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Mittwoch, 19. März 2014

Paketdienst

Es ist schon lustig - seit ich über das günstige Gärtnern schreibe, muss ich selbst kaum noch Pflanzen kaufen, weil ich so viele nette Bekanntschaften über den Blog geschlossen habe, dass ich immer recht viel tauschen kann.

Und was man alles zugedacht bekommt - von wegen Maiglöckchen gegen Moos! Darunter waren schon die schönsten Rosen und Stauden. Wahre Pflanzenfreunde schicken ihre Lieblinge eben lieber auf Reisen, anstatt sie auf ihre letzte im Komposter gehen zu lassen. Auch Gartenforen sind eine gute Quelle für Stauden, die man garantiert nicht im Baumarkt findet.

Letzte Woche war wie Weihnachten und Ostern zusammen, denn da habe ich von Silke ein riesiges Paket mit Kostbarkeiten bekommen - unter den Schätzen unzählige Lenzrosenbabies, die noch eine große Zukunft vor sich haben, Blauroter Steinsame (Buglossoides purpurocaerulea), Elfenblume, Schneefelberich, Beinwell (das müsste der Kleine Kaukasus-Beinwell Symphytum grandiflorum sein) und Helleborus foetidus. Viele Stauden, die ich noch nicht habe, die aber schon so lange auf meiner nicht endenwollenden Wunschliste stehen.


Der Beinwell darf zu Füßen der Haselnuss wohnen, die Stinkende Nieswurz unter dem Zierapfel.
Die Lenzrosenkinder habe ich für einen guten Start in meinem Garten zunächst in Multitopfpaletten (Quelle: Friedhof) pikiert und mit hausgemachtem Kompost erstversorgt:


Das Paket Pflanzen musste nur mal schnell ins benachbarte Bundesland hüpfen und eine kurze, aber halsbrecherische Fahrt auf meinem Fahrrad von der Post nach Hause absolvieren, doch Silke hatte es so gut geschnürt, dass es auch längere Distanzen geschafft hätte. Daher möchte ich anderen Tauschwilligen gern ein paar kleine Tipps an die Hand geben, wie man die kostbare Fracht möglichst gut durch die Republik oder auch weiter schickt - das Motto lautet: Frustfreie Verpackung für Mensch und Pflanze!

  • Es empfiehlt sich, frühzeitig mit dem Horten von Kartons, Tüten, Töpfen und anderen Utensilien zum Verpacken anzufangen. Man muss nur ein wenig aufpassen, dass man nicht gleich zum Messie wird. Etwaige Kommentare der Mitbewohner, ob man schon auf seinen Auszug hinarbeitet, einfach überhören. Da man nicht jede Woche eine Sendung aufgibt, reichen ein paar wenige Kartonagen verschiedener Größen, platzsparend ineinander geschachtelt. Sie können gerne gebraucht und weit gereist sein, das ist dann auch schön umweltfreundlich.
  • Als Abstandshalter kann man Stöcke zwischen die Pflänzchen stecken, so wie Silke es gemacht hat, damit die Versandbehälter im Karton nicht kippen oder vom Paketdeckel gequetscht werden.
  • Für gut durchwurzelte Ballen reicht es, wenn sie  - sobald kein Wasser mehr unten rausläuft - mitsamt ihrem Plastiktopf in Zeitungspapier eingeschlagen werden. Haltlose Exemplare lieber noch wasserdicht verpacken. Wurzelnackte Gehölzsämlinge oder Rosenausläufer wickelt man in feuchte Küchentücher ein und steckt sie in eine gut verschlossene Plastiktüte.
  • Der Online-Frankierdienst spart bares Geld. Dadurch ist das Porto einen Euro billiger, aber nur, wenn man eine vertrauenswürdige Waage zu Hause hat.
  • Leichte Verpackungen zahlen sich immer aus - keine Schraubgläser verwenden, sondern lieber Plastikgefäße aufbewahren, etwa Gemüseschalen oder Kunststoff-Gefäße mit Deckel. Die großen Weingummi-Eimer fallen bei uns im Büro in rauen Mengen an, so dass ich eine nie versiegende Quelle aufgetan habe.

  • Das Substrat, in dem die Ableger aus dem Garten auf ihre große Reise warten, kann ruhig die Topferde der letzten Saison sein. Beim Empfänger kommen die Stauden sowieso bald in richtige Gartenerde. Dafür lieber in Zeit investieren und die Reisenden ein paar Wochen in den Versandtöpfen einwurzeln lassen, bis sie nicht mehr beim kleinsten Hauch von Sonnenschein den sterbenden Schwan mimen.
  • Feuchte Erde auf keinen Fall direkt in den Karton geben - solche Pakete sind ein Garant dafür, dass die Post sie erst mühsam neu verpacken muss, was ein paar Tage Lieferverzögerung bedeutet (ich habe schon zweimal solche Feuchtbiotope zugeschickt bekommen). Die Pflanzen werden bei so einer langen Inhaftierung schnell ungeduldig.
  • Bei zur Republikflucht vorgesehenen Gewächsen an den Aufkleber für den Zoll denken (etwa bei Sendungen, die die Grenze der Schweiz in einer beliebigen Richtung überqueren). Es funktioniert zwar auch so, aber die Zollbeamten müssen dann nicht mühsam herumrätseln, was das Paket wohl enthält - denn das nimmt viel Zeit in Anspruch.
  • Hält man die Fracht glücklich in den Händen, sollte man die Insassen langsam wieder an die Sonne gewöhnen und ihnen erst einmal einen ordentlichen Schluck aus der Gießkanne gönnen, bevor es ab ins Beet geht.

So kommt ein Pflanzenpäckchen immer gut an - der Kreativität beim Verpacken sind keine Grenzen gesetzt. Hauptsache, es ist alles dicht. Viel Spaß beim Pflanzentauschen!

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Von Yase habe ich letzte Woche eine kleine Nettigkeit bekommen - ein selbstgestaltetes Notizheft. Auf ihrem Blog Alltagsaufhübscher zeigt sie, wie kreativ sie ist. Danke, Yase, für die gelungene Überraschung!