Neulich wurde mir ein Video aufgedrängt, indem eine Person Schmetterlinge aus gelben Ginkgo-Blättern faltet. Das ging ziemlich fix und in einer fließenden Handbewegung. Man legt zwei Blätter aufeinander, am besten ein kleineres auf ein größeres, drückt sie seitlich zusammen, bildet eine Schlaufe aus den Stielen und fädelt die Stiele sofort durch diese Schlaufe, sodass sich ein Knoten bildet. Das sind dann die Fühler und die beiden Blätter bleiben zusammen. Es sah am Ende sogar ganz hübsch aus. Nun ist es ja Herbst und gelbe Ginkgo-Blätter liegen überall dort herum, wo Ginkgos wachsen, sofern die städtischen Laubbläser sie noch nicht entdeckt haben.
Also bin ich dort mal hin und habe ein paar Blätter mitgenommen. Und dann habe ich versucht, diese Schmetterlinge zu falten. Was soll ich sagen? Wenn ich davon ein Video gemacht hätte, wäre das abendfüllend geworden, weil ich das mit dem Einfädeln nicht fließend hinbekommen habe. Ich war nicht geschickt genug dafür. Falls ich es wie ein blindes Huhn mal geschafft hatte, rissen beim Zuziehen der Schlaufe gleich die Stiele ab. Vielleicht braucht man einen speziellen Ginkgo dafür, einen Gummi-Ginkgo?
Das hier ist das einzige Objekt, das von den vielen Versuchen zu etwas halbwegs Schmetterlingsähnlichem geführt hat. Und damit es auf keinen Fall eine Verwechslung gibt, habe ich das Ding auf die letzten Alant-Blüten gesetzt. Jetzt sieht es doch täuschend ähnlich aus, oder? Oder?
Ich habe nur Handybilder von dem Machwerk, um ja nichts zu beschönigen.
Origami aus kompostierbaren Materialien im Vorbeigehen hat bei mir nicht funktioniert, ich bin untröstlich.
Das Ganze ist jedenfalls wahrlich kein Grund, sich für das Bastelmaterial einen Ginkgo in den Garten zu pflanzen!










