Posts mit dem Label Taubenkropf-Leimkraut werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Taubenkropf-Leimkraut werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 3. Juni 2017

Blüten im Null-Euro-Beet? Unbezahlbar!

Nun ist der Wonnemonat Mai schon wieder vorbei, was sich reimt und gar nicht gut ist, denn von ihm kann man nun wirklich nicht genug bekommen. Aber zum Glück gibt es ja noch zweitbesten, den Ersatz-Wonnemonat, und nun ist er angebrochen: Der Juni.


Während der Mai im Null-Euro-Beet schon nicht von schlechten Eltern war, ist sein Nachfolger der Monat des Mohns. Man staunt, wie die Pflanzen es schon wieder geschafft haben, ihre Samen zum Keimen zu bringen, obwohl der Boden nicht umgegraben wurde. Jetzt blühen die ersten borstigen Knospen, dass es eine wahre Pracht ist. Viel mehr werden im Laufe der nächsten Wochen noch aufgehen.



Die Bartnelken haben sich wieder Bart und Blüten wachsen lassen:



Schon im Mai fing das Spanische Gänseblümchen an zu blühen - auch ein kleiner Held, der eigentlich nicht hinreichend winterhart ist, aber das weiß er zum Glück nicht:




In den Juni hinein geht es auch mit der Pentaglottis sempervirens, die sich in mehrfacher Ausfertigung in das Beet geschlichen hat und ihm einiges an Blüten einbläut:

Die Margeriten blühen, hier ganz kontrastreich neben der Purpurschlehe, deren Erröten wohl ansteckend ist, denn auch die selbst aus Hagebuttensamen gezüchtete Rose hat weinrote Triebe, leider ohne Knospen:



Freudig begrüßt wird auch die Seidenpflanze - ein Ableger aus einem schon recht seidenpflanzen-geplagten Garten. Mal sehen, wann ich meine eigene Seidenstraße habe...

Mein großer Liebling ist aber das Taubenkropf-Leimkraut, gerade wegen seiner Aufgeblasenheit: Dieses zarte Nelkengewächs blüht nun das zweite Jahr und ich werde langsam zum Fan dieser heimischen Pflanze, die von Hummeln und Schmetterlingen besucht wird.



Hier schmeigt es sich an Fingerhut an:


Die weiße Taubnessel (Lamium album) spielt hier die Unschuld vom Lande, kann mir aber nicht plausibel erklären, warum sie sich weigert, sich in meinem Garten anzusiedeln, im Null-Euro-Beet aber sofort mit Sack und Pack einzog, ohne dass sie eine Extraeinladung brauchte:


Rosa multiflora blüht dazu in ebenfalls unschuldigem Weiß, das erste Mal, dass diese Krake von Wildrose dem totgepflegten Garten auf der anderen Seite vom Zaun mal zeigt, was Blüten sind:


Ebenfalls weiß: Der unter dem Namen Kornelkirsche von einem Nachbarn ins Beet gesetzte Rote Hartriegel, der seine Identitätskrise überwunden hat und mittlerweile doch recht deutlich mit dem Zaunpfahl winkt, dass er bitteschön keine Kornelkirsche ist und auch weiterhin keine sein möchte. Die Hummeln mögen ihn schon mal.



Brauner Storchschnabel und Rote Spornblume sind in alter Frische wieder beim Blühen dabei:



Wie man hier sehen kann, fühlt sich das Null-Euro-Beet aber an einer Seite neuerdings von einem militärischen Aufmarsch an Thuja-Monstern bedroht, die ihm früher oder später die Sonne und hoffentlich nicht jeglichen Lebensmut nehmen werden:


Da ist mir meine kleine Wildnis doch viel lieber. Und die macht es sich im Juni gerade so richtig gemütlich...

Sonntag, 29. Mai 2016

Schwarze Null

Das Null-Euro-Beet liegt außerhalb meines Gartens, und wie der Name schon sagt, soll es absolut keinen Euro kosten. Noch nicht mal ein Cent sei ihm gegönnt. Also schleppe ich Ableger, Findelpflanzen und Samen dorthin, um mein blühendes Wunder auch ohne Geld zu erleben.

Das Beet macht aber auch selbst tatkräftig mit beim lustigen Kraut-Funding, da muss ich es mal loben. In Eigenregie zaubert es die herrlichsten Pflanzen aus dem Nichts, geht ganz tief in sich und holt lange verschütt gegangene Samen nach oben.

Letztes Jahr war es der Klatschmohn, der alles in Rot tauchte, dieses Jahr ist es das Violett der Nachtviolen (Hesperis matronalis), das Standing Ovations erheischt. Das Null-Euro-Beet hat also das Blackbox-Gardening für sich entdeckt und schreibt nun eine richtig schwarze Null.



Die Nachtviolen sind imposante Gestalten, die mir locker bis zum Hals gehen und oben drauf unzählige Blüten haben.



Der Mohn ist auch noch da, außerdem hat sich ein Einjähriges Silberblat (Lunaria annua) eingeschlichen:



 
Auch neu dieses Jahr sind spannende Gäste aus einem Samentütchen, das ebenfalls kostenlos war und sich somit an die Spielregeln hält. Es war eine Mischung für Bienen, die im ersten Jahr mit Einjährigen überzeugte. Ringelblumen und Phacelia wuchsen rasch und blühten üppig. Diesen Mai aber legten die Stauden aus der Tüte so richtig los. Nie wäre ich drauf gekommen, was sich da zum Himmel streckt!

Das Who is Who der heimischen Pflanzen blüht jetzt um die Wette. Da wäre zum Beispiel das Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris), das mit seinen kleinkarierten Puffärmel-Blüten so gekonnt ein Kindchenschema bedient, dass man sich schon fragt, warum es nicht öfter in Gärten wächst? Es liebt mageren Boden und ist trockenheitsverträglich.


Auch eine Premiere im Beet hat der Echte Wundklee (Anthyllis vulneraria) - ein Strahlemann in leuchtendem Gelb, der um die Blüte herum einen flauschigen Bart hat, obwohl er erst so jung ist. Noch so eine Staude also mit Niedlichkeitsbonus.



Der Kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor) mit seinen roten Blütenkugeln ist ja sowieso herzallerliebst. Jeden Tag hat der kleine Punk eine andere Frisur, aber nie einen Bad-Hair-Day - das muss man auch erst mal schaffen.



Noch ganz klein ist die Bereifte Rose (Rosa glauca), die ich vor einem Jahr als Sämling aus einer Pflasterfuge herausoperiert habe. Die schicke rote Laubfarbe hat sie aber schon wie eine große. Damit man sie nicht übersieht, hat sich netterweise ein kleines Hornveilchen an sie angekuschelt, das in ihr eine große, bewaffnete Schwester gefunden hat.


Das Spanische Gänseblümchen (Erigeron karvinskianus) hat den Winter überlebt und blüht schon wieder in Massen:



Diese vielen kleinen Wunder sieht man von weitem alle nicht so gut. Aber ich weiß, dass sie da sind, und ebenso alle Insekten. Für den Knalleffekt sind ja auch die Nachtviolen da, die das große Beet zum Glück salonfähig machen, bevor noch einer der Nachbarn über meine wilden Freunde lästert...