Wenn man gern Urlaub am Mittelmeer macht, dann kann ich dieses Jahr Bielefeld empfehlen. Da fehlt zwar das Meer, aber die Temperaturen und die fehlenden Niederschläge kriegen wir hier sehr gut nachgebildet.
Allerdings ist das mit der ewigen heißen Sonne ohne Regen so langsam kein Luxusproblem mehr, obwohl es viele Mitbürger wohl eher als Luxus denn als Problem bezeichnen würden. Ich finde, es ist eine Katastrophe, und wundere mich, dass es trotz allem noch Pflanzen gibt, die aussehen wie das blühende Leben.
Diese Phalanx an Kompass-Lattichen (Lactuca serriola) zum Beispiel, die da so militärisch aufgereiht vor den Garagentoren in der prallen Sonne als Türsteher vor sich hin vegetieren. Ich lehne mich sicher nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass die da keiner gießt. Das lehrt uns zwei Dinge: Erstens: Die Garagen werden nicht so oft benutzt, und zweitens: der Kompass-Lattich ist mit allen Wassern gewaschen, zur Not aber auch mit gar keinem einzigen Tropfen. Wie macht er das bloß, gerade in dem Hitzestau vor der Wand?

Die Samenpuschel, die ein bisschen wie Löwenzahn als Gorgonenhaupt verkleidet aussehen, sind zahlreich, und so wird dieser Hitzeheld bald die Welt im Fluge erobern.
Doch was ist das Geheimnis seines Erfolges? Einer seiner Tricks ist es, die Blattstellung so zu verändern, dass das Laub entweder mit der vollen Blattspreite zur Sonne zeigt, wenn er denn welche möchte, oder er gibt dem Licht die Kante, sprich, er dreht die Blattfläche von der Sonne weg. So reduziert er die Verdunstung. Dazu kommt eine ewig lange Pfahlwurzel.


Die Samenpuschel, die ein bisschen wie Löwenzahn als Gorgonenhaupt verkleidet aussehen, sind zahlreich, und so wird dieser Hitzeheld bald die Welt im Fluge erobern.
Doch was ist das Geheimnis seines Erfolges? Einer seiner Tricks ist es, die Blattstellung so zu verändern, dass das Laub entweder mit der vollen Blattspreite zur Sonne zeigt, wenn er denn welche möchte, oder er gibt dem Licht die Kante, sprich, er dreht die Blattfläche von der Sonne weg. So reduziert er die Verdunstung. Dazu kommt eine ewig lange Pfahlwurzel.

Schade, dass solche Harten für den Garten dann leider nicht so richtig repräsentativ aussehen, sonst wäre ich ja Feuer und Flamme für den ahletischen Kompass-Lattich mit seinen Kunstfertigkeiten.
Auch dieser Kalifornische Goldmohn an der Hauswand gibt sich ähnlich zäh, der kennt das schlimme Wetter ja auch von zuhause.
Im Garten ist es die Kugeldistel (Echninops ritro), die völlig unbeeindruckt dasteht, außerdem lassen sich die Moschusmalven, die Zypressen-Wolfsmilch, das Helmkraut und die Stockrosen nichts anmerken.
Die Buschmalve sieht blendend aus, die Süßdolde an den Rändern etwas ausgefranst und braun, sie lebt aber immerhin auch ohne Gießkanne noch.
Dagegen muss auf den Phlox und den Kerzen-Knöterich ständig aufgepasst werden, die möchten jeden Abend einen ordentlich Schluck aus der Pulle.
Wenn nur ein bisschen von der Contenance des Kompass-Lattichs in diesen Gartenpflanzen stecken würde, das wäre ein echter Gewinn, nicht nur vorm Garagentor.




























