Freitag, 21. Januar 2011

Halali!

Obacht allerseits! Wer einen Stadtpark oder eine öffentliche Grünfläche persönlich kennt, sollte ab sofort nicht mehr ohne Gartenschere aus dem Haus gehen!

Die Stadtgärtner haben nämlich schon zum Angriff auf Gebüsche, Sträucher und Bäume geblasen.


Und so liegt die Jagdstrecke dann für mehrere Tage bis Wochen zur Anschauung bereit.
Wer zum Freiluft-Mikadospielen keine rechte Lust hat, der kann sich aus der Schnittmenge seine eigene Hecke ziehen.
Materialentnahme stört sicher niemanden, am allerwenigsten die Gärtner, die somit weniger Mühe beim Zusammensammeln und Zerkleinern haben. Vorausgesetzt natürlich, man hinterlässt beim Aussuchen der vermehrungsfreudigsten Äste kein mittleres Chaos.

Je nach botanischer Grundausstattung der Grünfläche ist die Gemengelage mal mehr oder mal weniger artenreich.
Wenn man Pech hat, gibt es nur Haselhaufen weit und breit.


Wer ganz großes Glück hat, der findet einen schön buntgemischten Haufen, und das ist tatsächlich wörtlich zu nehmen, denn was sich am allereinfachsten aus Zweigen vermehren lässt, ist Hartriegel.
Den gibt es in leuchtend rot und grün - Cornus alba und Cornus sanguinea in Sorten.


Solche Astansammlungen kann man kaum übersehen und wird geradezu magisch hingezogen, denn ein bisschen Farbe in dieser Jahreszeit ist ein echter Magnet.

Zuhause dann ab in die nächstgelegene Vase mit der Beute, Wasser drauf und abwarten.

In der wohligen Wärme beginnen die Zweige bald zu sprießen - optimal wäre oben und unten.
Nicht alle Arten eignen sich für diese Art der Vermehrung. Die Kornelkirsche zum Beispiel blühte wunderbar in der Vase, weigerte sich dann aber beharrlich, mit Wurzelmasse rauszurücken.
Zum Glück gibt sie aber noch einen ganz passablen kostenlosen Osterstrauch ab.



Arten, die ich schon erfolgreich aus winterlicher Schnittmasse in der Vase bewurzelt habe, sind:

Das sind sicherlich nicht alle möglichen Vermehrungskandidaten. Einfach mal ausprobieren, was der Park so hergibt.
Im schlimmsten Fall hat man eine zeitlang eine langweilig aussehende Vase mit Zweigödnis herumstehen.

Sollte der Wiederbelebungsversuch von Erfolg gekrönt sein, kann man die selbst vermehrten Sträucher vom Wasser entwöhnen und einpflanzen. Wir wollen ja nicht, dass sie am Ende Schwimmhäute bekommen.

Bald kann man sich dann an seiner selbstgezogenen Hecke erfreuen.

Also, ich wünsche euch guten Jagderfolg und "Gut Holz"!

Kommentare:

  1. Liebe Elke,
    als wir noch unseren Garten hatten, habe ich das auch ein paarmal gemacht. Hat wunderbar funktioniert.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Jutta

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  2. Mensch, auf die Idee bin ich noch nie gekommen! Aber das dauert doch sicher ewig, bis die Zöglinge dann groß sind, oder?
    LG Karoline

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  3. Liebe Elke!
    Auf diese Idee bin ich bis jetzt noch nie gekommen. Nicht schlecht, aber ich denke, dass ist mir dann doch ein wenig zu langwierig :) - bei mir muss es manchmal ein bisschen flotter gehen :)

    lg kathrin

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  4. Wow, eine tolle Idee - schade fast, dass ich keine Sträucher mehr brauche ;)

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  5. Die Idee ist gut, aber mir würde es auch zu lange dauern, bis ein Strauch draus wird. Für die Liste: Forsythie, Zierquitte und Blutjohannisbeere bewurzeln auch ganz leicht. Noch einfacher gehen Haseln, aber die scheinst Du ja nicht zu mögen ;-)
    LG Martina

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  6. Hmmm, warum klaut mir bloss niemand die Arbeit?! Ich könnte ebenfalls immer mal wieder Hartriegel, Feuerdorn, Zierquitte, Schneeball, Haselnuss, Forsythien, Eibe, Esche, Buche, Ahorn als Schnittgut anbieten... so hätte ich etwas weniger zu Häckseln. Vermutlich sehen aber die Spaziergänger was sich daraus entwickeln kann... ein Urwald, der mind. 1x jährlich geschnitten werden muss/darf. Und trotzdem, ich gäbe keinen der Sträucher/Bäume her... naja, mit Ausnahme des vermehrungsfreudigen Hartriegels. Wenn man mir die Freundschaft kündigen will, dann schenke man mir ganz einfach Hartriegel... Ihr werdet mich nie wieder zu Gesicht bekommen :o).
    Liebe Grüsse
    Alex

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  7. Hallo Elke,
    unsere große Korkenzieherweide haben wir auch nach dieser Methode großgezogen. Unsere lieben Nachbarn gaben uns vor Jahren ein paar bewurzelte Zweige ihrer Weide, die wiederum von Zweigen der Weide ihrer Tochter stammte usw. Wir haben hier im Ort also mehrere Weidengenerationen stehen...

    Liebe Grüße von Bärbel

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  8. hallo,
    werde dass mal ausprobieren.....geduld hat mich
    das gärtnern ja gelehrt.
    danke für die tipps!!!!
    einen tollen blog hast du.
    liebe grüße sendet dir regina

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  9. Hallo du...na das ist wirklich ein toller tip...so kommt leben ins haus...danke dafür...ich komme wieder und wünsch dir bis dahin einen tollen abend...von colli

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  10. Hallo Elke.
    Ich hatte auch mal eine Korkenzieherhasel in die Erde gesetzt.Und es wurde ein riesiger Strauch bis er weichen mußte.Hat alles platt gemacht und wächst sehr schnell.
    Schönen Sonntag noch und liebe Grüße Jana

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  11. Liebe Elke, diese Jagderfolge mit dem Hartriegel habe ich oft im eigenen Garten - aber mehr ungewollt als erwünscht.
    Auf die Frage, ob dies eine Hundzahnlilie sei - es ist die Forellenpagode - Erythronium pagoda - sie ist so zauberhaft und zusammen mit dem Epimedium warleyense bildet es ein zauberhaftens Blühen im Frühjahr.
    HG
    Birgit

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  12. Und wenn es dann gelingt, platzt der Gärtner vor Stolz :o)

    GlG Jane

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  13. Wunderschöne Bilder und soooo cool geschrieben :-))))
    Liebe Grüsse vom anderen Ende der Welt
    Christine

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