Ein Spaziergang am Meer ist fantastisch, zu jeder Jahreszeit.
Unendliche Weiten: der Himmel, das Meer, die Dünen - und dazu eine permanente Schatzsuche.
 |
| Sanddorn |
Es gibt wilde Kreaturen zu sehen - große Pflanzenfresser und ganz kleine:
 |
| Gefräßiger Unpaarhufer |
 |
| Bärenraupe |
Rätselhafte Spuren im Sand gilt es zu entschlüsseln: Die linke kann ich nicht recht deuten, bei der anderen habe ich eine leise Ahnung:

Die Schnirkelschneckenhäuser in den Dünen tragen Uniform, nämlich dezentes Weiß, so sehr haben Wind und Wetter an ihnen gezehrt:
Diese leeren weißen Häuser finden sich in Massen am Wegesrand und man kann schöne Dinge mit ihnen basteln, so wie dieses Kunstherz, das ich an Ort und Stelle arrangiert habe.
Zu sehen ist es (hoffentlich)
in etwa hier. Wer es wiederfindet und mir den fotografischen Beweis erbringt, erhält ein Geschenk!
Am Strand kann es dann endlich losgehen, auf zur Schatzsuche!
Mal sehen, ob sich nicht ein paar brauchbare Dinge finden lassen, die erst Schiffbruch erlitten haben, dann zum Treibgut und schließlich zum Strandgut wurden.
Es müsste sich doch etwas für Haus und Garten daraus zaubern lassen.
Zunächst einmal heißt es aber, den richtigen Ort zu finden, weitab der üblichen Touristenströme und allzu gründlichen Strandreinigungskommandos.
Am besten geeignet sind Strandabschnitte, die genau auf der Mitte des Weges zwischen zwei Orten liegen. Hierhin verirren sich nur noch wenige Spaziergänger und man ist der Platzhirsch.
Auf kleinen Nordseeinseln, wo es meist nur einen einzigen Ort gibt, hilft das allerdings wenig. Da heißt die Devise: Früh aufstehen, am besten, wenn nächstens die Flut gastiert hat.
Mit ein bisschen Glück findet man ein schönes großes Wellhornschneckenhaus, das jeden schnöden Gartenpfahl aufwerten würde:
Obwohl Rostpatina sich im Garten einer gewissen Mode erfreut, ist dieses Objekt hier leider wertlos. Da gibt es noch nicht mal Dosenpfand für zurück:
Alte Seilschaften und vor allem von den Gezeiten geprägtes Holz sind schon besser:
Diese alte Bürste hatte es mir besonders angetan, wenn sie doch nur reden könnte.
Wessen Deck schrubbte sie, oder war sie gar in der Kosmetikbranche tätig?
Sie würde sich glatt als Bienenhotel eröffnen lassen:
Manches muss man einfach vor Ort auf sich wirken lassen - als Objekt eines unbekannten Künstlers:
Schließlich fand sich noch dieses furchterregende Etwas - kilometerlang aufgewickelte Angelschnur inklusive drei rostigen Haken - ein Quell der Freude für jeden Tetanuserreger:
Und nun habe ich den ganzen Winter lang Zeit, mir zu überlegen, was ich dem Garten bastle aus den rundgeschliffenen Holzstücken, die ich mitgenommen habe.
Denn was so lange auf hoher See war, müsste doch auch im ostwestfälischen Regen noch eine Weile halten?