Bevor hier Missverständnisse auftauchen: Ich liebe Regen und er war auch bitter nötig. Regen bringt Segen, aber so manche Pflanze in meinem Garten bringt er eben auch zu Fall. Und wenn die erstmal herumhängen wie ein Schluck Wasser in der Kurve gibt es kein Zurück mehr, auch nicht, wenn sie wieder trocken hinter den Blättern geworden sind. The only way is up? Nee, in diesem Fall eher nicht.
So ist in den letzten Wochen auch mein Echter Alant (Inula helenium) havariert und spielt jetzt Verkehrshindernis. Und das macht er ziemlich effizient, muss man sagen, eine Bahnschranke ist nichts dagegen. Und ich bin die Bahnwärterin.
Wenn ich durch den Garten gehen will, der ja nun schon ziemlich klein ist, muss nun ich die Alantstängel hochheben und drunter hergehen, den Hummeln auf den Blüten werden dann ganz schwindlig, als wären sie in einer Schiffsschaukel auf der Kirmes. Oder ich robbe durch den Garten - geht auch, sieht aber hochnotpeinlich aus.
Ich hatte ja berichtet, dass der Alant im Mai schon beängstigende Ausmaße angenommen hatte und nur durch den Staketenzaun gebändigt wurde. Nun, der reicht nun nicht mehr, er verhindert lediglich, dass die Triebe ganz am Boden liegen.
Nun ist guter Rat teuer. Alle Stängel einzusammeln und zusammenzubinden traue ich mich nicht so recht. Was, wenn er dann beim nächsten Orkan, wie sie ja im Sommer mittlweweile an der Tagesordnung sind, dann komplett umkippt und sogar entwurzelt wird?
Und ein höherer Zaun innerhalb des bestehenden sähe auch irgendwie blöd aus.
So bietet der elefantöse Alant dieses Jahr wenigstens die Möglichkeit, seine gelben Strubbelsonnen nicht nur von unten zu sehen. Die Blütenbesucher kann man nun ganz bequem beobachten.
Und es kommt zu ganz neuen Beetkombinationen! Mehrere Triebe sagen nun dem Kerzen-Knöterich guten Tag, eine Zusammenstellung, die im letzten Jahr nur mit roher Gewalt möglich war. Nun kniet sich er Alant freiwillig nieder.
Der Sonnenhut allerdings schaut ganz skeptisch ob der Belagerung:
Das Positive: Offenbar geht es die riesigen Staude prächtig. Meine Kompostgaben lassen sie zu Höchstleistungen aufsteigen. Ich habe in anderen Gärten schon deutlich kleinere Exemplare gesehen, die nur im Hochbeet die Zweimetermarke geknackt haben. Meiner schafft das vom Boden aus, der alte Angeber.
Also, ein Hoch auf den Alant, auch wenn er dieses Jahr etwas bodenständig daherkommt!