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Samstag, 17. November 2018

Gladiolen überwintern

Obwohl sie so robust und kämpferisch aussehen mit ihren schwertförmigen Blättern und den feisten Knollen, müssen Gladiolen aus der Erde, sobald im Herbst Bodenfrost droht. Das kann sich schon mal bis Dezember hinziehen, diesmal mussten sie aber schon Mitte November ausgehoben werden. Ich denke immer, je länger die Pflanzen in der Erde bleiben dürfen, umso besser, denn dann können sie nicht austrocknen.

Jetzt bin ich froh, dass ich sie gestern eingesammelt habe, denn heute sah es sehr frostig aus im Garten:

Buschmalve, Rosa multiflora, Großer Odermennig

Hasel

Kerzenknöterich

Stockrose und Kerzenknöterich

Wald-Erdbeere

Pfaffenhütchen


Irgendwann ist also immer der Moment gekommen, um loszulassen. Und das tun Gladiolen leider allzu gern, wenn man am Laub zieht. Da gibt es eine perfide Sollbruchstelle zwischen Blattansatz und Knolle, vielleicht um den Fressfeind zu verwirren, so ähnlich wie bei Eidechsen, wenn sie ihren Schwanz abwerfen? Ich bin jedenfalls manchmal so verwirrt, dass ich die nun blattlos gewordene Knolle ohne ihr signalgebendes Blattschwert nicht mehr wiederfinde. Das ist aber eine dumme Strategie der Pflanze, denn so wird sie am Ende erfrieren müssen.


So werden es leider von Jahr zu Jahr weniger Exemplare (seit nun 4 Jahren, so lange habe ich die Knollen) und sogar die Anzahl der Brutzwiebeln war schon mal höher. Und dieser Sommer war so trocken, dass die Damen sogar auf das Blühen gänzlich verzichtet haben. Was für ein Jammer!

Damit sie also wenigstens ins nächste Jahr hinüber gerettet werden, nun raus damit, und zwar schleunigst!

Was man für den Schwertkampf braucht, ist Folgendes:


  • Eine Schaufel zum Nachgreifen, wenn die Knolle ins Bodenlose verschwunden ist, weil man wieder mal nur Blätter in der Hand hat.
  • Ein gutes Gedächtnis, um zu wissen, wo man nachhaken muss, wenn das Laub abgerissen ist.
  • Ein geschultes Auge, um das Laub der Schwertlilien von dem der Gladiolen unterscheiden zu können, denn die liefern keine Knollen und möchten lieber an Ort und Stelle ausharren (ich habe schon oft vergeblich an denen gezogen, bis sowohl ich als auch die Iris ganz entnervt waren).
  • Eine Schere, um das Laub von der Knolle zu trennen, falls das Entreißen aus Mutter Erde ausnahmsweise geklappt hat.
  • Einen Karton als Schatzkiste zum Überwintern auf dem Dachboden.
  • Einen Eimer zum Sammeln der dicken Schätze (optional, wenn der Karton direkt im Garten gefüllt wird).
  • Zeitungspapier zum Einwickeln der Zwiebeln, gern nehmen wir dazu den Karriereteil, um den nötigen Ansporn zu liefern. Zeit genug zum Studium ist ja im Winter. Falls keine Zeitung aufzutreiben ist, tun es auch Eierkartons, Brötchen- oder Mehltüten aus Papier. Hauptsache atmungsaktiv.






Nach dem Einwickeln in Zeitungspapier dürfen sich die Knollen in den Karton kuscheln. Den packe ich dann auf den ungeheizten Dachboden, wo sie bis zum nächsten Frühjahr schlummern dürfen. Hoffentlich ist dann ein besseres Gladiolenjahr!

Samstag, 2. Dezember 2017

Schatzsuche

Gestern habe ich mich wieder mal ins Getümmel gestürzt und die Gladiolen-Zwiebeln aus dem Null-Euro-Beet ausgehoben, bevor der Frost nächste Woche so richtig zubeißt. Eigentlich wollte ich auch eine Dahlie mit einsammeln, die ich vor ein paar Wochen noch gesehen hatte. Nun war sie allerdings spurlos verschwunden, so sehr ich auch gesucht habe.

Die Gladiolen sind schwieriger zu übersehen, da sie mit ihrem schwertförmigen Laub wie ein Ausrufezeichen im Beet stehen und damit den Weg zur Zwiebel weisen.





Meine Lieblingsmethode zum Bergen der Überwinterungsorgane ist folgende: Blätter orten, unten am Stiel fest zupacken und sanft, aber beherzt dran ziehen. Klappt in der Hälfte der Fälle auch ganz gut. In der anderen Hälfte gibt es einen Ruck und man steht nur mit dem grünen Teil in der Hand da. Peinlich. Hoffentlich hat das keiner gesehen - und auch nicht, dass mir dabei schon wieder ein Zweig von einem Strauch mit Schmackes ins Gesicht geschlagen ist.

Nun muss die Schaufel ran. Stelle merken und buddeln also. Doch wo war denn nun das Loch gleich noch, wo die Blätter aus dem Boden kamen? Wie schwer kann das sein, es wiederzufinden? Schwer genug, im dichten Bewuchs schaffe ich es regelmäßig, das Fleckchen zum Graben nicht mehr zu entdecken. Noch peinlicher.

Habe ich die Stelle dann doch gefunden, heißt das noch lange nicht, dass die Zwiebel auch darunter ist. Mehrmals habe ich weiträumig in Richtung China gegraben, ohne auch nur die winzigste Gladiole aufzuspüren. Dann halt nicht, wird eben im Boden überwintert. Und so schwindet der Vorrat an Zwiebeln von Jahr zu Jahr, obwohl die Pflanzen sich alle Mühe geben, die Verluste durch Tochterzwiebeln wieder auszugleichen - die man spätestens im nächsten Herbst dann erst recht nicht wiederfindet...




Zur Sicherheit habe ich dann auch noch am Laub einer Iris gezogen. Da sie aber wirklich keine Gladiole war, hat sie Widerstand geleistet und wollte ihr Laub lieber nicht hergeben. Da habe ich den Irrtum dann doch gemerkt.


Da der Eimer mit den gehobenen Schätzen leider noch weniger gefüllt ist als im letzten Jahr, sind mir Zweifel gekommen, ob die Idee, die Zwiebeln bunt im Beet zu verteilen, wirklich so gut ist. Vielleicht sollte ich sie konzentrierter Pflanzen, zum Beispiel vor dem Pflaumenbaum, wo der Rasen sich sowieso immer weiter zurückzieht.

Aber die Entscheidung hat ja noch Zeit. Jetzt hocken die Gladiolen erstmal in Zeitungspapier eingewickelt in einem kuschligen Karton auf dem nicht so kuschligen Dachboden. Bis ich dann im Frühjahr wieder zum Gladiolen-Gladiator werde und die Bande erneut einpflanze...

Sonntag, 28. September 2014

Das Null-Euro-Beet

Im Frühjahr habe ich mit ein paar Nachbarn zusammen außerhalb meines Gartens ein neues Beet angelegt, das dank großzügiger Spenden einiger einschlägig bekannter Wucherpflanzen (ausläufertreibende Wildrosen, Seifenkraut und Ranunkelstrauch) sowie milder Gaben von Kollegen und Nachbarn (Johannisbeere, Holunder, Astern, Johanniskraut, Storchschnäbel) schnell kostenfrei seine Erstausstattung erhielt. Hinzu kamen meinerseits ein paar Stecklingsversuche (Jostabeere) und Sämlinge (Eberesche, Pfaffenhütchen), die die Vögel in meinen Garten gepflanzt hatten.

So wirkte das immer noch recht kahl, aber zum Glück habe ich letztes Jahr aus Helgas Garten eine Überraschungssamen-Mischung bekommen und aus dem Kleinen Horrorgarten eine Samenspende in Form von Duftwicken, einjährigem Rittersporn und Marrokanischem Leinkraut. Dazu noch die Dahlien und Gladiolen aus dem Testpaket und schon war für zukünftige Sommertage gut vorgesorgt, obwohl die Samen von mir am unglücksseligen Karfreitag ausgebracht wurden.

Nun konnte die Party beginnen! Aus dem bunt gemischten Samentütchen erschienen Cosmeen, Phacelia, Ringelblume, blauer Lein und herrlicher Mohn (von den Sträuchern ist auf den Bildern nichts zu sehen, sie wurden von dem bunten Treiben völlig an die Wand gespielt). Das Leinkraut blüht zu dieser Stunde immer noch und ist die Wucht in Tüten - wie kann eine einzige Art nur in so vielen verschiedenen Farben blühen?





Auch einige wilde Partycrasher mogelten sich unter die geladenen Gäste - weil sie aber so gut gekleidet waren, ließ ich sie gewähren. Eine besondere Show war die Schafgarbe, die trotz umgeklappter Grasnarbe einfach wieder an die Oberfläche trieb und fantastische Dinge mit den Dahlien anstellte - sie gab dem großen Beet ein Thema.



Auch Erdrauch, Sandmohn, Hirtentäschel und Margeriten setzten sich selbst auf die Gästeliste.




Ich hatte einen Heidenspaß, jeden Tag nach dem Beet zu schauen, um Neuigkeiten zu entdecken. Einmal konnte ich blattlausjagende Grabwespen bei der Arbeit an der Mariendistel beobachten, dann wieder fand ich zwei Raupen vom Nachtkerzen-Schwärmer, die die gelben Gäste vertilgten.


Kurz: Leere Beete sind anfangs wunderbar leicht und kostengünstig zu bepflanzen, indem man Blumensamen auf die noch sonnenverwöhnten Flecken ausbringt. Ein paar spontane, wilde Gäste dazu und die Party ist perfekt. Später, wenn das Ensemble schattiger wird, ist es nicht mehr so einfach, Sommerblumen zwischen die Stauden und Sträucher zu bekommen. Und ich als unverbesserlicher Staudenjunkie werde nicht ewig Platz vorhalten können für die euphorischen Einjährigen, die Dahlien und Gladiolen.



Dennoch: Die Samen für das nächste Jahr sind gesammelt, zur Not wird einfach noch mehr Rasen abgestochen! Sonst wäre ich wohl ein schlechter Gastgeber...

Montag, 12. Mai 2014

Knollen und Knöllchen

Letzte Woche habe ich sozusagen in der Blumenzwiebel-Lotterie gewonnen, denn die Firma Bruno Nebelung hat mir ein Riesenpaket geschickt, bis oben hin voll mit Kiepenkerl-Säckchen, darunter Gladiolen, Dahlien, Callas und Sauerklee (Oxalis deppei) 'Iron Cross'. Vielen Dank dafür!


Das war ein netter Zug und auch für die Pflanzen höchste Eisenbahn, denn was so langsam nicht mal abverkauft wird, muss ein Blumenzwiebelhändler bald wegwerfen. Da kann man die Ware doch lieber kostenlos an Menschen mit notleidenden Beeten abgeben. Happy End für alle Knöllchen, die sicher schon ganz verzweifelt dachten, dass sie wohl nie die Radieschen von unten angucken würden.



Einige Dahlien jedenfalls wedelten schon ganz betrübt mit langen grünen Trieben und wollten endlich raus aus dem Karton und in ordentliche Erde. Auch der Sauerklee guckte seinem Namen entsprechend aus der Wäsche, nämlich so, als hätte er sich schon in der Packung fast völlig verausgabt.

Beim Anblick der großzügigen Spende wird jedoch klar, dass die Zwiebeln und Knollen in meinem Garten wohl auch nicht glücklich würden, denn dort sitzen ihnen schon die Stauden auf der Pelle. Aber wie es der Zufall so will, haben wir vor Ostern mit ein paar Nachbarn in der Siedlung für weniger Rasen und mehr Muskelkater gesorgt - eine Wildhecke wurde angelegt, völlig kostenfrei nur durch Ableger aus den Gärten. Es gibt diverse Wildrosen, Holunder, Liguster, Kornelkirsche, Ranunkelstrauch, Pfaffenhütchen, Johannis- und Jostabeere, und sogar einige Storchschnäbel wurden dafür geteilt. Das neue Beet sieht jetzt unten rum noch ganz kahl aus und ist dankbar für eine Zwiebelfüllung.

Der Boden dort ist mager und trocken. Im Sommer werde ich berichten, welche Dahlien und Gladiolen damit klarkommen. Die hübsch ungefüllte Dahlie "Rosamunde" mit dem dunklen Laub ist jetzt schon mein Liebling - ich hoffe, sie strengt sich ganz besonders an.

Nun habe ich aber nach der Zwiebelpflanzaktion schon wieder Muskelkater sowie andere Malessen und bin daher körperlich nicht mehr in der Verfassung, die Callas auch noch unter die Erde zu bringen.

Daher möchte ich zwei Packungen in gute Hände abgeben. Hinterlasst mir einen Kommentar bis einschließlich Samstag, 17. Mai 2014, wenn ihr meinen Pappenheimern gerne ein schönes Zuhause geben würdet. Unter allen Zwiebelwilligen verlose ich ein Päckchen mit diesem Inhalt:

1 x Calla (Zantedeschia) 'Black Magic'
1 x Calla (Zantedeschia) in Orange

Bitte melde dich!


.... und gewonnen hat: Renate! Viel Spaß mit den Callas!