Der Phlox hat Mehltau. Das sieht nicht so unbedingt repräsentativ aus, zumal die Pflanzen längst verblüht sind. Ich wollte auch gerade zur Schere greifen, da entdeckte ich Marienkäfer auf dem verpilzten Laub. Es waren Exemplare der Gattung Thea, die mittlerweile leider umbenannt wurde in das unaussprechliche Psyllobora vigintiduopunctata. Egal, ich rede diese Käferchen, die von Mehltau geradezu besessen sind und sich davon ernähren, weiterhin mit Thea an.
Es braucht auch gar nicht unbedingt eine wuchernde Wildnis aus (meistens der invasiven Armenischen) Brombeere, um einen Garten für Tiere anzulegen. Denn Insekten brauchen eine Vielfalt an Blüten, manchmal Pilze, offene Bodenstellen und meist auch reichlich Sonne. Es können sogar nicht-heimische Pflanzen einen gewissen Nutzen haben, wie das Beispiel Phlox zeigt, der zusätzlich von Nachtfaltern besucht wird.
Auch ein Nutzgarten ist daher nicht per se naturfern, Mischkultur mit Blumen und ein mit Gartenabfällen gemulchter Boden helfen vielen Lebewesen, oben wie unten. Außerdem bildet sich durch Mulch mehr Humus, was wiederum mehr CO2 bindet.
Hinzu kommt, dass die meisten Gärtner, die einen Gemüsegarten anlegen, grundsätzlich ein Faible für Pflanzen haben, und oft auch Staudenbeete mit vielen Blüten - und damit auch vielen Insekten - anlegen. Jedes selbst angebaute Gemüse muss darüber hinaus nicht von weit her angekarrt werden, hat keine Bienengifte und keine Plastikverpackung gesehen.
Hinzu kommt, dass die meisten Gärtner, die einen Gemüsegarten anlegen, grundsätzlich ein Faible für Pflanzen haben, und oft auch Staudenbeete mit vielen Blüten - und damit auch vielen Insekten - anlegen. Jedes selbst angebaute Gemüse muss darüber hinaus nicht von weit her angekarrt werden, hat keine Bienengifte und keine Plastikverpackung gesehen.
Vor ein paar Wochen konnte ich einen Blick in so einen vielfältigen, nämlich Achims Garten, werfen, den viele sicher als leidenschaftlichen Gemüseanbauer und Selbstversorger kennen.
Und dort, am Zaun des Gemüsegartens, habe ich ihn gefunden - IHN, den ich bisher für eine Legende hielt, weil ich ihn nie mit eigenen Augen gesehen hatte: Den Malven-Dickkopffalter (Carcharodus alceae). Nun, um genau zu sein, habe ich den sehr hübschen, kleinen Falter auch gar nicht gesehen, aber seine Raupen. Die hockten nämlich an den Wilden Malven und den Stockrosen an mehreren Stellen im Garten. Und sie gelten als recht selten!
Die grauen, immer etwas pummelig wirkenden Raupen erkennt man gut an ihrem gelben Halsband, als hätten sie auch eine Hundesteuermarke und einen Besitzer. Die Larven fressen Löcher in die Blätter von Malvenarten und lümmeln manchmal ganz offen auf dem Laub herum.
Als Versteck klappen sie den Blattrand um, spinnen ihn fest und sitzen dann verborgen in dieser Nische. Wenn man die umgeklappten Blätter einmal gefunden hat, findet man sie auch an anderen Pflanzen recht schnell.
Diese jetzt gefundenen Raupen überwintern auch in diesem Blattumschlag und verpuppen sich im nächsten Jahr darin, daher sollte man die Stockrosen nicht zu früh abschneiden oder das heruntergefallene Laub wegwerfen.
Bei Achim im Gewächshaus wurde dann noch einer der Haus- und Hof-Laubfrösche vorgeführt (einen weiteren habe ich nur gehört, aber nicht gefunden), außerdem gibt es im Garten Holzbienen, Feuer- und Streifenwanzen, die Lauch-Maskenbiene und viele andere Insekten. Auch gab es schon eine Schwalbenschwanzraupe im Gemüsegarten.


Ein kombinierter Nutz- und Ziergarten kann daher sogar mehr Arten beherbergen als eine Wildnis aus Armenischen Brombeeren. Die Mischung aus verschiedenen Blüten, Bodenarten, Holz und Steinen in unterschiedlichen Belichtungssituationen schafft ein Mosaik aus vielen Nischen, die eine große Artenvielfalt fördern.
Und für den Magen gibt es auch noch was, hier die Geschenke aus Achims Garten, die wir mit Genuss verzehrt haben - bis auf die kleinen Etagenzwiebeln, die habe ich eingepflanzt:
Danke an Achim für seine Gastfreundschaft, das Gemüse und die Laubfroschsafari!















