Früher dachte ich immer: Wenn ich einmal groß bin, habe ich einen Garten mit einem kleinen Birkenwäldchen. Birken waren nämlich schon immer meine Lieblingsbäume: Schlank, licht und mit dieser unglaublich weißen Rinde ausgestattet, die ihnen so schnell keiner nachmacht.
Mittlerweile bin ich groß, aber mein Garten ist es nicht. Der wächst auch genauso wenig wie ich das in meinem Alter noch tue.
Also lassen wir das besser mal mit dem flotten Birkenhain. Nicht, dass sie es nicht versucht hätten. Birken werden schließlich ständig frei Haus eingeflogen. Keim- und sonstige Hemmungen haben sie nicht, so dass man das Birkenwäldchen gleich gratis zum Garten dazubekommt, wenn man nicht aufpasst. Habe ich aber. Denn so klappt das nicht mit den weißen Riesen. Nicht so und nicht hier.
Und so bleibt mir nur, sie im Park zu bewundern. Mit ein bisschen Glück findet sich auch meine Lieblingsart dort: Die Himalaya-Birke (Betula utilis) mit ihrer extravaganten Rinde. Die ist schon so ein bisschen der Star unter den Parkbäumen, eine wahre Lichtgestalt ganz in Weiß und Grün.
Was sie außerdem noch auszeichnet, ist die Tatsache, dass sie liebend gern die Hüllen fallen lässt. Auch vor Spaziergängern, da ziert sie sich nicht besonders. Ihre Rinde rollt sie in großen Stücken ab und lässt sie vom Winde verwehen. So kommt auch unsereins zu einem Spurenelement Birke für den eigenen Garten.
Aber was macht man dann mit der weißen Ware? Nun, man könnte jetzt natürlich den eigenen Apfelbaum als Birke verkleiden. Funktioniert nicht nur an Karneval und hätte im Winter sogar einen richtig positiven Effekt auf den Baum, denn die weiße Hülle beugt Frostspannungen im Stamm vor. Vielleicht verwirrt diese Tarnung sogar Frostspanner?
So verlockend diese Idee auch ist, so aufwendig und wenig praktikabel ist sie leider. Man bräuchte schon viele große Stücke, um auch nur den untersten Baumbereich zu tapezieren. Hinzu kommt, dass sich die Nachbarn vermutlich scheckig lachen würden.
Also bleiben wir mal bescheiden und verkleiden einfach eine leere, ausgewaschene Konservendose. Dann sieht sie richtig edel aus und verliert etwas von ihrem industriellen Charme.
Dieser kostenlos veredelte Blumenübertopf überzeugt bestimmt jeden und ist ganz schnell hergestellt: Einfach Höhe und Umfang mit dem Maßband ausmessen, auf die Rückseite der Birkenrinde anzeichnen und ausschneiden. Entweder man schlägt anschließend Nieten in die Ecken (so eine Art Blumentopf-Mieder) oder bindet die Rinde einfach komplett mit Paketschnur an die Dose. Tesafilm tut's auch, mit Klebstoff dagegen kann man die Dose nicht mehr auswechseln, sollte sie einmal rostig geworden sein.
Da die Rinde so schön weiß ist, kann man auch prima Aussaaten darauf vermerken, schließlich wurde sie schon in alten Zeiten als Papier verwendet.
Und so kommt man auch als Kleinstgartenbesitzer zu seinem Stückchen Lieblingsbaum!





