Samstag, 29. August 2026

Klein und stark

"Wenn ich groß bin, werde ich mal ein Bienenwolf!" dachte sich die Bienenjagende Knotenwespe (Cerceris rybyensis) und schnappte sich eine Furchenbiene. Während ein Bienenwolf (Philanthus triangulum) Honigbienen fängt und als Larvennahrung unter die Erde bringt, muss sich die viel kleinere Knotenwespe mit standesgemäßer Beute begnügen. Und das sind Schmal- und Furchenbienen, die sie genauso wie die Bienenwölfin auf Blüten erhascht, aber dort auch gern selbst Nektar schlürft.

Hier zum Vergleich die größte unserer Grabwespen, der Bienenwolf, und die zierliche, dünne Verwandte:

Bienenwolf
Bienenjagende Knotenwespe

Es sieht hier fast so aus (Echter Atant gegenüber Weißer Wald-Aster) als würde der größere Bienenwolf auch Blüten bevorzugen, sie seiner Statur entsprechen, aber er jagt auch auf viel kleineren Blüten.

Gemeinsam ist ihnen, dass sie die erbeutete Biene unterm Bauch tragen und sich in deren Fühler beißen, als würden sie ihre Einkaufstasche greifen.


Beide buddeln sich in lockerem Boden ihre Nistgänge, beim Bienenwolf sieht die Ausgrabungsstätte dann schon mal aus wie eine Wanderdüne im Miniaturformat, wenn entlang einer Hauswand der Sand aus den Fugen gebaggert wird.

In der Disziplin Gewichtheben tun sich die gelb-schwarzen Räuber nicht viel, denn bei beiden ist die Biene etwa so groß und schwer wie sie selbst. 

Daher hatte ich bei dieser Bienenjagenden Knotenwespe auch genug Zeit, sie zu fotografieren, da sie sich für den Transportflug mit einer unglücklichen Gemeinen Furchenbiene erstmal sammeln musste. Danach hat sie sich den nächsten Blütenbesuch aber wirklich verdient.



Hier eine Bienenjagende Knotenwespe beim Blütenbesuch. Das Mannstreu wird auch vom Bienenwolf geliebt.




Und was macht derweil die Raupe der Herzen, der angehende Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus)?

Sie frisst immer noch an der Minze, ist aber größer geworden und hat sich ein kontrastreicheres Kleid zugelegt. Oft treibt sie mir morgens die Schweißperlen auf die Stirn, wenn ich sie nicht wiederfinde. Manchmal drehe ich jede Blüte fünf Mal hin und her, bis ich sie doch wiederfinde. Schnell übersieht man sie. Denn auf der Suche nach neuen, knospigen Blüten legt sie Luftlinie schon mal mehr als 10 Zentimeter zurück - von Stängel zu Stängel ist das schon eine große Wanderung für jemanden, der so kurze Beinchen hat. 

Sie scheint ja noch nicht mal einen ordentlichen Kopf zu haben - wie frisst sie eigentlich? Hier, am 26.8., konnte ich es endlich mal sehen. Sie hat eine Kapuze und man sieht den schwarzen Kopf nur, wenn sie sich eine frische Blüte genehmigt.




27.8. (wieder lange gesucht) - ist sie inzwischen dunkler geworden?




Hoffentlich verpuppt sie sich und hat mehr Glück als die Furchenbiene, die von der Knotenwespe gefangen wurde.

11 Kommentare:

  1. Guten Morgen Elke,
    wie anstrengend muss es sein, diese gleich großen Tiere zu erbeuten und wegzutragen. Die Bilder erinnern mich ein bisschen an Judokämpfe.
    Wie schön, deiner Raupe hier beim Wachsen zuzusehen. Ich hoffe, du findest sie weiterhin und kannst berichten.
    Liebe Grüße
    Susanna

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  2. Grossartige Bilder! Ich überlege manches mal, wie lange du irgendwo gewartet hast, um das eine Foto von dm, was dann halt gerade passiert, zu machen…. Weil ein unscharfes Bild hilft dann ja auch nichts! Grosse Bewunderung für deine Bilder. Immer. Auch von der kleinen Raupe. Gerade suche ich täglich die Weisskohlröupchen von meinen Köhlchen… mit mehr oder weniger Erfolg. Nächstes Jahr gibt es extra Pflanzen für die Raupen und ein Schutznetz für die Pflanzen. Die ich essen möchte…
    Danke für deine schönen Beiträge immer
    Herzlichst
    Yase

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  3. Liebe Elke,
    ganz tolle Bilder sind dir da gelungen. Den Bienenwolf konnte ich hier noch nicht beobachten, ebenso wenig wie die Knotenwespe. Da muss ich mal noch genauer aufpassen. Momentan sind es vor allem Hornissen, die sich die Bienen greifen.
    Als Halter von Honigbienen tut uns das natürlich in der Seele weh, aber wir können nicht umhin, die Schönheit der Hornissen zu bewundern. Inzwischen werden unsere Honigbienen ja von viel schlimmeren Feinden bedroht.
    Gut, dass es das Räuplein noch gibt, offenbar ist es gut getarnt, sodass es noch kein Vogel entdeckt hat. Hier war jetzt auch mal ein winziger Bläuling an der Bergminze., es gibt überhaupt fast keine Schmetterlinge in diesem Jahr. Jetzt hoffe ich auf die Blüte von Fetthenne und Herbstastern, da haben sich meist ein paar Falter eingefunden.
    Lieber Gruß
    Inge

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  4. Puh, manchmal machst Du es aber ganz schön spannend. Gleich zwei Sendungen in einem Beitrag: "Aktenzeichen XY... gelöst" und "Bitte melde Dich". Das muss Dir erst einmal jemand nachmachen. Die Fotos, wie immer, brillant. LG Wurzerl

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  5. Auch bei kleinen Tieren geht es recht räuberisch zu, ich habe da auch schon tolle Sachen beobachten können. Deine Beobachtungen sind beeindruckend . Bin auch gespannt, ob die Raupe alles gut übersteht.
    Liebe Grüße
    Edith

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  6. Bienenwolf... was es nicht alles gibt. Sehr interessant und von dir wie immer kurzweilig beschrieben! Ich glaube, ich habe so einen mit dem markanten Hinterleib kürzlich gesehen, aber nicht auf Beutejagd.
    Lg

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  7. Hello Elke, your photos are so beautiful and captivating! Thank you so much for sharing!

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  8. hach..
    was du wieder alles entdecken konntest
    die Bilder sind genial
    und gelernt habe ich auch wieder etwas ..
    wie schön dass das Räupchen noch da ist
    und gesund und munter ist
    hoffentlich bleibt es auch dabei
    liebe Grüße
    Rosi

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  9. Deine Bilder sind stark, toll dass du uns diese zeigen kannst.
    Lieben Gruß von Marita

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  10. Liebe Elke,

    endlich hatte ich etwas Zeit, um Deinen Post in aller Ruhe zu lesen, sehr, sehr interessant was Du alles beobachtest. Der Bienenwolf ist mir aber schon etwas unheimlich.

    Hoffentlich schafft es die Raupe, Du wirst bestimmt berichten.

    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende
    wünscht Dir
    Anke

    Ps.: Lieben Dank auch hier nochmal, dass Du meine Vermutung mit der Gelbbindigen Furchenbiene bestätigt hast.

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  11. Interessant, was Du wieder zu berichten weißt. In meinem alten Garten habe ich einen kleinen "Hang". Ich habe gesehen, dass dort wohl auch einige Bienen wohnen. Ich habe allerdings überhaupt keine Ahnung und fasse alle unter dem Oberbegriff "Biene" zusammen.
    Sie fühlen sich dort offensichtlich ausgesprochen wohl. Das ist auf jeden Fall das Wichtigste.
    Viele Grüße von
    Margit

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