen als mein schneller Brüter das jemals könnte. Nur leider wollen die das Zeug auch nicht haben, denn wie sollen sie die Dinger von normalen Folien unterscheiden? Die haben gar keine Zeit, auf das lustige Logo zu achten. Falls das Zeug überhaupt verrottet. Am Ende tut es das nämlich nicht, und der ganze schöne Kompost wäre durchseucht mit Klarsichthüllen. Daher wird alles entfernt nach Kunststoff aussehende aussortiert und am Ende verbrannt.
Und so wird die innovative Idee, Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren, ad absurdum geführt. Seitdem ich das weiß, versuche ich auf Plastik mit und ohne Prädikat zu verzichten. Entweder nehme ich loses Gemüse mit, oder - wenn es gar nicht anders geht - Schalen aus Pappe oder diese ganz dünnen Tüten. Die Supermärkte machen es einem nicht leicht, noch nicht mal bei Biogemüse.
Da gerade die etwas zart-besaiteten Tomaten gern in diesen Plastik-Aquarien verkauft werden, ist es sowieso am besten, sich von den Konsumtempeln unabhängig zu machen. Und so habe ich wieder Samen für die Terrassenzucht ausgesät. Wie letztes Jahr schon sind meine bewährten Wildtomaten Golden Currant, Fredi und Celsior mit dabei. Neu im Rennen ist die Gelbe Cerise. Am 12.3. einzeln in Kokosquelltöpfe gesteckt, sehen sie nun so aus:
Wenn die alle groß und stark werden, können mir die verflixten Verpackungsfolien im Sommer zumindest für eine Weile gestohlen bleiben.
Zum Pikieren der Pflänzchen kann man ganz einfach selbst Töpfe wiederverwenden: Auf Friedhöfen fallen um diese Zeit massenhaft kleine Plastiktöpfe an, viele in derselben Größe. Hier kann man sich kostenlos bedienen und die Behälter noch einmal benutzen.
Da gerade die etwas zart-besaiteten Tomaten gern in diesen Plastik-Aquarien verkauft werden, ist es sowieso am besten, sich von den Konsumtempeln unabhängig zu machen. Und so habe ich wieder Samen für die Terrassenzucht ausgesät. Wie letztes Jahr schon sind meine bewährten Wildtomaten Golden Currant, Fredi und Celsior mit dabei. Neu im Rennen ist die Gelbe Cerise. Am 12.3. einzeln in Kokosquelltöpfe gesteckt, sehen sie nun so aus:
Wenn die alle groß und stark werden, können mir die verflixten Verpackungsfolien im Sommer zumindest für eine Weile gestohlen bleiben.
Zum Pikieren der Pflänzchen kann man ganz einfach selbst Töpfe wiederverwenden: Auf Friedhöfen fallen um diese Zeit massenhaft kleine Plastiktöpfe an, viele in derselben Größe. Hier kann man sich kostenlos bedienen und die Behälter noch einmal benutzen.
Meine Kompostwürmer jedenfalls bekommen die sich bei der Rotte so konservativ verhaltenden kompostierbaren Folien nicht mehr vor die Nase gesetzt, denn sie werden sich ohne die nicht klein zu kriegenden Fremdkörper auch wohler fühlen.

