Samstag, 15. Juni 2019

Die Ostsee im Ausnahmezustand

Ein Urlaub am Meer ist immer schön, aber geht auch mehr als Meer? Ich bin da ja durchaus anspruchsvoll, am meisten freue ich mich über Tage an der Küste, an denen es auch Blumen,  Insektengesumme und Vogelgezwitscher zusätzlich zum Meeresrauschen gibt.

Und was ist schöner, als sonnige Junitage mit Ruderalflächen, die in Rot und Blau explodieren? 

Auch auf Rügen gibt es Morgen-, Mittag- und Abendrot mit Klatschmohn bei jedem Wetter. Wenn man früh aufsteht, kann man die Blüten im Gegenlicht fotografieren. Das hier war um kurz nach 6, noch vor dem Frühstück:









Der Mohn ist aber nicht allein, zwischen ihm wachsen auch die Gemeine Ochsenzunge (Anchusa officinalis) und der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) in kühlem Blau. 






Und während der Mohn vor allem bei Hummeln punktet, finden sich an Ochsenzunge und Natternkopf auch die Schmetterlinge ein - und was für welche!

Der Hauhechel-Bläuling, das Kleine Wiesenvögelchen und der Hummelschwärmer dachten eigentlich, sie hätten die ganzen vielen Blüten und vor allem den Klee für sich allein, doch im Moment findet eine gigantische Invasion der wandernden Distelfalter statt, eine sehr leise Landnahme. Es sind Hunderte, sie sind einfach überall. Bestimmt denken die sesshaften Schmetterlinge nun: "Na, toll, immer diese Touristen, jetzt fressen sie uns auch noch den Nektar weg, die blöden orangefarbenen Angeber. Sollen doch selbst mal hier den Winter verbringen, diese warnwestenfarbigen Weicheier." Oder so ähnlich.




So eine Invasion mal hautnah mitzubekommen, ist schon was Besonderes. Besonders ist auch, dass die Distelfalter dieses Jahr anscheinend über eine östliche Wanderroute von Afrika über Israel aus einwandern. Dann weiter vom Balkan ins Baltikum haben sie nun auch Rügen erreicht, schon auf dem Weg auf die Insel haben sie hinter Berlin ständig den ICE begleitet, vielleicht wollten sie sich vom Fahrtwind mitreißen lassen, doch so richtig rasend schnell fährt der Zug auf dem Teil der Strecke nicht. Hilfreich sind natürlich auch die vielen blühenden Ruderalflächen an der Bahnstrecke und das Fehlen von Hindernissen, da tut man gut daran, den Gleisen zu folgen - wenn nur die lästigen Bahnhöfe nicht immer Weg wären.











Auf den Skabiosen-Flockenblumen wurde ganz besonders oft geschubst und gedrängelt, aber drei Distelfalter fanden nie auf einer Blüte Platz, der Klügere gibt eben nach.



In diesem Vorgarten freuen sie sich über die Spornblumen - auf dem rechten Bild sind 8 Falter zu finden:




Es gibt also doch mehr als Meer an der Ostsee - und was ist schöner als eine wilde Wanderwelle reisender Distelfalter?

Kommentare:

  1. Liebe Elke,
    Ich bin seit Jahren ein großer Rügenfan, gerade weil es dort nicht nur Meer gibt, sondern so viel mehr. Die Distelfalter waren hier auch schon zu Besuch, aber nicht lang. Offensichtlich hatten sie es eilig weiter zu kommen.
    Liebe Grüße
    Steffi

    AntwortenLöschen
  2. Was für tolle Fotos, da kann man sich gar nicht sattsehen....wunderschön diese Vielfalt! Liebe Grüße, Petra

    AntwortenLöschen
  3. Wow, was für tolle Aufnahmen. Wunderschön die Mohnblüte...

    AntwortenLöschen
  4. Guten Morgen Elke,
    die Klatschmohnfelder sind immer ein gigantischer Anblick, der Faszination kann ich mich nicht entziehen vor allem weil es darin auch summt und brummt. Das muss ein wunderbares Erlebnis gewesen sein, die Invasion der Distelfalter. Und auch die anderen drei sind so hübsch, den Hummelschwärmer kannte ich noch nicht. Na, da werde ich meine Spornblumen verstärkt auf Schmetterlingsbesuch beobachten, an unserer Super Excelsa haben wir gestern einen C-Falter entdeckt und der ließ sich auch bereitwillig fotografieren.
    Ein schönes Wochenende, Marita

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Elke,
    die Distelfalter kommen ja ganz schön weit rum. Wahnsinn, was für ein Weg. Und dann auch noch so viel Mohn, dabei habe ich erst kürzlich gehört, dass der Klatschmohn gefährdet sei und jetzt sehe ich ihn fast überall.
    Die Bilder sind richtig gut. Die Ostsee hat viel zu bieten.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Elke, ich danke dir für diesen wunderschönen Post, und die vielen Infos! Die Bilder sind ein Traum! Was für eine Blüten- und Falterpracht! Auf der Alb kommen gerade auch die Mohnblumen aus dem Feld, das sieht so schön aus! Ich musste kürzlich anhalten und Bilder machen, fing mir dann verwunderte Blicke von einem Bauer auf einem Trekker ein. Hier wachsen dann meist noch Kornblumen und Kamille. Den Natternkopf hatte ich nur mal in einer Samenmischung, der sah aber irgendwie "künstlicher" aus als die Feld-Verwandtschaft. Weiß nicht, wie besser beschreiben. Die Spornblume hab' ich auf die Pflanzliste gesetzt. Danke und ein wundervolles Wochenende, Bianca

    AntwortenLöschen
  7. Wunderschön! Wirklich tolle Fotos! Tolles Licht, toller Schärfeverlauf. Du hast es ja jetzt schon öfter lesen dürfen, aber ich muss es auch noch mal sagen. Ich habe den Falter jetzt auch schon öfter bei mir gesehen und wusste nicht genau, was das für einer ist, weil ich mein Parey Insektenführer abgeben musste. Danke für die Aufklärung:-)
    lg sas

    AntwortenLöschen
  8. Das morgendliche Fotografieren im Gegenlicht hat sich ja sehr gelohnt. So hat sogar der Mohn ein ganz wunderbares Licht eingefangen.
    Ich freue mich auch über die Distelfalterinvasion, die gerade meinen Garten erreicht hat. Trotz Sturm flogen sie reichlich im Garten herum und bevölkerten Katzenminze, Ehrenpreis und Skabiosen. Auf meinen Garten-Ruderalflächen blüht es fast genau so....ohne, dass ich jemals etwas ausgesät habe. Nur die Ochsenzunge fehlt...;-)
    LG Sigrun

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Elke,
    ja, morgens früh raus aus dem Bett das lohnt sich immer, wunderbare Momente hast du eingefangen. Auf die Distelfalter warte ich schon lange, wahrscheinlich liegen wir nicht auf ihrer Route, dann warten wirs mal ab.
    Dir noch schöne Tage auf Rügen
    liebe Sonntagsgrüße
    Edith

    AntwortenLöschen
  10. Oh, wie wunderschön!
    Ich bin hin und weg von den herrlichen Blumenbildern.
    Wir sind auch aus dem Urlaub zurück und hatten eine herrliche Urlaubszeit im Nationalpark Wattenmeer in Ostfriesland.
    Liebe Grüße von Ingrid, der Pfälzerin

    AntwortenLöschen
  11. bei uns sieht man mohn nur noch selten, zuviel weiden, zu wenig freiflaeche:( aber du solltest echt mal einen kalender mit deinen bildern herausgeben, der waer bestimmt der renner, so schoene bilder!

    AntwortenLöschen
  12. Was für tolle Bilder! Roter Mohn taucht glücklicherweise jetzt wieder öfter auf. In unserem Urlaub in Berchtesgaden haben wir massenhaft Schwalbenschwänze beobachten können. Sie waren allerdings sehr schwer zu fotografieren. Und bevorzugt saßen sie auf wenig fotogenen Kuhfladen!
    Viele Grüße von
    Margit

    AntwortenLöschen
  13. Was für wunderbare Bilder!!
    Ha - diese Spornblume - letztes WE das erste mal bewusst gesehen, den NAmen gesucht, und nun frage ich mich, ob die gut wäre für die hier liebenden Flügeltiere....
    hm, deine Fotos sagen eher ja....
    Herzlichst
    yaswe

    AntwortenLöschen
  14. hallo elke,
    wunderbare aufnahmen dieser mohninvasion. und natürlich auch der 'nebendarsteller' incl. besucher.
    danke für den gelungenen morgendlichen rundumschlag.
    gruss hanna

    AntwortenLöschen
  15. Ich war noch die auf Rügen oder an der Ostsee. Es schein sich um ein sehenswertes Blütenmeer zu handeln. Wunderschön.
    Grüess Pascale

    AntwortenLöschen
  16. Mein Gott, sind das schöne Fotos! Der Mohn! Und der Spatz!!
    Hier bleib ich, hier gefällt's mir! :-)

    AntwortenLöschen
  17. So wahnsinnig schöne Bilder!
    Hab eine schöne Woche :-)
    Ganz viele liebe Grüße von Urte

    AntwortenLöschen
  18. Liebe Elke,
    der Titel dieses Posts hat mich neugierig gemacht...Jetzt kann ich ihn nachvollziehen...und hoffe gleichzeitig, dass diese großartigen Naturerscheinungsbilder in Form von wunderschönen Blüten und höchst beeindruckenden Schmetterlingen keine Ausnahmen sind...
    Dir alles Liebe
    Heidi

    AntwortenLöschen
  19. Liebe Elke,
    mit Deiner Rose de Resht wirst Du noch in diesem Jahr Glück und erneute Blüten haben, denn sie blüht ja bis zum Herbst mehrmals...Dann kommst Du noch in 2019 in den Genuss von Rosenblütenblätter-Gelee...
    Ich wünsche gutes Gelingen - aber das klappt - da habe ich keine Zweifel!
    ...und ein wundervolles Geschmacks-Erlebnis!!!
    Alles Liebe
    Heidi

    AntwortenLöschen

Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden.

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...