Als Naturgärtner mit dem Ansinnen, die Insekten zu fördern, fragt man sich manchmal, ob man alleine ist auf der Welt. Da wird vertikutiert, bis die (Rasen-)Schwarte gekracht, gedüngt und umgegraben, auf dass alle Wildbienen das Weite suchen und im gemästeten Grün keine Lücken mehr finden. Oder ein lückiger Rasen, der von Sandbienen besiedelt ist, wird knöcheltief mit Holzhackschnitzeln oder gar Schotter zugeschüttet. Da schält sich keine Biene mehr heraus. Auch die einschlägigen Gartenmagazine überbieten sich heuer mit den Tipps für einen makellosen Rasen, Wildbienen sind dabei egal oder lästig. Sie sollen gefälligst hübsch und ordentlich aufgereiht im Baumarkt-Bienenhotel hocken - dafür hängt man es schließlich an den Stabgitterzaun - aber doch bitte nicht die Gartengestaltung als Ganzes stören! Wo kämen wir denn da hin?
Ist es also gar nicht möglich, Wildbienen auf breiter Front in Gärten zu fördern, weil ein "gepflegter" Rasen bzw. Garten immer Vorrang hat? Oft resigniere ich angesichts leerer, laubfreier Beete mit einzelnen Baumarktpflanzen oder Hochbeeten gefüllt mit Torferde.
Dass es auch anders geht, zeigen mehrere Beispiele aus der Umgebung. In der Nähe steht zum Beispiel ein Imbisswagen, unter dem die trockene, weil überdachte, Erde gerade aussieht wie ein Schweizer Käse. Schön durchlöchert haben Frühlings-Pelzbienen die Fläche und nisten hier in einer summenden Kolonie voller kleiner Pelztiere. Als ich mich auf den Boden geschmissen habe, um sie zu fotografieren, kam auch gleich der Besitzer und hat mir erklärt, dass die Bienen seit Jahren dort nisten und er auf sie aufpasst. Sie kommen hier nicht unter die Räder, auch wenn es so aussieht:
Man braucht aber nicht unbedingt einen Imbisswagen und lehmige Erde - die sind als Bienenhotel leider auch nicht als Kombi im Handel erhältlich. Ein Sandarium tut es auch. Solch ein Sandkasten für Bienen wurde in einem Schrebergarten in der Nähe angelegt und er wird gut angenommen.
Gerade sind dort Frühlings-Seidenbienen zu beobachten und man sieht gut, wie tief sie graben, denn der hinausgeförderte Sand hat eine ganz andere Farbe als der obere.
Damit die Fläche nicht als Katzenklo missverstanden wird, sind stachlige Äste darauf drapiert. Es wirkt, allerdings auch gegen lästige Fotografinnen.
Ein paar Bilder konnte ich trotzdem machen. Diese Szene sieht zwar nett aus, aber das Weibchen war längst tot, als das Männchen sein Glück versuchte...
Auch Furchenbienen wohnen hier oder in den Pflasterfugen im Weg. Auch die Brutparasiten wie Wespenbienen und Blutbienen sind nicht weit und laufen ungeniert in die Bienengänge.
Hier die Große Blutbiene:
Die Frühlings-Seidenbienen beschränken sich auch nicht nur auf das Sandarium. Sie nisten auch in den umliegenden Beeten und fallen gleich durch ihre scheunentorgroßen Nistgänge auf. Zur Not verschwinden sie unter den Stauden und man sieht ihr Nest gar nicht. Man sollte in diesem Fall im Frühjahr nicht zu viel jäten, pflanzen oder umgraben, um die Kolonie nicht zu stören.
Wenn diese Beispiele nicht wären und man nicht doch immer wieder Gleichgesinnte treffen würde, müsste man wirklich resignieren. Wie macht ihr das? Wie geht ihr mit beratungsresistenen Gartenbesitzern um?









































