Samstag, 27. Oktober 2018

Wildgewordener Wilder Wein

Ich mag den Wilden Wein ja und liebe seine feuerrote Herbstfärbung, aber in letzter Zeit kommt er mir überall im Garten entgegen.



Es hat sogar schon das Pfaffenhütchen geentert und die olle Thujahecke auf dem angrenzenden Grundstück. Es ist auch gar nicht meiner, er kommt aus dem Garten rechts von unserem.


Sowohl von unten aus den Beeten wächst er, als auch von oben als Überwurf über die Rosen. Für eine Weile sehen die roten Blätter auch wirklich herrlich aus zu den Hagebutten, aber auf Dauer würde die Rose doch drunter leiden - und der weiteren Eroberung würden keine Grenzen gesetzt.

Also habe ich mich mal in die Rosa multiflora gestürzt und die langen Ranken herausgezupft. Je mehr Verzweigungen der Wilde Wein schon hat, umso schwieriger wird es, ihn aus den ebenfalls wenig kooperativen Rosenästen zu ziehen.

Am Ende stand ich da mit einem Häufchen Ranken und hatte wieder mal keine Lust, sie in die Biotonne zu bringen. Also auch diesmal die altbewährte Beschäftigungstherapie zum Entschleunigen: Kranz flechten! Das mache ich gern auf dem Rasen, denn dort darf man nach Herzenslust vor sich hin krümeln, ohne dass der Staubsauger am Ende noch Arbeit hat. Das ist das Tolle am Garten - da wird von selbst aufgeräumt, Kleinteile darf man in den grünen Teppich kehren.

Bei so langen Ranken muss man allerdings aufpassen, dass man sich nicht aus Versehen selbst peitscht. Ist mir ein paar Mal passiert.

Dabei gab es sogar Zuschauer: Zum einen die Spatzen, die sichergehen wollten, dass ich nicht gucke, wenn sie ans Futter wollen. Woanders mampfen sie den Leuten frech die Torte vom Teller, und hier machen sie einen auf scheues Reh. Man versteht es nicht.


Auch das Rotkehlchen, das sofort noch größere Augen bekommt als ohnehin schon, sobald man mit der Kamera hantiert, und dann auch flugs weg ist, kann einem seelenruhig aus nächster Nähe zuschauen, wenn man beide Hände voll hat mit Gartenarbeit. 



Es hat mir sogar ein bisschen was vorgesungen - gut, dass ich keine Äste mit Beeren dran abgeschnitten habe, da wäre ich mir schäbig vorgekommen.


Nun ist der Kranz also fertig, keine runde Sache, aber es ist der dickste, den ich je geflochten habe. Wilder Wein ist wirklich das beste Material dafür und um diese Zeit schon selbsttätig entblättert.

Hier aber endlich die Foto-Lovestory zu meinem Kranz:







Kommentare:

  1. Guten Morgen Elke,
    wie ich sehe, hast Du also auch schon so eine tolle alte Kiste für Deinen Kranz ;-) Gut, wenn alles nach dem Erstgebrauch immer irgendwo einen Lagerplatz findet! Unsere Garage ist voll davon, und wir hatten Mühe sie am letzten Samstag soweit zu durchforsten und umzuschichten, dass wir in den nächsten Wochen neues Stegholz durch einen ganz schmalen Garagengang bekommen …
    Daher sind bei uns wilder Wein und Rankrose Belvedere noch immer nicht aus dem durch Friederikes gekonnten Kieferwurf geschrägten Flieder gezuppelt. Ich habe zwar beide Pflanzen schon vor Wochen fast bodenbündig gekappt, aber im Vergleich zu Deinem meditativen Kranzbinden auf dem Rasen müsste ich dafür im Schatten unter sehr wehrhaften vertrockneten Rosenranken stehen und kleine Teilstückchen der wildwuchernden Verbindung herausschneiden, um den noch lebenden Flieder zu befreien. Ich kann mir also lebhaft vorstellen, wie Du mit Wein & Multiflora gekämpft hast ;-)
    Bei uns ist es jedoch nicht der Rasen, der den Krümelkram dankbar aufnimmt, bei uns heißt es unter normalen Umständen mittels Besen einfach 'Ab ins Beet!' Nur bei dieser recht mutigen, aber auch wundervollen Pflanzgemeinschaft komme ich mir jetzt wie Aschenputtel vor: wilden Wein ins 'Töpfchen = Shredderkorb zum Mulchen' und Rosenranken ins Kröpfchen = Shredderkorb für den Hochwaldkompost'. Denn die Weinranken sind für die Kranzbinderei dann viel zu kurz. Und die Zeit rennt :-( Aber ich habe für Osterkränze im frühen Frühjahr wahrscheinlich noch reichlich Schlingknöterich …
    So, wie Du es mit dem Wein schilderst, so ist es bei uns dann auch noch mit dem Hopfen. Da beneide ich Dich wirklich bisweilen um Deinen zu kleinen Garten. Wir sind vom Wildwuchs der Kletterpflanzen inzwischen fast eingewuchert und kommen mit dem Rückschnitt kaum hinterher ;-(

    Mein Pfaffenhütchen mag sich leider noch immer nicht öffnen, aber Deines sieht toll aus - und dann noch das Rotkehlchen dazu!

    VG Silke

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  2. Guten Morgen Elke,
    die Herbstfärbung des wilden Weins finde ich immer spektakulär...nicht wegzudenken aus der Farbpalette des Herbstes. Dein Kranz ist super geworden und das Rotkehlchen vor der Linse allerliebst dazu.
    Ein feines Wochenende, Marita

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  3. Der sieht sehr schön aus! Seit diesem Jahr wächst auch einer bei uns...ich sehe mich schon flechten - aber das wird wohl noch ein Weilchen dauern!
    LG und schönes Wochenende
    Sabine

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  4. prima der wilde wein kranz und die vögel haben es fein bei dir :)

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    1. Leider kann ich deinen Blog nicht mehr lesen, sonst würde ich gern auch bei dir kommentieren.

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  5. Ich wünschte, ich würde verstehen, wie man einen so schönen Kranz flicht......
    Das Rotkehlechen, genau..... wo ist es wohl?
    Herzlichst
    yase

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  6. the grass is always greener on the other side, and the neighbour's plants would much rather move next door. I saw off palm fronds. Vine wreaths are a satisfying victory!

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  7. Ich überlege gerade noch, was ich hier den Nachbarn an Rankgewächsen zumuten kann, denn der aktuelle Zaun, den ich im Blick von der Terrasse habe, könnte sehr gut einen wilden Wein vertragen. Im Gemüsebeet habe ich gerade einen Mini-Sämling gefunden und mutig dort hin gepflanzt.
    Einen Kranz habe ich auch schon mal aus den Ranken geflochten, aber der war längst nicht so üppig, wie deiner. Sieht wunderbar aus.....;-)
    LG Sigrun

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  8. Dein Kranz sieht wunderschön aus - vor allem als Deko für das Insektenhotel. Wir sind leider völlig talentfrei was das Flechten von Kränzen betrifft... Ich bin auch ein großer Fan vom Wilden Wein.

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  9. MEI wunderscheeeeen is der KRANZ gworden,,,,toll
    und de VOGALBUIDLN san ah volle liab,,,,

    wünsch da no an feinen TOG
    bussale bis bald de BIRGIT

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  10. Liebe Elke,
    fein ist er geworden! Es gibt wenig befriedigenderes, finde ich, als aus "Jät- und Schnittabfällen" noch etwas Schönes zu gestalten! Was Dir am Ende Dein Wein ist, ist mir meine Weide= zuverlässiger Bastelmateriallieferant.
    liebe Grüße
    Corinna

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  11. Liebe Elke,
    sieht der toll aus, der Kranz. Ich binde manchmal beim Spazierengehen einen Kranz aus abgeschnittenen Reben, lasse ihn am Wegrand liegen. Er findet immer Liebhaber, denn meistens ist er bald weg. So schön wie deiner ist er nicht, aber der Finder darf dann weiter kreativ sein.
    Wilder Wein hat eine einmalige Farbe, nur leider sind die Blätter schnell welk, die Freude ist dann nur von kurzer Dauer, aber intensiv. Kalt ist es geworden verbunden mit einem fast stürmischen Wind, jedenfalls hier bei uns.
    Dir eine gute Woche
    liebe Grüße
    Edith

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  12. Liebe Elke, mit dem Wilden Wein habe ich noch keine Bekanntschaft gemacht, aber ich glaube es Dir sofort, wenn Du sagst, dass er sich massiv ausbreitet.
    Der Kranz ist wunderschön geworden und eine tolle Gartendeko.

    LG Kathrin

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  13. Liebe Elke,
    mir gefällt Dein Kranz sehr gut, weil er so schön asymmetrisch ist, was ihm einen besonderen Reiz verleiht.
    Bei uns ist es das Efeu, dass überall rumwuchert, so schön es bisweilen als Bodendecker auch ist, ich möchte nicht, dass es überall seine Triebe reinsteckt. Einen Kranz habe ich aber noch nie aus Efeu geflochten.
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  14. Naja, der Spatz gehörte zur Unterart der Landspatzen, die sind zurückhaltender. Dagegen die Kulturspatzen sind die selbstbewussten, die nal stibitzen. :-)

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    1. Unsere sind waschechte Großstadtspatzen, aber offenbar doch wenig sozialisiert, treiben sich eher in Gebüschen herum. ;-)

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  15. Um unsere damals noch unrenovierte und extrem schäbige Fassade zu verbergen hatte ich in meiner Ahnungslosigkeit Wilden Wein gepflanzt. An einem Reihenhaus, dass zu hoch ist um noch mit einer Leiter zum Schneiden ran zu kommen, ist der Ärger mit den Nachbarn vorprogrammiert. Den Wein dann wieder weg zu bekommen war ein echter "Spaß". Aber immer noch bin ich im Herbst ein bisschen traurig weil die tolle Herbstfärbung fehlt.
    Viele Grüße
    Claudia

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  16. Liebe Elke,
    oje, roter Wein - wem sagst du das :-)
    Unser kam ursprünglich auch vom Nachbarn.
    Aber diese Rotfärbung ist schon herrlich und
    dein Kranz ist super geworden!
    Ganz viele liebe Grüße von der Urte

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  17. Das kenne ich auch noch aus dem früheren Waldgarten.
    Im jetzigen Garten habe ich den Wein hinten beim Gartenhaus angesiedelt, dort stehen eigentlich keine Pflanzen, denen er groß schaden könnte. Aber in Schach gehalten muß er dennoch werden. Wir bewohnen ja auch nur ein Reihenhaus, wenn auch ein Endgrundstück.

    Tja, die Tierchen können schon recht eigen sein. ;-) Hübsches Bild mit dem Rotkehlchen. Dieser kleine Geselle läßt sich auch in unserem Garten blicken. Ich schaffe es vom Haus aus meist nicht, ihn vernünftig zu fotografieren.

    Mal gut, dass unser Wilder Wein noch nicht so üppig ist, sonst hätten wir jetzt auch die Mühe und derzeit bin ich froh, nicht in den Garten hinaus zu müssen.

    Dein Kranz ist doch aber wirklich sehr hübsch!

    Liebe Grüße
    Sara

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