Samstag, 21. März 2026

Schneeglöckchenfest Hiddenhausen

Am 14.3. war wieder Schneeglöckchenfest auf Gut Bustedt in Hiddenhausen. Dank der warmen Witterung im Februar läuteten die Blüten aber größtenteils nicht mehr, die meisten waren schon über den Zenit und überließen die Bühne den Lenzrosen. Dieses sonnige, frühlingshafte Wetter, das die Schneeglöckchen so schnell hatte verblühen lassen, konnte man sich angesichts von Temperaturen knapp über Null und Dauerregen gar nicht mehr vorstellen. Einige Stände standen im Matsch, überall trugen die Leute Schirme oder flüchteten sich nach drinnen, aber trotzdem war das Schneeglöckchenfest so gut besucht wie eh und je. Niemand wollte sich die Raritäten entgehen lassen.

Die Dekokisten, die das Markenzeichen der Veranstaltung sind, gab es auch diesmal, aber eben nass:







Fotos zu machen war dieses Mal wegen des Regens richtig schwierig. Erst irgendwann nach Mittag blieb es kurz mal trocken und ich konnte die Kamera doch noch rausholen.













Die Regenmesser, die man kaufen konnte, haben jedenfalls unter Beweis gestellt, dass sie funktionieren - hier kauft man nicht die Katze im Sack bzw. den Regenmesser in der Wüste!



Sind wirklich alle Schneeglöckchen denn schon verblüht? Nein, manche hielten sich noch wacker, wie 'Polar Bear' zu 10 Euro das Stück:



Auch Farne, Alpenveilchen, kleine Sträucher und ganz viele Stauden gab es zu kaufen. Dazu auch tolle alte Metallgefäße und Gießkannen.
















Mir hatten es die Sorten vom Scharbockskraut angetan, die verkaufsfördernd neuerdings unter Zwergranunkel firmieren. Da gibt es viele außergewöhnliche Blattmuster und gefüllte Blüten. Aber auch das edelste aller Scharbockskräuter zieht nach der Samenbildung ein und dann muss man sich schon sehr genau merken, wo man die Rarität gepflanzt hat.













An einem Stand fand ich Töpfe mit dem Schneeglöckchen 'Primrose Warburg' zu 24 Euro pro Zwiebel. Und nun ratet mal, was mir die liebe Ute, die regelmäßig meinen Blog liest, die Tage geschickt hat? 5 Zwiebeln von 'Primrose Warburg', für die ich ihr im Gegenzug ein Exemplar von meinem neuen Buch geschenkt habe. Das wären also 120 Euro gewesen!

Ich habe den edlen Damen sogar ein Schild gehämmert, damit sich sie nicht vergesse, und sie sofort eingepflanzt an die Stelle, die den Schneeglöckchen in meinem Garten am besten zu gefallen scheint.







Die Sorte 'Primrose Warburg' hat einen gelben Fruchtknoten und gelbe Markierungen auf den inneren Perianthblättern und soll sehr wüchsig sein. Danke, Ute!

Samstag, 14. März 2026

Deutscher Gartenbuchpreis 2026

Schon vor 6 Jahren hat mein Buch "Meise mag Melisse" den Deutschen Gartenbuchpreis in der Kategorie Tiere im Garten bei der Preisverleihung auf Schloss Dennenlohe in Mittelfranken gewonnen.

Dieses Jahr hat es "Mord im Nacktschnecken-Milieu" geschafft - selbe Rubrik, selbe Platzierung, selbes Wetter - und bei so viel Sonne habe ich diesmal wieder an der Gartenführung mit Baron von Süsskind teilgenommen. Dabei sind auch ziemlich ähnliche Fotos entstanden, wieder voller zupackender Airdale-Terrier und zarter Schneeglöckchen.

Der Privatgarten ist sonst für Besucher selten geöffnet und es ist eine einmalige Gelegenheit, mal zu schauen, wie man als Adelsfamilie so lebt. Der Garten ist vorbildlich, wenn es um insektenfreundliches Gärtnern geht, denn es war noch nicht alles aufgeräumt, Samenstände erfreuten das Auge. 

Manchmal stapfte ein jugendlicher Airdale-Terrier ins gelbe Staudenbeet und fing schon mal mit dem Staudenrückschnitt, oder besser Rückbiss, an. Doch selbst wenn das ganze Rudel anpackt, gibt es noch viel zu tun.







Eine prächtige Bitterorange (Poncirus trifoliata) sieht auch ohne Laub grün aus und sticht aus dem Beet hervor:



Den Eingang zum Hundegarten bewachen zwei steinerne Hunde, zu ihren Füßen wachsen Schneeglöckchen. Ob die von den echten Hunden manchmal gedüngt werden, weil es so eine markante Stelle ist? Oder kennen sich die Rudelmitglieder so gut, dass die Rangfolge nicht durch das Markieren von lebensgroßen Hundestatuen festgelegt werden muss?



Den Schneeglöckchen ging es auch prächtig und der Baron wies darauf hin, dass es eine seltene Sorte sei. Und tatsächlich sieht man den weißen Blüten von außen kaum an, dass sie nichts drunter haben. Auf dem Rückweg musste ich ihnen einfach unters Röckchen schauen und stellte verblüfft fest, dass die inneren Perianthblätter, die ja sonst bei Schneeglöckchen eine mit grünen Tupfen markierte Röhre bilden, völlig fehlen. Ganz oben sah man gelbe Staubgefäße, sonst nichts. Leider weiß ich die Sorte nicht, es wird eine sogenannte poculiforme sein, bei der die inneren Blütenblätter wie äußere aussehen. Vielleicht Galanthus elwesii ‘ White Perfection‘?

Die Orangerie:

Weiter ging es durch das rote Mondtor in den asiatischen Garten, in dem viele Rhododendren, Lenzrosen und  seltene Gehölze wachsen. Er ist wirklich nah am Wasser gebaut. Da muss man aufpassen, dass der Biber nicht das ein oder andere Gehölz noch seltener werden lässt.





Für den großen Rundgang durch den hinteren, wiesenartigen Teil des Parks war dann keine Zeit mehr:



...die Preisverleihung musste ja pünktlich beginnen...