Bielefeld hat ein neues Kunstwerk. Es befindet sich im natürlichen Habitat für Kunstwerke, und zwar nahe der Kunsthalle, draußen, im Skulpturenpark. Es ist nämlich nicht irgendein Kunstwerk, sondern ein begehbares, wetterfestes. Begehen darf es aber nur ein ausgewähltes Publikum, damit niemand Dinge damit tut, die einem Kunstwerk nicht so gut tun.
Das hier ist es. Es heißt „Final Wooden House“, ist von Sou Fujimoto und eine Replik des Originals, welches in Japan haust. Im Hintergrund die Sparrenburg. Die ist echt.
Kunstwerke sind wichtig, weil sie zum Nachdenken anregen und zeigen, was man alles so machen kann. Wenn man es kann. Das kann nämlich nicht jeder, deshalb gibt es den Beruf des Künstlers, den man für sein Talent sehr bewundert und ihn manchmal sogar dafür bezahlt. Wenn er Glück hat. Oder Beziehungen.
Aber nicht nur neue Kunstwerke sollte man eines Blickes würdigen - es kann auch lohnen, verschütt' gegangene, alte Kunstwerke wieder hervorzukramen, abzustauben und auszustellen.
So eins ist der Winzer'sche Garten an der Hochstraße unterhalb des Schützenbergs, mit Blick auf die Sparrenburg, der seit 2010 wiederbelebt wird und zunächst gründlich von alles-verschlingenden Brombeeren, diversem Gestrüpp und Efeu befreit wurde.
Erst hatte er glücklich die Bomben des zweiten Weltkriegs überlebt, die die Villa der Familie Winzer 1944 getroffen und zerstört hatten. Dann aber hatte er es trotzdem jahrzehntelang gar nicht gut, wurde erst vernachlässigt, dann einfach vergessen. Jetzt ist er wieder zu besichtigen und hat immer geöffnet, kostenlos.
Die beiden steinernen Kunstwerke - Bogen und Grotte - sowie der hervorragende Blick über die Dächer der Stadt sind sicher die Hauptgründe für die Restaurierung des Gartens gewesen. Die Arbeiten wurden hauptsächlich durch 1-Euro-Jobs realisiert, unter Mithilfe der Drogenberatungsstelle und des Arbeitsamtes. Sowas ist eine tolle Sache, das ist günstiges Gärtnern auf kommunaler Ebene - und den Beteiligten hat es offenbar großen Spaß gemacht. Auch die Anwohner waren begeistert und beköstigten die Helfer mit Gratis-Kartoffelsalat, wie ich hörte.
So eins ist der Winzer'sche Garten an der Hochstraße unterhalb des Schützenbergs, mit Blick auf die Sparrenburg, der seit 2010 wiederbelebt wird und zunächst gründlich von alles-verschlingenden Brombeeren, diversem Gestrüpp und Efeu befreit wurde.
Erst hatte er glücklich die Bomben des zweiten Weltkriegs überlebt, die die Villa der Familie Winzer 1944 getroffen und zerstört hatten. Dann aber hatte er es trotzdem jahrzehntelang gar nicht gut, wurde erst vernachlässigt, dann einfach vergessen. Jetzt ist er wieder zu besichtigen und hat immer geöffnet, kostenlos.
Die beiden steinernen Kunstwerke - Bogen und Grotte - sowie der hervorragende Blick über die Dächer der Stadt sind sicher die Hauptgründe für die Restaurierung des Gartens gewesen. Die Arbeiten wurden hauptsächlich durch 1-Euro-Jobs realisiert, unter Mithilfe der Drogenberatungsstelle und des Arbeitsamtes. Sowas ist eine tolle Sache, das ist günstiges Gärtnern auf kommunaler Ebene - und den Beteiligten hat es offenbar großen Spaß gemacht. Auch die Anwohner waren begeistert und beköstigten die Helfer mit Gratis-Kartoffelsalat, wie ich hörte.
Torbogen |
Die Grotte |
Die Aussicht vom Garten auf die Stadt ist aber auch dermaßen fantastisch! Die neuen Bänke laden dazu ein, gleich ein bisschen länger zu verweilen. Nur Ordnungsfanatiker werden hier nicht auf ihre
Kosten kommen, wohl aber Freunde der heimischen Flora und Fauna.
Als dominierende Pflanze fällt die Kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus) ins Auge, die den Begriff "Leitstaude" wörtlich genommen hat und die Wege geradezu königlich begleitet.
Zusammen mit dem Schmalblättrigen Weidenröschen (Chamerion angustifolium) macht sie sogar den Kirchtürmen Konkurrenz:
Auch einen Gemüsegarten gibt es, inklusive Insektennisthilfe, die bereits gut besucht wird.
Auch für die ganz Kleinen unter den Bienen ist gesorgt, die das reichliche Angebot an Phacelia und Feinstrahl (Erigeron annuus) im Garten lieben.
Furchenbiene an Erigeron annuus |
Andere Furchenbiene an Phacelia |
Mit dieser unwiderstehlichen Mischung aus blühender Wildheit, geordneten Pflanzungen und steinernen Zeitzeugen sind die Bienen um einen Lebensraum und die Gartenfreunde um eine Attraktion mit Aussicht reicher. Doch leider ist der Fortbestand des Projektes gefährdet. Die 1-Euro-Job-Angebote werden wohl nicht fortgesetzt. Und überhaupt ist die Stadtkasse leer.
Hoffen wir, dass der Garten nicht noch einmal unter Brombeeren verschwindet und sein überbordendes Blütenmeer behalten darf.
Und für frischgebackene Besitzer historischer Gärten gilt: Erst den Efeu lüften, dann den Bagger holen! Denn vielleicht findet sich ja doch noch eine steinerne Überraschung....
Hoffen wir, dass der Garten nicht noch einmal unter Brombeeren verschwindet und sein überbordendes Blütenmeer behalten darf.
Und für frischgebackene Besitzer historischer Gärten gilt: Erst den Efeu lüften, dann den Bagger holen! Denn vielleicht findet sich ja doch noch eine steinerne Überraschung....
Ach wie schön! Leider ist Bielefeld für mich ein wenig zu weit entfernt für einen Wochenendausflug mit Gartenbesuch...
AntwortenLöschenAber wenn es mich mal in die Gegend verschlägt, steht er sich er auf meiner "will-sehen" Liste!
LG Doris
Der Garten sieht wirklich sehr idyllisch aus. Schade, dass er so lange in Vergessenheit geraten ist.
AntwortenLöschenlg kathrin
Oder eine Privatinitiative gründen - zur Erhaltung des Gartens! Wäre eine Überlegung wert.
AntwortenLöschenSigrun
oh...wunderwunderschön !
AntwortenLöschenWunderschön, dass ein Garten aus seinem Dornröschenschlaf geholt wird und so nicht nur den Wildtieren sondern auch den Zweibeinern zur Verfügung steht ist klasse! Der Blick ist wirklich einmalig!
AntwortenLöschenHallo Elke,
AntwortenLöschenan Bielefeld erinnere ich mich eher negativ, weil ich früher häufig zu Besprechungen im alten Telekom-Gebäude in der Innenstadt war. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Telekom-Gebäude gab es überhaupt nichts besonderes zu sehen. Da hat genau in mein Weltbild hingepaßt, dass sich beispielsweise Oliver Welke auch negativ über Bielefeld geäußert hat, weil Bielefeld so platt und identitätslos aussieht. Der Winzer'sche Garten sieht zugegebenermaßen bunt, vielfältig und sehr schön aus. Vielleicht bekomme ich so eine neue und schönere Sicht auf Bielefeld.
Gruß Dieter
ein wunderschöner Blick die Natur zaubert die schönsten Zusammenstellungen , nur Brombeeren und Efeu gehören nicht in den Garten
AntwortenLöschenveröffentliche doch Deinen Bericht in der hiesigen Zeitung und suche darüber Unterstützer, die die Stadt überzeugen
Frauke
Das sieht klasse aus. Sowohl Garten wie auch Kunstwerk - und das ist bei Kunst bei mir schon schwer. Denn Kunst kann ja alles sein, aber so unendlich geschmacklos. Aber immer im Sinne des Betrachters.
AntwortenLöschenSchade, dass das Projekt so nicht weiterläuft, aber vielleicht findet sich ja doch noch einige Paten, die den Garten erhalten.
Sieht sehr schön aus der tolle Garten.Von Gemüse bis Blumen und Bienenhäuser alles da.Gefällt mir.
AntwortenLöschenSchönes We liebe Elke und liebe GRüße Jana.
eine klasse Aktion - vom Bau bis zum Kartoffelsalat der Anwohner :-)
AntwortenLöschenDie Bilder laden richtig ein, sich diesen Garten anzusehen. Danke!
Liebe Grüße von Renate
Haben den Garten heute besucht und festgestellt, dass wir wieder einmal eine neue Ecke Bielefelds kennen gelernt haben. Die Aussicht genossen - und gemütlich auf den Bänken lümmelnd hörten wir das "herrliche" Rauschen des OWDs :-) ; wie es wohl zur Zeit der Winzers war?
AntwortenLöschenLG
Schön, dass es euch gefallen hat!!
LöschenWenn man dann links um den Garten herum zum Schützenberg hoch läuft, wird's auch noch mal nett - alles voller Blumen, auch wilde!
VG
Elke
Den Schützenberg-Wildwuchs habe ich nur über eine Mauer gesehen und mich gefragt, ob das Gelände zu dem hochherrschaftlichen Haus gehört und somit Privatgelände wäre. Wir sind dann aber einmal rechts herum um den Johannisberg marschiert, haben den Kletterern im Hochseilgarten zugesehen und kamen dann, passend zum nächsten Regenschauer, beim Auto an.
LöschenLG