Es gibt Obst, das könnte auch in der Muppetshow auftreten, soviel Persönlichkeit hat es. Quitten zum Beispiel. Die punkten nicht nur beim Scrabble ganz ordentlich, sondern sind auch so richtig zum Knuddeln, duften hinreißend und man kann sogar noch Marmelade aus ihnen kochen.
Keine andere Frucht ist so kuschelig wie eine Quitte (Cydonia oblonga). Die gelbe Schale ist oft mit einem Pelz überzogen. Leider rubbelt er bei zuviel Zudringlichkeit ab und flust in der Gegend herum. Bis dahin aber überrascht er mit einem seidenweichen Kuschelfaktor. Quitten sollten eindeutig als Haustiere vermittelt werden.
Das Basilikum, das ich als Deko dazu gelegt habe, hat ähnlich kuschelweiche Blütenstände und harmoniert auch farblich ganz gut, duftet aber natürlich ganz anders.
Ist der Bart ab, bleibt immer noch dieser unwiderstehliche Duft, der den ganzen Raum erfüllt. Die Mauser der Früchte ist auch am Baum ein guter Indikator: Anders als bei Menschen zeugt der Bart nicht von Reife, sondern er wird abgeworfen, wenn die Quitten erntereif sind.
Das Basilikum, das ich als Deko dazu gelegt habe, hat ähnlich kuschelweiche Blütenstände und harmoniert auch farblich ganz gut, duftet aber natürlich ganz anders.
Was dann kommt, ist weniger schön: Die Früchte haben eine weiche Schale, aber einen rauen Kern. Sie sind sehr hart und unnachgiebig. Kein Wunder, dass man das Einkochen so lange es geht hinauszögert und lieber noch ein bisschen mit ihnen kuschelt. Und das ist gut so! Diese Apfelquitten, die ich von einem Kollegen geschenkt bekam, weil dieses Jahr eine richtige Quittenschwemme herrscht, habe ich noch eine ganze Woche vor sich hin schmoren lassen, auf dass sie noch etwas weicher werden.
Hat auch geklappt - so schlimm war's gar nicht! Geradezu zuvorkommend waren die gelben Dinger und konnten vorher noch einige Tage als Raumparfum dienen. Vor dem Verarbeiten habe ich aber noch den Pelz mit einem Küchentuch abgerubbelt. Die Marmelade (Quitten + Zitronensäure + 2:1-Gelierzucker) ist schön quittegelb geworden und geliert wie Teufel.
Quitten sind auch sehr schöne Gartenbäume, die genauso breit wie hoch werden - meist um die 4 Meter in alle Richtungen. Da braucht man schon Platz. Dafür sind sie aber auch sehr gute Schattenspender - mit dem Liegestuhl passt man auch drunter.
Die Blüten sind ebenso spektakulär, größer als die von Äpfeln und schalenförmig. Das Laub ist filzig behaart, also ähnlich kuschlig wie die Früchte. Das ist schlau, denn dieser Flaum mindert die Verdunstung, daher können Quitten Trockenheit recht gut vertragen. Da der Pelz im Winter aber fehlt und die Bäume etwas frostempfindlicher sind als Äpfel, empfiehlt sich ein geschützter Platz, etwa vor einer Mauer. Spätfröste meidet eine Quitte lieber durch ihre späte Blüte.
Quitten sind wirklich toll, sehr lecker und verhältnismäßig anspruchslos. Schade, dass ich keinen Platz habe, sonst hätte ich gern so einen Kuscheltierspender im Garten!













