Wenn in einem botanischen Garten Kübel stehen, ist das eigentlich immer sehr schön und man möchte sie am liebsten nachpflanzen.
So war es auch jetzt im Oktober und vor einigen Jahren im Hortus Botanicus Leiden, als im Kübel der entzückende Orient-Knöterich (Persicaria orientalis) mit dem englischen Namen 'Kiss me over the garden gate' blühte. Wer kann da schon widerstehen?
Dieses Jahr hatten sie eine andere Art Kübel ausgestellt, die garantiert niemand nachpflanzen wird - wetten? Glaubt ihr nicht? Dann seht selbst!
Diese Pflanztöpfe wären also begehbar, doch dafür sind sie nicht da. Sie sollen zeigen, was sich alles von selbst in Pflasterfugen ansiedelt. Auf Augenhöhe zur Abwechslung und ohne mit Füßen getreten zu werden - eine ganz neue Erfahrung für die Fugenflora, die sonst einiges aushalten muss und immer einen drauf kriegt. Hier steht sie plötzlich im Mittelpunkt und kann auf niedere Gewächse herabsehen.
Wie man sieht, dauert das Experiment schon einige Jahre an. Der Sommerflieder ist schon stattlich groß geworden. Einge Pflanzen wurden mit Kreide auf den Pflastersteinen beschriftet.
Ein gepflasterter Kübel also. Wenn man möchte, kann man noch einen oben draufstellen und schauen, was dann als Subkultur so wächst.
Das ist kein 'Kiss me over the garden gate', das ist eher 'Sticks and stones may break my bones' oder 'The road to hell is paved with good intentions' - denn so fühlen sich sicher die Gärtner, die so einen steinschweren Kübel umstellen müssen.
Und, wer pflanzt die Kübel jetzt nach? 😉











