Heute mal ein paar Bilder aus der guten Stube. Doch halt, gut? Denn auch bei Zimmerpflanzen gilt: Aus den Augen, aus dem Sinn. Stellt man seine Lieblinge zu weit ab unter, vergisst man das Gießen nur zu leicht. Selbst im Schlafzimmer ist es schon nicht selbstverständlich, die Dürstenden hinter dem semi-transparenten Vorhang rechtzeitig wahrzunehmen, vor allem, wenn man im Winter eher im Dunklen durschhuscht.
Seit ich im Home-Office bin, habe ich aber das Arbeitszimmer noch mehr als blühendes Büro entdeckt. Hier schaue ich wachsame acht Stunden lang und mehr auf die Zimmerpflanzen, da kann nicht so viel schiefgehen. Das funktiponiert so gut, dass einige glückliche Gewächse eher umgetopft werden als früher, mit dem Ergebnis, dass ich des Öfteren nicht allein im Home-Office tätig bin, sondern mir den Platz mit zig Trauermücken teilen muss. Die sind gar nicht mal so fleißige Mitarbeiter, sondern sitzen morgens gern auf dem Monitor herum und tun so, als ob sie laufende Kommata wären. Ganz schön nervig.
Davon abgesehen erfreut mich die Zimmerpflanzen-Armada aber immens. Ich habe sogar ein lange dumm und ungenutzt herumstehendes Blumenregal wiederentdeckt und meine Lieblinge darauf arrangiert.
Alle diese Pflanzen hier habe ich selbst aus Ablegern gezogen, als da wären: Ein Binsenkaktus (Rhipsalis), den ich als dürres Ästchen vor zwei Jahren auf der IPM vom Boden aufgelesen habe. Er bildet mittlerweile einen grünen, stachellosen Schleier. Seinen verschnörkelten Übertopf habe ich auf dem Friedhof gefunden.
Darunter ein Philodendron scandens 'Brazil', dessen Triebe im Wasser leicht Wurzeln schlagen. Da er nach unten rankt, hat man immer genug Material zur Vermehrung.
In dem Minigewächshaus wächst ein Roter Glücksklee (Oxalis triangularis). Er bildet immer neue Knollen und lässt sich so jederzeit ausgraben und teilen. Die Farbe und windmühlenartige Form der Blätter ist ebenso spektakulär wie sein Schlafverhalten: Wenn es dunkel wird, legt er seine Blätter feinsäuberlich zusammen und schläft.
Daneben wohnt ein Korallenkaktus, der eine ganz besondere Odyssee hinter sich hat. Er kam als Einladung zu einem Bloggertreffen in einem Schlüsselanhänger aus Plexiglas. Ich habe erst gedacht, es wäre ein Kunststoffgewächs. Es war grün und winzig klein, nur eine Triebspitze in ein bisschen Substrat gesetzt. Also schnell den Anhänger aufgehebelt und den Insassen, der aussah wie in einer Raumkapsel, befreit und eingepflanzt.
Hier habe ich ihn mal zum Vergleich eine Etage höher zum anderen Kaktus gestellt:
Und nun ist er schon so groß und blüht sogar!
Die Metallgießkanne muss schon 30 Jahre alt sein.
Alle diese Zimmerpflanzen eignen sich übrigens ganz hervorragend als Weihnachtsgeschenk für Leute mit dem grünen Daumen (im Falle von Oxalis triangularis geht auch der rote Daumen). Schnell vermehrt, eingetopft und schön verpackt sind sie ein umweltfreundliches Geschenk ohne Pestizide, Plastik und Torf. Am allerschnellsten lässt sich der Glücksklee vermehren, aber auch die sich schon an der Mutterpflanze von selbst bewurzelnden Triebe vom Rhipsalis sind schnell Last Minute getopft.
Über welche Pflanze würde ihr euch zu Weihnachten am meisten freuen?





















