Donnerstag, 15. Juli 2010

Wir sind Helden

In den letzten Wochen hat sich gezeigt, wer die Hitze-Helden und wer die Schattenparker unter den Stauden sind. Die einen halten ohne künstliche Bewässerungsnachhilfe klaglos durch, die anderen wollen alle zwei Tage mit Wasser aus der Gießkanne bedient werden.

Der größte Säufer von allen ist ohne Frage der Rasen. Wenn er nicht den Rest des Jahre in einer ansprechenderen Farbe als in diesem hitzegestressten "brün" daherkäme, wäre er schon längst durch Kies ersetzt worden.
Ihm dicht auf den Fersen ist der Rest der Schattenparker-Fraktion: Astilben, Astrantia, Stauden-Nachtkerze, Wald-Erdbeeren und nicht zuletzt Gelber Sonnenhut (Rudbeckia fulgida), der auch sicherlich nur so heißt, weil er selbigen bitter nötig hat und nicht, weil er etwa aussieht wie ein Sombrero.
Unter den Gemüsen ist der Rhabarber am wenigsten leidensfähig.

Lobende Erwähnung aufgrund heldenhafter Hitzetoleranz finden dagegen folgende nahezu wartungsfreien Stauden:

  • Kronen-Lichtnelke (Lychnis coronaria)

  • Salbei (Salvia officinalis)

  • Wollziest (Stachys byzantina)
  • Thymian (Thymus)
  • Fette Henne und andere Sedum
  • Sempervivum
  • Polsterphlox (Phlox subulata)
  • Färberkamille (Anthemis tinctoria)
  • Frauenmantel (Alchemilla) - wenn er eingewachsen ist
  • Gold-Schafgarbe (Achillea filipendulina)
  • Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites)
  • Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)
  • Oregano
  • Königskerzen
  • Wilde Karde (Dipsacus)
  • Edeldisteln (Eryngium alpinum, Echninops ritro und andere)

  • Eselsdistel (Onopordum acanthium)
  • Katzenminze (Nepeta x fassenii)

  • Lavendel
  • Ysop (Hyssopus officinalis)

Überraschenderweise hält sich auch meine Japananemone (Anemone hupehensis) ganz tapfer im Halbschatten! Meine Funkien leiden ebenfalls relativ wenig, wenn sie schattig genug stehen.

Wenn ich einen größeren Garten zu versorgen hätte, würde ich ein ganzes Beet nur mit diesen Hitzehelden bepflanzen. Das spart Wasser und Nerven.

Natürlich darf auch die Pflanzengruppe nicht unerwähnt bleiben, die sich der sommerlichen Trockenheit auf ihre ganz eigene, raffinierte Art stellt, ich nenne sie mal die Drückeberger. Man kennt sie auch als Geophyten - Pflanzen mit Knollen oder Zwiebeln, die den ganzen Sommer träge unter der Erde verschlafen und erst im Frühling oder Herbst wieder mitspielen, wenn die Niederschläge reichlicher werden und das Licht durch die Bäume dringt. Die Drückeberger hat man um diese Jahreszeit schon vergessen, aber sie sind noch da und warten.

Also durchhalten, ihr Helden, denn der Sommer ist noch lang. Die Schattenparker werden selbstverständlich mit durchgeschleppt - ein Sommer ohne Sonnenhut wäre doch kein Sommer.

Kommentare:

  1. Ein herrlicher Post zu dem Thema wässern! Allerdings lieben es die Walderdbeeren bei uns recht sonnig und sind wohl nicht nur wegen dem Waldmeister auf der Flucht. Aber jeder Garten hat eben andere Licht-, Boden- & Klimabedingungen und dementsprechend verhalten sich Pflanzen auch ganz unterschiedlich. Und überraschen auch häufiger, dadurch, dass sie sich nicht an ihre Pflanzschilder (Empfehlungen) halten. Meine Funkien stehen zum Beispiel in der prallen Mittagshitze und bekommen kaum Wasser. Während sie im Halbschatten unter den Obstbäumen schon vor Jahren, als der Garten noch freier war, einzugehen drohten.
    Aber es ist immer wieder interessant zu sehen und zu lesen, wie Pflanzen sich mit den unterschiedlichsten Bedingungen arrangieren!
    LG Silke

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  2. Ein Schmunzel-Post mit Wahrsager-Qualitäten.

    Ich wässere frischgepflanztes und Gemüse und die noch neuen Bäume bei der Hitze regelmässig.

    Der Rest muss ohne auskommen, wobei ich auch vorwiegend die wartungsfreien Stauden habe und nur wenige Schattenparker.

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  3. Hmm, also mein gelber Sonnenhut (Rudbeckia fulgida var. sullivantii 'Goldsturm') hält sich eigentlich bis jetzt ganz wacker, obwohl er an 3 Stellen den ganzen Nachmittag in der prallen Sonne steht. Er lässt zwar gegen Spätnachmittag manchmal die "Federn" hängen, doch sobald es abends etwas kühler wird, steht er wieder wie 'ne Eins. Wenn es überhaupt nicht regnet (oder höchstens mal einen kurzen Gewitterschauer gibt), sprenge ich meine Staudenbeete zwei Mal pro Woche. Bei unserem guten lippischen Lehmboden mit von mir in Jahren erarbeiteten hohen Humusanteil genügt das, um alle eingewachsenen Stauden über die hier jetzt auch schon seit mehreren Wochen anhaltende Trockenzeit zu bringen.

    btw: Ein unterhaltsames Posting wieder. Hat Spaß gemacht, es zu lesen.

    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende,
    Iris

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  4. Liebe Gärtnerin,

    herzlichen Dank für Deinen lieben Besuch. Dein Blog gefällt mir total gut, und ich habe Dich gleich mal verlinkt, hoffe, dass ist ok für Dich.

    Ich bin sehr beeindruckt, was Du aus Eurem Garten gemacht hast, man erkennt ihn kaum wieder.

    TOTAL GENIAL !!!

    Blumige Grüße
    von Anke

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