"Wenn ich groß bin, werde ich mal ein Bienenwolf!" dachte sich die Bienenjagende Knotenwespe (Cerceris rybyensis) und schnappte sich eine Furchenbiene. Während ein Bienenwolf (Philanthus triangulum) Honigbienen fängt und als Larvennahrung unter die Erde bringt, muss sich die viel kleinere Knotenwespe mit standesgemäßer Beute begnügen. Und das sind Schmal- und Furchenbienen, die sie genauso wie die Bienenwölfin auf Blüten erhascht, aber dort auch gern selbst Nektar schlürft.
Hier zum Vergleich die größte unserer Grabwespen, der Bienenwolf, und die zierliche, dünne Verwandte:
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| Bienenwolf |
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| Bienenjagende Knotenwespe |
Es sieht hier fast so aus (Echter Atant gegenüber Weißer Wald-Aster) als würde der größere Bienenwolf auch Blüten bevorzugen, sie seiner Statur entsprechen, aber er jagt auch auf viel kleineren Blüten.
Gemeinsam ist ihnen, dass sie die erbeutete Biene unterm Bauch tragen und sich in deren Fühler beißen, als würden sie ihre Einkaufstasche greifen.
Beide buddeln sich in lockerem Boden ihre Nistgänge, beim Bienenwolf sieht die Ausgrabungsstätte dann schon mal aus wie eine Wanderdüne im Miniaturformat, wenn entlang einer Hauswand der Sand aus den Fugen gebaggert wird.
In der Disziplin Gewichtheben tun sich die gelb-schwarzen Räuber nicht viel, denn bei beiden ist die Biene etwa so groß und schwer wie sie selbst.
Daher hatte ich bei dieser Bienenjagenden Knotenwespe auch genug Zeit, sie zu fotografieren, da sie sich für den Transportflug mit einer unglücklichen Gemeinen Furchenbiene erstmal sammeln musste. Danach hat sie sich den nächsten Blütenbesuch aber wirklich verdient.
Hier eine Bienenjagende Knotenwespe beim Blütenbesuch. Das Mannstreu wird auch vom Bienenwolf geliebt.
Und was macht derweil die Raupe der Herzen, der angehende Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus)?
Sie frisst immer noch an der Minze, ist aber größer geworden und hat sich ein kontrastreicheres Kleid zugelegt. Oft treibt sie mir morgens die Schweißperlen auf die Stirn, wenn ich sie nicht wiederfinde. Manchmal drehe ich jede Blüte fünf Mal hin und her, bis ich sie doch wiederfinde. Schnell übersieht man sie. Denn auf der Suche nach neuen, knospigen Blüten legt sie Luftlinie schon mal mehr als 10 Zentimeter zurück - von Stängel zu Stängel ist das schon eine große Wanderung für jemanden, der so kurze Beinchen hat.
Sie scheint ja noch nicht mal einen ordentlichen Kopf zu haben - wie frisst sie eigentlich? Hier, am 26.8., konnte ich es endlich mal sehen. Sie hat eine Kapuze und man sieht den schwarzen Kopf nur, wenn sie sich eine frische Blüte genehmigt.
27.8. (wieder lange gesucht) - ist sie inzwischen dunkler geworden?








