Posts mit dem Label Findelkinder werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Findelkinder werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 21. Juni 2025

Von Bayern nach Bielefeld

Er ist eine Pflanze mit einer richtig guten Work-Life-Balance, denn er macht schon mittags Feierabend: Der Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis). Nach einem Morgen harter Arbeit bei der Nektarproduktion schließt er mittags die Blüten und ist fertig für den Tag. Als zweijährige Pflanze ist er außerdem im Herbst spätestens fertig mit seiner gesamten Lebensplanung.

Für ein Exemplar schien aber so richtig endgültig Feierabend zu sein, denn er lag ausgerissen am Weg herum und trocknete vor sich hin.



Das war in der Rhön in Unter-Franken, wo ich zufällig an einem gemähten Randstreifen zwischen einem Garten und der Straße vorbeikam. Der arme Bocksbart war aber nicht nur gemäht, er war gleich mit Stumpf und Stiel ausgerissen worden. Sowas geht doch nicht! Gut, dass das Rettungskommando vor Ort war und ihn mitgenommen hat!

Wieder zurück am Camper bekam er erst einmal ein Wasserbad spendiert, um sich von der Nahtoderfahrung zu erholen. Ich habe ihn in eine Tasse mit äußerst motivierendem Spruch gestellt, damit es ihm rasch besser geht: 


Nun, zuhause angekommen sah das Grün oben rum nicht gerade besser aus, aber wozu hat der Bocksbart eine Speicherwurzel? Ein paar Wochen später und im Kübel ansässig, sieht man jetzt tatsächlich aus der Basis neue Blätter entspringen! Da hat der Gute aber noch mal Glück gehabt.


Merke: Kein Fall ist zu hoffnungslos und es lohnt sich immer, eine Pflanze mitzuschleppen aus dem Urlaub, auch wenn es noch so unbequem ist.

Ob er dieses Jahr noch mal blühen wird? Dann hätte ich immerhin Samen, die wie Löwenzahn mit einem Fallschirm ausgestattet sind, aber in XXL. In die Rhön zurück wird er aber wohl damit nicht fliegen können... 


Samstag, 7. Juni 2025

Iris im Urlaub

Nein, keine Sorge, das wird jetzt hier kein Roman mit einer Dame namens Iris, die sich im Urlaub unsterblich in einen Gärtner verliebt, der selbstredend Head-Gardener in einem berühmten englischen Garten ist. Wobei ich tatsächlich sagen muss, dass ich mich wirklich im Urlaub unsterblich in Bart-Iris verliebt habe - die sich auch wie ein bärtiger Head-Gardener aufführen kann und Beete mit Freude selbst gestaltet. Dabei durchbohrt sie sonnige Rabatten mit ihren pfeilspitzen Blättern und sieht dann auch nach der Blütezeit adrett aus, wie es einer Dame geziemt.

Botanischer Garten Jena


Botanischer Garten Jena

Vor allem im sandigen Brandenburg scheinen die Iris-Stauden aufzublühen und trotzen der Trockenheit. Die hier habe ich zwischen einem Garten und hohen Bäumen am Weg fotografiert. Diese dunkle, die einfach grandios aussieht, habe ich dort in mehreren Gärten gesehen, sie scheint sich gut zu vermehren und wird vielleicht von Hand zu Hand weitergereicht:

Was Bart-Iris nicht mögen, ist Staunässe, dann faulen die Wurzeln. Deswegen soll man auf zu schweren Böden Sand ins Pflanzloch geben. Andere schwören auf Katzenstreu als Beigabe - das könnte bei zu großzügigen Gaben zu Düngegaben durch Katzen führen...

Im Brandenburger Boden kann man sich solchen Firlefanz meistens sparen, der Boden ist in der Regel gut drainiert. Und das ist er auch im Bielefelder Beet bei uns in der Siedlung unter den schon 25 Jahre alten Kugel-Ahorn-Bäumen. Noch dazu ist es dort eher mager. In das Beet habe ich vor ein paar Jahren Findelpflanzen hingepflanzt - nämlich am Bahndamm weggeworfene Iris, die dort trotz des vielen Schattens gut wächst - wegen Staunässe muss sie sich dort jedenfalls keine grauen Barthaare wachsen lassen.

Im Moment blühen sie - aber nicht alle, ausgerechnet die auf den sonnigsten Plätzen zeigen nur Blätter, wenn auch viele, während die in der zweiten Reihe ganz hübsch aussehen.

Das müsste die Holunder-Iris (Iris sambucina) sein. Keine seltene, teure Sammlersorte (im Gegenteil, noch dazu vom Bahndamm Südseite), aber trotzdem sehr schön, oder?


Im Mai in Brandenburg kam ich dann an einer wilden Müllkippe vorbei, wo haufenweise weggeworfene Bart-Iris-Blätter aus dem mit Rasenschnitt dekorierten Haufen ragten. Ich zog zaghaft an einigen, doch viele waren mit ihren Rhizomen zu tief vergraben und rührten sich nicht. Bei anderen hatte ich aber mehr Glück und konnte eine Handvoll Pflanzen mitnehmen. Nun hatte ich sie zwar noch 1,5 Wochen im Urlaub an der Backe, aber das war's wert. Ist ja auch ein prima Reiseandenken, noch dazu kostenlos. Ich hatte sie in einer flachen Schale gelagert, die ich mit Wasser gefüllt habe, was bei der Fahrt zum nächsten Camping-Ziel natürlich wieder ausgeschüttet werden musste. Bei jedem Umzug habe ich blinde Passagiere in Form von Laufkäfern oder Sand-Ohrenkneifern vorher ausquartiert. So ist die Iris dann noch nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gereist, hat jetzt also mit Nordrhein-Westfalen ihr viertes Bundesland gesehen. Hoffentlich ist sie nicht von der Reisekrankheit befallen..

Jetzt hoffe ich, dass sie gut anwachsen und bald blühen werden, damit ich weiß, was ich da eingesammelt habe. Vielleicht eine andere Art oder Sorte? Das wäre fantastisch!

Samstag, 10. Juni 2023

Goldlack auf Reisen

Neulich bin ich über die grüne Grenze ins Nicht-EU-Ausland gelaufen. Am Bodensee ist das recht einfach, man kann komfortabel jede Menge Ausland erreichen. Es gab schöne Blumenwiesen, einen kleinen Nutztierzoo und einen Aussichtsturm. Es gab aber auch einen Park, bei dem gerade der Wechselflor gewechselt wurde. Wechselflor, das sind diese armen Gewächse, die ihren Lebenszyklus nicht abschließen dürfen, weil sie in den Müll kommen, sobald auch nur die erste Blüte welkt. Stiefmütterchen sind die Klassiker im Wechselflorbeet, wo sie auch entsprechend stiefmütterlich behandelt werden. In diesem Fall handelte es sich aber um blaue Vergissmeinnicht und orangefarbenen Schöterich. Es könnte die Sorte 'Orange Glow' sein.



Und der war schon in großen Teilen herausgezogen und in Eimern gesammelt worden, wo alle Pflanzen vor sich hin trockneten. Schöterich kann aber mehrjährig sein, und wenn nicht, besteht die Chance, dass er sich aussamt. Ein Gärtner war gerade nicht zu sehen. Ich konnte nicht widerstehen und habe einen Schöterich mitgenommen. Eine Spur von orangefarbenen Blütenblättern hinterlassend bin ich noch eine Runde durch die Blumenwiesen gegangen, damit der Schöterich auch mal sieht, wie gut Pflanzen es haben können, und dann wieder zurück nach Deutschland.



Interpol hat bisher vergeblich versucht, den goldenen Schöterich wiederzufinden, trotz der Blütenblattspur.

Die Pflanze ist dann mit nach Mittelfranken gekommen, wo sie feierlich an ihren neuen Besitzer übergeben wurde, der ihr hoffentlich ein artgerechtes sonniges Leben bieten kann. In meinem Garten wäre es zu schattig und bis nach Hause wäre vermutlich kein einziges Blütenblatt mehr dran gewesen.

Also: Stauden statt Wechselflor, finden auch die Bodenlebewesen!


Samstag, 13. Mai 2023

Das Tulpenrätsel

Neulich sind wieder Keimlinge aufgetaucht, beu denen ich mich nicht erinnern konnte, sie gesät zu haben. Also, sie waren ein einem Topf, ansonsten könnte es ja auch einfach Unkraut sein, aber dabei ging ich von Absicht aus. Nur welcher? Was für Sämlinge waren das? Und was hatte ich mir dabei gedacht?

Fragen über Fragen. Und dann blühte plötzlich auch noch eine orangefarbene, elfengleiche, gertenschlanke Tulpe, bei der ich auch von nichts wusste. Wo kam sie her? Welchen Namen trug sie? Ich kann mich da ja auch nicht einfach zurücklehnen und denken: Eine Tulpe ist eine Tulpe ist eine Tulpe. Der Artname sollte es schon sein, und warum nicht auch noch der Sortenname, wo wir gerade dabei sein?




Also suchte ich nach Bildern von ähnlichen orangefarbenen Tulpen. Tulipa orphanidae 'Whittallii' könnte es sein. Um die Verwirrung perfekt zu machen, gibt es aber auch Tulipa whittallii, die Feuertulpe. Die beiden Namen könnten auch noch dieselbe Art meinen, je nachdem, wo man schaut.

Im Botanischen Garten haben wir ganz viele dieser Feuertulpen im Steingarten, aber sie wirken korpulenter und nicht so zart wie meine, die sich anscheinend an den benachbarten Weinbergtulpen orientiert hat. Kulturelle Aneignung auch bei Tulpen? Das schlanke Laub passt aber zu meinem Kandidaten.

 



An wem sie sich jedenfalls nicht orientiert, ist der fette 'Black Hero', den ich anno domini 2020 aus dem Botanischen Garten geholt habe, als das große Tulpenbeet gerodet wurde und (fast) alle Tulpen entsorgt werden mussten. Und der Held hat seitdem nie mehr geblüht- aber dieses Jahr. Zumindest eine Blüte gibt es, sehr heldenhaft, ich bin begeistert! Sie ist umzingelt von Tulipa bakeri 'Lilac Wonder', die dieses Jahr so schön blüht wie zu ihren glorreichen Anfangszeiten.

Wer mir also den Namen der Tulpe nennen kann, immer her damit!

Woher sie kommt, ist immer noch unklar. Sollte ich sie etwa mit den weggeworfenen Zwiebeln von der wilden Waldmülkippe mit nach Hause genommen haben? Da sind auch einige andere rätselhafte Dinge beigewesen, darunter einige vermehrungsfreudige Ungeheuer mit Brutzwiebeln wie Klunker (Doldiger Milchstern?):



Rätsel über Rätsel...

Samstag, 9. Juli 2022

Der blühende Kauknochen

Manchmal kommt man ganz unerwartet an neue Pflanzen. Es war irgendwann im April, als ich mit dem Fahrrad in die Stadt fuhr und auf dem Gehweg einen Lauch liegen sah, den gerade ein Jack-Russell-Terrier im Maul hatte. So ein bläulich-grünes Gewächs fällt auf grauem Asphalt natürlich sehr auf und die längliche Form weckt bei jedem Hund, der etwas auf sich hält, gleich den Spieltrieb - ob sich so ein Lauch auch werfen lässt, fragte sich das Tier sicher? Frauchen jedenfalls wollte nicht mit Essen spielen und zog ihren Terrier weiter, der nur missmutig vom Lauch abließ. Das war meine Chance! Schnell hin und den Lauch in den Fahrradkorb geworfen!


Zuhause dann die Frage: Essen oder einpflanzen? Aufgrund der Hundeschnauze, die vorher an dem Lauch war, habe ich mich für das Einpflanzen entschieden. Ist doch auch ein stattliches Exemplar, Wurzeln waren auch dran, also habe ich auf Blüten gehofft. Und Zwiebelgewächse funktionieren in meinem schattigen, staudigen Garten nur, wenn sie über die anderen Pflanzen hinweg schauen können. Das konnte der Lauch definitiv.

Die Form sah natürlich zunächst einmal ziemlich behämmert aus - oben schön gerade geschnitten, damit das Gemüse in eine Kiste passt. So wirkte es eine Weile lang, als ob ich das Flair eines Supermarktes im Garten nachbilden wollte. Aber dann verwuchs sich der Schnitt auch bald und die Pflanze sah wie eine Pflanze aus.




 

Der Lauch streckte sich, die Schnecken knabberten ihn zwar ein wenig an, schädigten ihn aber nicht groß, sondern ließen sich eher zum Übernachten zwischen seinen Blättern nieder, und das nicht zu knapp.

Schließlich bildete sich tatsächlich eine Knospe! Diese drehte sich anfangs in alle möglichen Richtungen, als wollte sie auf etwas zeigen. Das tat sie dann auch. Hier weist sie auf die Knotige Braunwurz hin:


Jetzt im Juli warf der Lauch dann seine lustige Zipfelmütze ab und öffnete seine stattliche Blüte - man sollte viel öfter Gemüse blühen lassen! Gleich fand sich auch die Lauch-Maskenbiene ein und Furchenbienen.



 


Und so hat der lustige Lauch gleich mehrere Tiere erfreut, angefangen bei einem kleinen Jack-Russell-Terrier, der doch nur spielen wollte.


Samstag, 12. Februar 2022

Der Schneeglöckchen-Tick

Ist das noch Helfersyndrom oder schon Gier, wenn man ständig irgendwo Schneeglöckchen aufsammelt, die mit der Zwiebel nach oben herum liegen, obwohl der ganze Vorgarten voll ist?

Ich kann einfach nicht widerstehen, wenn ich diese Unglücksraben sehe. Außerdem denke ich mir, dass es nicht schaden kann, den Genpool der Glöckchen im Garten mal ein bisschen aufzufrischen mit Zwiebeln von außerhalb. Schließlich bekommt man doch immer die Kandidaten, die sich über Brutzwiebeln immer breiter machen, also eigentlich alles Klone sind. Da kann ein bisschen frisches Schneeglöckchenblut aus der ganzen Republik doch nicht schaden, oder?


Diese hier (Inhalt: mehr als 94% Galanthus nivalis) habe ich diese Woche auf dem Campingplatz aufgelesen und irgendeine Transportverpackung genommen. Es wird gerade eine Dauercamper-Parzelle in einen einzelnen Wohnmobilstellplatz umgewandelt. Die Schneeglöckchen, die einst zur Randbepflanzung gehörten, liegen jetzt genau in der Einfahrt. Das werden sie auf Dauer bestimmt nicht aushalten, wenn so ein Gewicht auf ihren Schultern, äh, Zwiebeln lastet. Zwei jedenfalls waren freigelegt, die habe ich eingesteckt. Wirklich nur zwei.

Und so kann ich meiner Population propper Zwiebeln noch Nordlichter aus Cuxhaven einpflanzen, sie ergänzen die schon vorhandenen Weltenbummler aus Hannover, Paderborn und Gütersloh. Das sind jetzt eindeutig die am weitesten gereisten. 

Diese Sorte, das gefüllte 'Flore Pleno', hatte es nicht so weit, die habe ich mal im Wald aufgelesen und eine einzige Zwiebel mitgenommen, weil ich dachte, eine Sorte gehört nicht in die Wildnis. In meinem Garten fühlt es sich so wohl mittlerweile, dass es das früheste und vermehrungsfreudigste ist. Es hat von ganz allein oder mit Hilfe von Mäusen schon eine weite Wanderung von etwa 20 cm hingelegt, Respekt!

 


 

Hoffentlich werden sich meine Neuankömmlinge auch so gut vermehren, auch  ohne Seeluft, aber bei mir kommen sie wenigstens nicht unter die Räder!

Samstag, 19. Juni 2021

Ist das Kunst oder kann das blühen?

Rosen sind elegant und riechen angenehm. Zierlauch strebt die perfekte Kugelform an. Farne versuchen sich in geradezu angeberischer Symmetrie. Doch zwei andere Pflanzen möchte ich heute vorstellen, die schon ohne Blüte das Blatt zur Kunstform erheben.

Im Falle der Wilden Karde ist "erheben" auch durchaus wörtlich zu nehmen. Anfangs, also letzten Sommer, noch eine bodenständige, wenn auch borstige Rosette, überragt sie mich jetzt und bietet Unterhaltung auf jeder Ebene.

 




Da wären zunächst die stängelumfassenden Blätter, die perfekte Schalen bilden, wie eine grüne Blumenvase. Regenwasser bleibt hier stehen und wenn man dieses Minigewässer mikroskopiert, findet man Wimpertierchen darin, die dort vor sich hin dümpeln. Allerhand fällt hinein, von Apfelbaumlaub bis hin zu Blütenblättern. Manchmal ertrinkt ein Insekt daran, so tief sind die Pfützen. Ameisen werden so aber wirkungsvoll am Aufstieg gehindert, ob über die Nordwand oder anders herum.



 

Es wurde lange angenommen, dass die Karde sich über in die Wasserpfützen gefallene Insekten sogar mit zusätzlichem Stickstoff versorgen kann, aber erst kürzlich experimentell bestätigt: In diesem Versuch führte eine künstliche Impfung der Wasserreservoirs mit toten Insekten tatsächlich zu einem höheren Samenanstatz als in der darbenden Karden-Kontrollgruppe - die Karde als Karnivore!

Fliegende Blattläuse können zwar nicht über Wasser gehen, aber finden im Fluge trotzdem ein Plätzchen an der Pflanze. Aus den Pfützen erheben sich Nebentriebe, die später genauso wie die Spitze Blüten tragen werden. Wäre ja schade, wenn so eine majestätische Pflanze nur eine Blüte hätte.

Die Blätter sind unterseits bewaffnet wie ein Haifisch, der Stängel lädt auch nicht gerade zum Knuddeln ein.


Das Bemerkenswerte an dieser Pflanze ist ihr Überlebenswille. Ich habe sie bei einem Spaziergang gejätet herum liegen sehen und mitgenommen. Genau so sah sie anfangs auch aus: Mitgenommen eben. Doch sie erholte sich und breitete sich aus, obwohl der Frauenmantelnachbar ganz schön drängelte. Die Traubenhyazinthen mussten im Herbst durch ihre Blätter hindurchwachsen und Fakir spielen.

 


Ende Mai war sie schon größer, konnte sich aber immer noch hinter den Akeleien verstecken - und dann ging die Post ab!


Lange dauert es nicht mehr und diese Stiel-Ikone wird aufblühen, zur Freude der Hummeln und später der Stieglitze, die die Samen fressen.


Eine andere Staude, die ganz ungeniert das Blühen verweigern ganz, ohne dass ich ihr böse bin, ist die Etagenzwiebel (Allium cepa var. viviparum, syn. Allium x proliferum). Dieser Spargeltarzan kommt einfach mit allem davon. Statt Blüten entwickeln sich oben Brutzwiebeln, die auch sofort wieder Blätter treiben können. Später fällt der ganze Stängel um und die Zwiebclchen können anwurzeln. So bewegt sich die Zwiebel wie eine dicke grüne Spannerraupe durch den Garten, weshalb sie auf Englisch Egyption Walking Onion genannt wird.






 

Die Zwiebelchen und das Laub kann man essen, wenn man es über sích bringt, sie zu ernten, denn die Verrenkungen dieser Pflanze sind sehr unterhaltsam. Manchmal bilden sich an der Brutzwiebel an Ort und Stelle gleich neue Brutzwiebeln, wenn sie ein langes Blatt getrieben hat und es mit der Vermehrung sehr ernst meint. So ist der Name Etagenzwiebel wirklich gerechtfertigt.