Samstag, 24. März 2018

Bielefelder Saatgutbörse

Da kann man schon mal böse werden, wenn nach einem so tollen Frühlingswochenende der Winter zurückkehrt, und zwar so schlimm, dass einem die Gesichtszüge einfrieren. Und was sollen die Pflanzen da draußen bloß sagen? Während ich abends im warmen Wohnzimmer sitzen kann, müssen sie sich erbarmungslos tiefkühlen lassen. Da kann man sagen, was man will, die wichtigsten Erfindungen sind nicht Raumfahrt oder Staubsauger, sondern Zentralheizung und Wollmütze. Ich verlange einen sofortigen Importstopp von asiatischer Kaltluft bis mindestens Dezember! So.




Trotz allem, nach dem produktiven Wochenende mit den warmen Temperaturen konnte ich an dem sibirischen Sonntag kaum stillsitzen. An Gartenarbeit war aber nicht im entferntesten zu denken. Das einzige, was ich gemacht habe, war, den Goldlack als Gespenst zu verkleiden, indem ich ihm ein altes Bettlaken übergeworfen habe, damit nicht auch noch die wenigen lebendigen Triebe erfrieren.

Wie gut, wenn man sich wenigstens in Innenräumen mit dem Grün beschäftigen kann. Es gab am 18. März nämlich die 7. Bielefelder Saatgutbörse, und ich hatte kurz vorher davon erfahren. Zu blöd und auch ein bisschen peinlich, dass ich das damit also schon sechs Mal verpasst hatte. Naja, beim verflixten siebten Termin hat es ja nun doch geklappt.

Und es gab viel zu sehen. Unkraut in Töpfen zum Beispiel, um zu zeigen, dass sie auch schön sind und einen Platz im Garten verdient haben. Das war der Stand von Jutta Langheineken, Bielefelder Gartenbuchautorin. Sie war leider gerade nicht da.



Man konnte mitgebrachte Samen gegen andere tauschen. Leider wurde von diesem Angebot wenig Gebraucht gemacht. Kaufen ging da schon besser. Viel Gemüse war dabei, wie diese interessanten Tomatensorten:


Dieses Gemüse hier ist dagegen schon verzehrfertig, aber trotzdem hat es keiner lieb. Es wurde von den Supermärkten weggeworfen, weil kein Platz mehr im Regal war, eine von 6 Zitronen schimmelte oder der Salat ein bisschen an Spannkraft verloren hatte. Die Aktion Foodsharing hat die armen Dinger eingesammelt und man durfte sich kostenlos was mitnehmen, um die Verschwendung von Lebensmitteln zu bekämpfen. Ich habe eine dicke lila Möhre gerettet.



Wie ein richtig schlechtes Bienenhotel aussieht, konnte man sich an einem anderen Stand anschauen. Bei diesem Modell links im Bild ist so ziemlich alles verkehrt gemacht worden (splittrige Bohrungen, nutzlose Rindenstücke und Kammern, zu große Löcher). Wie man es richtig macht, konnte man auch lernen. Es wurden hohle Stängel in Konservendosen gesteckt. Leider konnte keiner sagen, was das für fantastische Äste mit Hohlraum waren. Es wurde Himbeere vermutet, meine ist allerdings nicht hohl.


Auch Schmetterlinge waren ein Thema, sogar die Weißlinge haben ein ganzes Poster spendiert bekommen. Dort wird die Anwesenheit des Karst-Weißlings in Bielefeld bestätigt, ich habe ihn auch schon hier gesehen.



Eine Baumschule zeigte insektenfreundliche Pflanzen:


Nach dem Besuch der Börse war ich ein bisschen weniger depriminiert wegen des eiskalten Ostwinds. Trotzdem habe ich ihn weiterhin zur Hölle gewünscht. Hat ja dann auch irgendwann geklappt.

Kommentare:

  1. hallo elke,
    deinem aufruf zum importverbot für asiatische kaltluft schliesse ich mich sofort an, vielleicht sollten wir eine petition mit unterschriften an petrus schicken.
    ich tröste mich im moment mit 'innenarbeiten', d.h. dem pikieren von tomaten.

    gruss hanna

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  2. hello Elke ! fein solche "Saatgutbörse" da sieht man endlich dass man auch aktiv sein kann mit ideen die man hat und austausch ist immer gut * der kalte wind hat was gutes denn kälte ist wichtig für viele pflanze die im winter ruhe brauchen und wir auch vor der lange warme jahreszeit * habe hier ein insektehotel gesehen in einem dickem stamm * werde mal ein foto machen * im garten wollte etwas arbeiten aber überall waren kleine insekte usw... versteckt und werde auch die wärme abwarten !
    liebe grüsse

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  3. schöne Impressionen, gemeiner Holunder hat hohle Äste, früher wurden daraus auch Pfeifen gemacht. Wir nahmen sie als Spitzen für unsere Pfeile,als man sein Spielzeug noch selbst schnitzte so waren sie an der Spitze sicher und auch schwer genug .

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  4. So nett geschrieben. Meinen Schneeglöcken erging es genauso. Ich hätte sie am liebsten auch alle ins Haus geholt.
    Ein schönes Wochenende wünscht Elisabeth

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  5. Mein Tulpenstrauss auf dem gedeckten Sitzplatz hält sich jetzt die dritte Woche! Und das nur wegen dem Schnee.... und es soll ja nochmals schneien hier nächste Woche. Ich habe nun auch langsam genug.....
    Diese Bienenhotels gehen mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich muss wirklich herausfinden, wie man ein richtiges selber baut.
    Herzlichst
    yase

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  6. Foodsharing ist eine ganz tolle Sache....in Freiberg gab es mal ein Fahrrad dafür mit Korb vorne und hinten. Und mein Sohn hatte mal gerettete Radieschen beim Wandern mit, die ihm vor der Uni noch jemand geschenkt hatte. Prima, dass Bielefeld auch so eine Saatgutbörse hat. Das Bio-Gemüse ist aber auch prima....;-)) Ich glaube noch dran, dass es besser ist, als konventionelles.
    Danke für das Importverbot.....hat geholfen. Deinem Goldlack geht es prima in Franken.
    LG Sigrun

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    1. Grüße an den Goldlack, jetzt muss er sich hoffentlich nicht mehr warm anziehen!
      VG
      Elke

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  7. Hach ja, der Frühling lässt dieses Jahr besonders lange auf sich warten, wie mir scheint. Auch auf meinem Balkon lässt das Silberblatt die Blätter hängen. Dafür hat sich was im Anzuchttopf bei mir getan. Wenigsten das :D Liebe Grüße, Carla

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  8. Die Pflanzen sind dieses Jahr wirklich sehr gefordert. Ich bin wirklich erstaunt, was sie alles überleben. Eine 20 cm dicke Schneeschicht konnte sie wohl wenig beeindrucken. Meine Anzucht kann sich auch schon sehen lassen! 1 (!!!!) Pflänzchen ist schon aufgegangen und ich bin ja sowas von stolz! Haha...
    Viele Grüße von
    Margit

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  9. Liebe Elke,
    man kann für Insektenhotels prima die Stangen vom japanischen Staudenknöterich nehmen, die sind hohl, und der wächst ja immer und überall.
    Liebe Grüße
    Kerstin

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  10. Deutschlandweit sind wir alle mit dem derzeitigem Stand des Wetters unzufrieden, es nützt aber nichts, da müssen wir durch. Wenn ich mir Fotos und Berichte aus meinem eigenen Garten ansehe, dann stelle ich große Unterschiede fest, da gab es um diese Zeit schon Salatköpfchen unter einem Folientunnel, in diesem Jahr habe ich garkeinen bauen können, Schnee, Frost und Kälte waren der Grund. Aber, heute scheint die Sonne und gestern herrschten auf unserer Terasse +18° sehr angenehm. Solche Saatbörsen kenne ich von hier nicht. Meine Tochter schickt mir jedes Jahr ausgefallenen Samen von Tomaten, sie wohnt in München und hat dort scheints eine Quelle entdeckt, nun stehen die Töpfchen in der Küche auf der Fensterbank und ich beobachte sie mit großem Interesse, wie schnell keimen sie??? In früheren Jahren habe ich noch mehr Saaten vorgezogen, ich werde immer bequemer.
    Einen guten Wochenstart
    wünscht Edith

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  11. Hallo Elke,
    dein Importverbot ;-) hat zumindest hier was genützt...seit gestern haben wir Sonnenschein und bei milden 10°C wird gleich die erste kleine Fahrradtour unternommen. Footsharing find ich total klasse...das sollte in jeder Stadt oder Gemeinde möglich sein. Da ich es ja nicht so mit dem Saatgut habe, hätten mich eher die fertigen Produkte und die insektenfreundlichen Pflanzen interessiert. :-)
    Hab einen schönen Sonntag, Marita

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  12. Liebe Elke, ich würde mich auch sehr über einen beständigen Frühling freuen. Bei uns war es nach einem warmen Wochenende schon wieder saukalt. Saatgutbörse war hier noch keine in der Nähe, soweit ich weiß.

    LG Kathrin

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  13. Hallo Elke,
    auch meine Schneeglöckchen und Krokusse wurden vom Schnee konserviert. Zum Glück hat die Sonne sie in den letzten Tagen wieder aufgeweckt.
    Die Saatgutbörse ist sicher sehr interessant gewesen und deine Bilder machen schon wieder Lust aufs Gärtnern. Leider hab ich sowas bei uns in der Nähe noch nicht entdeckt.
    Liebe Grüße, Marie

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  14. Leider habe ich das Saatgutfestival Köln verpasst, weil wir an dem Tag Gäste hatten. Wie oft es vorher schon stattfand? Keine Ahnung! Aber schön, von dir einen Einblick in eine solche Veranstaltung zu bekommen. Nächstes Jahr muss ich unbedingt hin.
    Liebe Grüße
    Claudia

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  15. Hallo Elke,
    bin immer etws neidisch wenn ich sehe was anderwo an Gartenmessen oder Gartenbörsen so angeboten wird.
    Wir müssen meist weiter fahren und dann überlegt man dann schon eher ob man es macht.
    Schöne Ostertage
    Dagmar

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  16. Da sage ich ganz schnell dankeschön, für die schönen Bilder von meinem Unkraut & die Erwähnung im Beitrag.
    Schade dass wir uns verpasst haben!

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    1. Fand ich auch schade. Vielleicht sehen wir uns mal, so weit wohnen wir ja nicht voneinander weg.

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