Sie haben sich große Augen aufgemalt, um Feinde zu beeindrucken und in die Flucht zu schlagen. Andere kommen mit militärischen Streifen daher, damit sie Authorität ausstrahlen und respektvoll behandelt werden - was nicht immer klappt...
Die nächsten wedeln mit der weißen Flagge, um nicht angegriffen zu werden. Wiederum andere versuchen, mit einer raffinierten Landkartenzeichnung in der Umgebung zu verschwinden oder hoffen auf ihre Tarnung. Die Rede ist von den vielen Schmetterlingen, die im Moment durch die Landschaft und die Gärten fliegen - endlich gibt es wieder mehr von ihnen! Sicher habt ihr sie erkannt, die Beschreibung oben meint Tagpfauenauge, Admiral, Weißling, Landkärtchen und so unscheinbare Vertreter wie den C-Falter.
Wer sie im Garten beobachten möchte, muss ihnen nur die richtigen Nektarpflanzen bieten. Auf Platz eins der Beliebtheitsskale steht der Echte Dost oder Oregano (Origanum vulgare). Er ist anspruchslos, wird von Schnecken nicht gefressen und wächst nahezu überall. Er kommt mit magerem Boden genauso zurecht wie mit kompostverwöhntem. Die Blütezeit ist lang und wahlweise in weiß bis lila.
Auch sehr beliebt und eine der wertvollsten Insektenpflanzen ist die Echte Betonie (Betonica officinalis). Die Pflanze wurde umbenannt, früher hieß sie Heil-Ziest und hörte auf den wissenschaftlichen Namen Stachys officinalis. Was den Gärtner verwirrt, ist dem Schmetterling einerlei. Besonders gern besuchen Dickkopffalter, Weißlinge und Zitronenfalter die Betonie. Auch Hummeln und Garten-Wollbienen trifft man hier mit großer Regelmäßigkeit, Nacktschnecken dagegen nicht
Dieses Foto ist eigentlich misslungen, zeigt aber gut den Andrang, der an der Staude herrscht, inklusive einem Zitronenfalter als Fotobombe.
Auch Katzenminze (Nepeta x fassenii) ist unter Faltern nicht zu verachten. Der Zitronenfalter ist richtig vernarrt in die blauen Blüten.
Zitronenfalter sind es auch, die regelmäßig die Kronen-Lichtnelke (Lychnis coronaria) besuchen, denn hier können sie mit ihrem langen Rüssel ganz leicht Nektar trinken bei wenig Konkurrenz durch andere Blütenbesucher. Die Farbe ist ihnen schnuppe, sie besuchen die rötlichen Blüten genauso wie die weißen. Auch hier ist Schneckenfraß sehr selten.
Ganz große Schmetterlingsmagneten sind auch Disteln. Am Feldrand kann man ganze Herscharen an der Acker-Kratzdistel beobachten, hier trifft sich das Who-is-who der illustren Schmetterlingsbevölkerung.
Lavendel ist ebenfalls stark frequentiert.
Im Garten tut es bei viel Platz auch die zahme Gewöhnliche Eselsdistel (Onopordum acanthium), Kombiniert man sie mit Kugelköpfigem Lauch (Allium sphaerocephalon), haben die Falter noch mehr vom Garten.
Welche Blüten werden in euren Gärten ganz besonders oft von Schmetterlingen besucht?

































