Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung? Gibt es wohl, vor allem wenn das Wetter zwischen schlecht und sehr schlecht schwankt. Hamburg jedenfalls war am Samstag Morgen eifrig bemüht, eine ausgewogene Mischung aus beiden Regensorten zu präsentieren. Außerdem ist meine Kamera nicht mit einem Regenmantel ausgestattet und ich hatte auch dummerweise keinen Lakaien dabei, der einen Schirm über mich und die etwas mimosige Fotoausrüstung gehalten hätte. Mal abgesehen von den technischen Aspekten sind die Motive draußen ohne das sagenhafte Septembersonnenlicht aber auch eher auf der unfotogenen Seite.
Planten un Blomen, der große Park in der Hamburger Innenstadt, war im triefenden Dauerregen also nichts für die Fotosafari, obwohl ich das Areal immerhin nur mit Rotkehlchen, Lachmöwen und Kaninchen teilen musste.
Ich habe mich trotzdem schnell zwischen den beiden Alternativen Shopping oder Pflanzengucken entschieden, denn immerhin hat Planten un Blomen ein großes Schaugewächshaus, wo von den Tropen bis zur Kakteenwüste alles vertreten ist. Hier war es deutlich weniger nass und meine Kamera hatte Auslauf. Der Eintritt ist übrigens frei, auch im Gewächshaus.
Am Ende war ich dem Regen gar nicht mehr so böse, denn soviel Zeit für die Kakteen habe ich in diesem Gewächshaus noch nie aufgewendet, weil sonst draußen Sonne und Blumen eine allzu starke Konkurrenz waren. Außerdem war mein Mann zu dem Zeitpunkt noch beruflich in Hamburg unterwegs, daher war ich allein unter Kakteen und anderen bizarren Auswüchsen der Überseeflora.
Bei schlechtem Wetter und Licht konzentriert man sich eher auf Strukturen als auf Farben, obwohl einige Stachelmonster sogar ausgesprochen farbenfroh daherkamen, wie diese Pappnasen hier:
Kakteen im Familienkreis:
Das Ende ist nah: Winzige Mammillaria-Exemplare überrollt von einer Stachelwalze:
Vandalismus am lebenden Objekt:
Die Agave, die hat Zähne: Eine graue Eminenz mit geschminkten Stacheln - nämlich Agave parrasana:
Bei schlechtem Wetter und Licht konzentriert man sich eher auf Strukturen als auf Farben, obwohl einige Stachelmonster sogar ausgesprochen farbenfroh daherkamen, wie diese Pappnasen hier:
Kakteen im Familienkreis:
Das Ende ist nah: Winzige Mammillaria-Exemplare überrollt von einer Stachelwalze:
Vandalismus am lebenden Objekt:
Rotschöpfe und Punks:
Eine Aasblume (Stapelia schinzii), die den Namen zurecht trägt, wie ich mich an dieser schönen Blüte überzeugen konnte, die ganz gut vor sich hin müffelte:
Hier eine todschicke Haworthia:
Das Highlight war aber diese äußerst fruchtbare Pflanze aus der großen Familie der Brutblätter, eine Kalanchoe laetivirens:
Hier sieht man ganz deutlich, dass die Kinder auch schon Kinder kriegen - sowas von frühreif, die Gute... Und da das Exemplar so überaus spendabel war und etliche Waisen schon auf den Boden geworfen hatte, habe ich nicht widerstehen können und ein paar Babies aufgesammelt:
Die Kleinen habe ich in eine mitgebrachte Dose geworfen und anschließend zwei Euro in die Spendenbox. Das ist doch ein fairer Tausch. Was soll das Gewächshaus auch mit dem ganzen Babyboom? Meine Fensterbank freut sich über so ein Urlaubsmitbringsel.
Es gibt also sehr wohl schlechtes Wetter, aber zum Glück auch Pflanzen, die man sich im Trockenen anschauen kann, Planten un Blomen sei Dank!













