Bielefeld ist letztes Jahr 800 Jahre alt geworden. Glückwunsch nachträglich auch noch mal von meiner Seite. Zum Geburtstag hat die Stadt sehr auf Transparenz gesetzt. Leider an Stellen, wo ich das gar nicht mal so nötig fand - in den Stadtparks. Die Aufräumarbeiten im Februar sind mir ja sowieso schon immer ein Dorn im Auge, weil auch jahrzehntealte Kornelkirschen gern bis auf zehn Zentimeter über dem Erdboden eingeebnet werden. Doch selbst das leidige Auf-den-Stock-Setzen hat im Jubiläumsjahr nicht gereicht, es musste schließlich alles ordentlich aussehen für die Geburtstagsgäste. Also wurden ganze Gebüschgruppen lieber gleich durch Rasen ersetzt, dann ist auch ein für alle Mal Ruhe mit Strauchschnitt, so! Mit Vogelgesang zwar auch, aber sei's drum.
Immerhin hat's als kleine Entschädigung Blühstreifen an vielbefahrenen Straßen gegeben.
Immerhin hat's als kleine Entschädigung Blühstreifen an vielbefahrenen Straßen gegeben.
Auch im Null-Euro-Beet außerhalb meines Gartens hat sich im Winter viel getan. Ein neuer Zaun wurde gezogen vom Bauherrn nebenan. Der alte, in Teilen mit Efeu bewachsene wurde mit Stumpf und Stiel und Efeu entfernt. Bei soviel Transparenz muss nun auch die Nordseite des Gemeinschaftsgeländes wieder undurchsichtig werden. Immerhin wurde beim Zaun-Ziehen der Rasen gründlich zerstört, was mir in diesem Fall mehr als recht ist, denn nun muss ich ihn nicht wieder selbst abstechen.
Ein neues Beet wartet jetzt auf Begrünung und die Massaker der Stadtgärtner am Parkinventar können sich ausnahmsweise einmal nützlich machen. Ein wildes Sammelsurium an Zweigen habe ich kurzerhand von den Asthaufen eingesammelt, auf dem Fahrradgepäckträger versucht beeinander zu halten und zuhause in die Vase gestellt.
Leider ist winterliches Astwerk stets sehr bemüht, seine Anonymität zu wahren, wenn man sich nicht im Lesen von Knospen und Rinde versteht. Ohne Blüten, Blätter und Früchte, den ganzen bunten Tand also, sind viele Gehölze nur an ihren harten Fakten mit Vornamen anzusprechen. Nicht alle sind so freigiebig mit Informationen wie die Hartriegel mit ihrer roten Farbe oder der Liguster mit seinem oft noch anhaftenden Laub.
Daher habe ich Literatur
zu Rate gezogen und die Geheimniskrämer ungeduldig, aber gemütlich, auf dem Sofa bestimmt. Manchmal bin ich im Bestimmungsschlüssel falsch abgebogen und habe dann ein wenig gemogelt, in dem ich allzu seltene, exotische Sträucher einfach ignorierte.
So zeigte sich, dass neben den schon erwähnten einfach zu erratenden Arten auch Schneebeere und Rote Heckenkirsche in die Hände gefallen sind. Mit im warmen Zimmer ausgetriebenem Laub und sogar Blütenknospen erhärtet sich der Anfangsverdacht weiter.
So zeigte sich, dass neben den schon erwähnten einfach zu erratenden Arten auch Schneebeere und Rote Heckenkirsche in die Hände gefallen sind. Mit im warmen Zimmer ausgetriebenem Laub und sogar Blütenknospen erhärtet sich der Anfangsverdacht weiter.
Die Inkognito-Fraktion hält sich bisher leider mit Wurzeln sehr zurück, dabei würde ich wahnsinnig gerne so eine Heckenkirsche vermehren. Der Liguster dagegen will schon wieder der erste sein und wurzelt wie verrückt, obwohl er als letzter in der Vase war, da er von meinem zweiten Raubzug stammt.
Damit hat sich der Liguster auf jeden Fall einen Stammplatz im neuen Beet erkämpft, was die Vögel sicher freuen wird. Auch der Sibirische Hartriegel möchte mitmachen und treibt oben wie unten aus.
Wäre doch gelacht, wenn wir nicht ein bisschen von der Transparenz verlieren könnten, die in vielen Lebenslagen gefragt ist - nur nicht immer unbedingt im Garten.
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Bei der Verlosung von "Ein Garten ist niemals fertig" hat gewonnen:









