Wer einen Garten mit angeschlossenem Eigenheim nahe dem Stadtzentrum sucht, für den ist ein Reihenhaus oft die einzige erschwingliche Möglichkeit. Ein Reihenendhaus stellt hier bereits die Luxus-Ausgabe dar, der handelsübliche Mittelhausgarten im Handtuchformat dagegen ist weitaus öfter anzutreffen.
Für große gärtnerische Ambitionen bleibt da freilich wenig Raum: Ein Schwimmteich ist vielleicht denkbar, aber dann ist auch schon kein Platz mehr für andere nützliche Dinge wie ein Gewächshaus im Garten oder ein Gemüsebeet.
Nur wie macht man aus dem Handtuch einen schönen Garten ohne viel Stress? Im Folgenden einige Überlebenstipps, die ich nach mehreren Jahren Reihenhaus sammeln konnte:
Sehen und gesehen werden: Sichtschutz
Die häufigste Spezies, der man im Reihenhausgarten begegnen wird, ist der Gemeine Nachbar. Möchte man in sensiblen Momenten ein wenig Privatsphäre genießen (etwa bei diversen Slapstickeinlagen im Kampf mit einer widerspenstigen Kletterrose), sollte man für Deckung sorgen. Die schönste und günstigste Variante ist eine mit den Nachbarn gemeinsam geplante Hecke: Äußerst platzsparend und preiswert ist Liguster, aber auch eine freiwachsende Blütenhecke ist machbar, wenn sich beide Anrainer den wertvollen Platz teilen.
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| Unsere gemeinsame Grenze mit Rosen |
Da Reihenhäuser oft mit schlankem Fuß daherkommen und in die Höhe streben, ist man auch von oben nicht ganz sicher vor neugierigen Blicken. Eine mit Weinreben berankte Pergola aus Holz kann hier Abhilfe schaffen und macht sich sogar noch nützlich. Wenn sie höchstens die Hälfte der Hausbreite einnimmt, wirkt sie weniger wuchtig und man kann auch noch die Wäsche auf der Terrasse trocknen.
Feste Elemente
Wer einen Reihenmittelhausgarten sein Eigen nennt, der nicht nur durch das Haus zu betreten ist, sondern zusätzlich über einen externen Zuweg verfügt, kann sich glücklich schätzen. Ist die Terrassentür (wie bei uns) aber der einzige Eingang, muss man doppelt gut planen, denn das Wuchten von schweren Pflastersteinen einmal quer durch die gute Stube ist keine schöne Aufgabe. Um also unnötige Schufterei von vornherein zu vermeiden, sollte man die Terrasse mit Materialien belegen, die man sich möglichst noch in Jahrzehnten gerne anschaut. Vor billigen Betonsteinen sei hier ausdrücklich gewarnt - selbst mit Moospatina werden die nicht schöner (ich habe das ausführlich getestet).
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| Ziegel und Pflastersteine - eine schöne Mischung |
Bäume
Bäume auf winzigen Grundstücken können alles in den Schatten stellen und den Hausfrieden gefährden. Während man die meisten Sträucher noch mit der Schere traktieren kann, ohne dass sie unansehnlich werden, schaut man nicht gern ständig auf ein verstümmeltes Baumgerippe. Größenangaben für Gehölze also unbedingt vorher genau überprüfen und lieber mehrere Quellen konsultieren.
Obstbäume können mit weniger Grenzabstand gepflanzt werden, daher sind sie auf schwachwachsender Unterlage immer eine gute Wahl - vor allem, weil sie schöne Blüten und Früchte bieten.
Der beliebte Trick, mit Querunterteilungen einen langen, schmalen Garten größer wirken zu lassen, stimmt wirklich! Der Raum wirkt so weniger gestreckt und die Erkundung ist gleich viel spannender. Mit Gehölzen, Spalieren oder großen Stauden lässt sich die Rasenfläche unterteilen. Die Königsdisziplin im Querdenken ist ein Riegel aus Spalierobst.
Auf begrenztem Raum müssen Pflanzensammler aber noch tiefer in die Trickkiste greifen: An viele Sträucher passt immer noch ein Untermieter in Form einer Clematis, so dass man ihnen leicht eine zweite Blüte unterjubeln kann. Spaliere jeglicher Art sind außerdem eine willkommene Möglichkeit, bei wenig Platzbedarf in die Vertikale zu streben.
Aber auch die Horizontale sollte genutzt werden: Die Rasenfläche kann man prima mit Blumenzwiebeln bepflanzen, wenn die Beete schon überquellen.
Also: Ein Reihenhausgarten ist zwar kein Schlosspark - aber langweilig muss er deswegen noch lange nicht sein!
| Süßkirsche Celeste veredelt auf GiSelA 5 (Alter: 7) |
Obstbäume können mit weniger Grenzabstand gepflanzt werden, daher sind sie auf schwachwachsender Unterlage immer eine gute Wahl - vor allem, weil sie schöne Blüten und Früchte bieten.
Tarnen und Täuschen - wie der Garten größer wirkt
Der beliebte Trick, mit Querunterteilungen einen langen, schmalen Garten größer wirken zu lassen, stimmt wirklich! Der Raum wirkt so weniger gestreckt und die Erkundung ist gleich viel spannender. Mit Gehölzen, Spalieren oder großen Stauden lässt sich die Rasenfläche unterteilen. Die Königsdisziplin im Querdenken ist ein Riegel aus Spalierobst.
Auf begrenztem Raum müssen Pflanzensammler aber noch tiefer in die Trickkiste greifen: An viele Sträucher passt immer noch ein Untermieter in Form einer Clematis, so dass man ihnen leicht eine zweite Blüte unterjubeln kann. Spaliere jeglicher Art sind außerdem eine willkommene Möglichkeit, bei wenig Platzbedarf in die Vertikale zu streben.
Aber auch die Horizontale sollte genutzt werden: Die Rasenfläche kann man prima mit Blumenzwiebeln bepflanzen, wenn die Beete schon überquellen.
Also: Ein Reihenhausgarten ist zwar kein Schlosspark - aber langweilig muss er deswegen noch lange nicht sein!

























