Gräser im Garten sind beliebt, doch meistens geht es eher um die hohen, feinen Arten wie Reitgras oder die korpulenten wie Chinaschilf. Die Schattenarten werden eher als arbeitswillige Bodendecker angesehen, allen voran das Japanwaldgras oder die Segge Carex morrowii. Letzteres kann ganz schön wuchern. Ich wollte für meinen Schattengarten aber eine heimische Art, die nicht so dominant ist, und hatte mich in das Wald-Flattergras (Milium effusum) verguckt. Ganz besonders die Sorte 'Aureum' ist doch auch wirklich schön.
Hier sieht man Milium effusum 'Aureum' im Frühjahr im Botanischen Garten Gütersloh:
Doch das wäre hier ja nicht "Günstig Gärtnern" wenn ich dafür jetzt einfach ins Gartencenter gehen würde. Das wäre zu einfach.
Stattdessen fiel mir auf, dass in vielen Beeten in der Siedlung ein Gras von ganz alleine aufgetaucht war. Es hatte schöne breite Blätter und einen federleichten Auftritt, ohne Ausläufer zu bilden. Noch dazu schien es in Schatten oder Halbschatten mit Trockenheit klarzukommen. Das wollte ich haben - vielleicht war es ja sogar das Wald-Flattergras, immerhin konnte es im Wind flattern.
Und siehe da, in den Pflasterfugen vor der Haustür erschein genau dieses Gras!
Ich habe es vorsichtig extrahiert und in das schattige Terrassenbeet gepflanzt. Es wuchs und war zufrieden, blühte sogar.
Jetzt kamen mir aber Zweifel - welche Art war das denn nun? Milium effusum schied leider aus, auch Japanwaldgras schien es nicht zu sein. Das Bestimmungsbuch und auch eine App benannten es als Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum). Das könnte tatsächlich hinhauen. Nicht alles, was flattert, ist auch Flattergras!
Milium effusum kann ja jeder, Wald-Zwenke ist doch viel exklusiver! Und wird im Staudenhandel zu 6 Euro der Topf gehandelt - ja, genau, man kann sie kaufen, so unkrautig kann sie also gar nicht sein! Und da habe ich richtig was gespart! Außerdem fressen die Raupen von Waldbrettspiel und anderen Faltern an diesem Gras.
Es ist vielleicht nicht so super ordentlich im Aufbau wie das Wald-Flattergras oder das Japanwaldgras und wird daher weniger Liebhaber finden, aber ich mag es trotzdem.
Die Art ist sogar wintergrün! Sie soll eher feuchte, kalkhaltige Böden lieben, ich finde, dass sie aber auch gut mit Dürre zurechtkommt. Man soll dieses Gras sogar essen können.
Wenn es mir zu viel wird, futtere ich es also auf. Ich habe schon den nächsten Sämling getopft für die Bärlauchecke, die um diese Zeit so kahl aussieht. Mal schauen, ob die Wald-Zwenke den Bärlauch in den Hintern zwenken, äh, zwicken, kann....
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Jetzt muss ich aber noch den Sonnenhut auflösen, der im letzten Artikel noch nicht geblüht hat. Er ist sogar noch schöner geworden als gedacht, die Blüte ist zweifarbig!
Abends schaut die Blüte nach oben, in der Mittagspause schaut sie zu mir herüber - super, oder? Da fühlt man sich beachtet.
