Samstag, 13. Juni 2020

Günstig gärtnern an der Havel

Bretter, die die Welt bedeuten, das sind Holzplanken, wenn man auf Schutt und Asche Beete anlegen will. Oder auf Sand. Das müssen nicht mal besonders hohe Beete sein, Hauptsache man kann mit Kompost versetzte Erde aufschütten und Gemüse pflanzen.

Solche urbanen Projekte, die aus dem Nichts und auf schlechtem Boden einen Garten geschaffen haben, ziehen mich immer magisch an. Bei jedem Reiseziel schaue ich auf der Landkarte (gern elektronisch) erst einmal nach, ob irgendwo das Wort Garten auftaucht. So auch in Brandenburg an der Havel.










Hier gibt es - natürlich - den Havelgarten, ein Projekt, das Menschen aus vielen Kulturen zusammen aus dem Boden gestampft haben. Jetzt wachsen hier in Sichtweite des Silokanals Erdbeeren, Dicke Bohnen und Zucchini. Das Gelände drum herum ist herrlich wild voller Blumen und Insekten. Ein Gartenrotschwanz singt dazu in den Bäumen. Der Havelgarten hat den Charakter dieser alten Hafenanlagen übernommen, auch gibt es wilde und kultivierte Blumen und es ist ein Paradies für Wildbienen und Schmetterlinge.

Hier teilen sich Koriander und Vogel-Wicke einträchtig ein Beet. Obwohl der Koriander von der Wicke sicher nicht so angegrabbelt werden möchte.



Furchenbiene, Marienkäfer, Dickkopffalter und Garten-Blattschneiderbiene:




Hier kann man viel lernen, zum Beispiel wie man ein erhöhtes Beet anlegt ohne dass die Bretter immer umfallen. Einfach zwei Stöckchen als Halterung in den Boden stecken:







Oder dass auch Steine für ein Blumenbeet auf magerem Boden eine prima Beeteinfassung geben. Die hat es auf dem Gelände sicher zu Hauf gegeben.


Alte Abflussrohrstücke aus Ton ergeben gute Blumentöpfe ohne Staunässe, da sie unten offen sind und Regenwürmern auch den Zutritt ermöglichen.



Senkrechte Holzlatten in die Erde gesteckt ergeben einen Minizaun mit dem Signal: Nicht auf den Blumen herum trampeln!


Einen Kompostplatz, umrahmt von Paletten, gibt es natürlich auch.



Wenn man keinen Strom zur Verfügung hat und daher keinen Häcksler betreiben kann, ist eine Totholzhecke eine gute Idee. Die braucht allerdings viel Platz, was im Havelgarten kein Problem ist.


Ich finde, das ist ein toller Garten in einer schönen, wilden Landschaft. Der Garten ist immer geöffnet. Man kann den Besuch mit einem Spaziergang am Kanal entlang verbinden und sich an den wilden Blumen erfreuen.



Kommentare:

  1. Liebe Elke,
    Das sieht herrlich wild aus dort. Kein Wunder, dass es Dich magisch angezogen hat.
    Solltest Du die Havel entlang Richtung Berlin weiter fahren, schau gerne bei mir vorbei.
    Herzliche Grüße
    Steffi

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  2. Wunderschön! Die Idee hilft ja vielleicht auch bei staunassen Böden, wie auf dem Garagendach....
    Herzlichst
    yase

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  3. Eine wirklich tolle Sache, liebe Elke, die gar nicht genug Nachahmer finden kann! Aber durch Deinen Post trägst Du jetzt sicher dazu bei, dass sich viele, die einen Gemeinschaftsgarten betreiben, bestätigt sehen und andere diesem tollen Beispiel folgen.
    Dir alles Liebe
    Heidi

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  4. Guten Morgen Elke,
    welch ein Paradies für Insekten und auch für Gärtner und Besucher bei dem, was es alles zu entdecken gibt.... da kann ich deine Begeisterung verstehen. Wäre wünschenswert, wenn dieses Gartenprojekt viele Nachahmer findet.
    Hab einen feinen Sonntag - lieben Gruß, Marita... die gestern trotz der Hitze auf Radeltour ging - Bericht folgt. ;-)

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  5. Liebe Elke,
    in Freiburg habe ich auch solch einen urbanen Garten entdeckt, ich finde solche Gärten einfach lebendiger und mehr Arbeit machen sie auch nicht als gepflegte, langweilige Rasengärten. Das es dort wimmelt von Insekten und Schmetterlingen ist ebenfalls gewährleistet, das gefällt mir.
    Liebe Grüße
    Edith

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  6. Der Garten erinnert mich sehr an den Freiberger Gemeinschaftsgarten....da so ein Verein nie viel Geld zur Verfügung hat, sind die Ideen dafür meist um so vielfältiger. Schön, dass so viel wilde Natur dort sein darf.
    LG Sigrun

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  7. Der Garten ist wirklich toll! Ich werfe ja gerne einen Blick über fremde Gartenzäune. Auch wenn mir vielleicht der Stil nicht unbedingt gefällt, es gibt immer Elemente, die man sich abschauen kann. Ich finde das immer sehr spannend.
    Viele Grüße von
    Margit

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  8. Hallo Elke,
    schönes Projekt und schöner Garten. Wenn der aber immer offen ist und jeder rein kann, frage ich mich, ob das wohl gut geht? Es gibt Menschen die räubern sogar solche Projekte auf einem Parkhaus-Flachdach aus und nehmen den Gärtnern ihre Ernte. Wie leichte ist es doch dann in so einem Projekt? Leider gibt es ja solche Zeitgenossen immer und überall. Immerhin den Insekten und anderen Tieren klauen sie nichts, denn die herrlichen Blüten interessieren solche Menschen eher weniger.
    Liebe Grüße und eine schöne Woche wünscht der Achim

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    1. Hallo Achim,
      das ist sicher ein Problem, daher das Schild in einem der Beete, dass man auf Diebe gut verzichten kann. Immerhin ist der Garten nicht von überall einsehbar, so entdeckt ihn so mancher Spaziergänger vielleicht gar nicht.
      VG
      Elke

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  9. Hallo Elke,
    derlei Projekte sind einfach nur Klasse! In Bremen wurde sogar ein komplett zugepflasterter trostloser Platz in einen Garten mittels Hochbeete verwandelt. Sollte noch viel mehr Nachahmer finden.
    Liebe Grüße
    Karen

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  10. Hallo Elke,
    in und um Berlin sieht man solche Spontangärten öfters. Vor vielen Jahren habe ich mir auf dem Flugfeld in Tempelhof die Kistengärten angeschaut. Die Idee ist super aber viele verlieren den Spaß mittendrin und überlassen alles einfach sich selbst. Da unendlich viel Plastikgefäße, Eimer oder andere Schrottelemente angeschleppt wurden, war ich davon wenig begeister. Der Havelgarten sieht vernünftig aus, hoffentlich bleibt er so.
    LG...Stephanie

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  11. Liebe Elke,
    ein tolles Gartenprojekt.
    Wenn man viel Platz hat und keine naserümpfenden Nachbarn mit
    ganz ganz aufgräumten und entkrauteten Gärten, ist das bestimmt eine tolle
    Variante zu gärtnern. Und die Rohre sind ja genial als Topf.
    Für Regenwürmer echt super :-)
    Ganz liebe Grüße von Urte

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  12. Liebe Elke,
    solche Projekt, bei denen viele Menschen aus den verschiedensten Kreisen zusammen kommen und gärtnern, sich austauschen begeistern mich immer.
    Die Idee mit den Rohren finde ich gut, die haben wirklich Vorteile gegenüber Töpfen.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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