Das Beste an der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen ist, dass sie im Januar stattfindet. Bei Messen im Frühjahr, Sommer oder Herbst bin ich immer hin und her gerissen, ob ich meinen Tag wirklich in geschlossenen Räumen verbringen möchte.
Aber die IPM macht es richtig: Im Winter, bevor die Gartensaison losgeht, ist der beste Zeitpunkt für das Spektakel. Und ein bisschen Natur kommt auch die Messehallen, wenn auch nur in Form von ausgebufften Straßentauben, die die Imbissstände zur Mittagszeit anfliegen und irgendwie den Weg in die Hallen finden, oder als unglückseliger Kleiner Fuchs, der wohl mit Pflanzen in die für ihn zu warmen Hallen kam und herumirrte.
Auf der IPM findet man alle vier Jahreszeiten. Um die Pflanzen bestmöglich zu präsentieren, werden Blumenzwiebeln angetrieben und zum Blühen bewegt, Obstbäume in Winterruhe gezeigt oder Wildpflanzen blühend ausgestellt, die sonst im Sommer erst dran wären. Zimmerpflanzen gibt es auch.
Dieser Stand war besonders schön. Ich bekam hier auch gleich eine Echeveria pulvinata geschenkt, die mich dann den ganzen Messetag begleiten musste.
Der Nabu Niederrhein hat das Unmögliche möglich gemacht und Stauden blühend ausgestellt, die erst im Sommer ihre Hochzeit haben. Sie wollten das kleinste Insektenschutzgebiet Deutschlands zeigen. An diesem Stand habe ich mich sehr nett unterhalten.
Nachhaltigkeit ist durchaus ein Thema auf der IPM. Viele Aussteller zeigen Töpfe, die nach dem Einpflanzen verrotten. Den hier unten mit dem bezeichnenden Namen "Greta" habe ich mitnehmen dürfen, ich werde berichten, wie er sich so anstellt.
Es gibt aber natürlich auch modische Entgleisungen, die nichts mit Nachhaltigkeit zu tun haben, wie diese in Wachs getauchten Blumenzwiebeln. Hier ist Erdöl in poppigen Bonbonfarben im Spiel, das nicht in den Boden oder in den Kompost gelangen sollte. Wenn sie wenigstens aus Zuckerguss wären - immerhin sind die armen Hyazinthen ja sogar aufgespießt worden wie die glasierten Äpfel auf dem Rummel.
Auch die Zitrusfrüchte mit dem Hinweis, dass man dadurch etwas für Bienen tut, waren etwas fragwürdig. Wenn es wenigstens Zitronenfalter gewesen wären....
Neu sind Bioland-zertifizierte Zimmerpflanzen, was wirklich eine Marktlücke ist, denn die meisten kommen pestizidverseucht ins Wohnzimmer.
Andere Stände zeigten Vermehrungsmaterial und waren nicht für uns Endverbraucher gedacht. Nichtsdestotrotz war es beeindruckend, die vielen Ableger und Stecklinge zu sehen. Hier musste ich mich zurückhalten, um nicht zuzugreifen. Ich habe aber den Boden nach verlorenen Stücken abgesucht, nur leider nichts gefunden.
Fantasievoll gestaltet war der Stand von Blu - mit Kühlschrank und Fahrrad. Hier kann man bald neue Nutzpflanzen als Topfware in Bioqualität kaufen, zum Beispiel Malabarspinat, Spargelerbse oder den Cannabis-ähnlichen Zuckerstrauch Rubus chingii var. suavissimus, der die Nachbarn garantiert schocken wird.
Mit diesen Frühlingsimpressionen von der IPM möchte ich für heute schließen. Es war wieder ein spannender Messetag.






















































