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Samstag, 7. Dezember 2024

Väterchen Frost hat's immer noch drauf

In manchen Jahren kommt er seltener als der Weihnachtsmann zu Besuch – den milden Wintern sei Dank. Aber wenn Väterchen Frost schließlich doch einmal vorbeischaut, ist es immer wieder ein Fest! Dann wird der Garten, der am Tag zuvor noch mitleiderregend bis matschig aussah, wieder trittfest und wunderschön. Das sollte man als einen Feiertag begehen, denn nie konnte man besser rechtfertigen, warum man die ollen Staudenstängel stehengelassen hat!

Ist dieser Naturgarten, den ich in einer Kleingartenanlage entdeckt habe, nicht ein Traum? Nicht auszudenken, wenn schon alles abgeschnitten wäre, einschließlich der Gräser.






Sogar die Kugelspringer haben sich feingemacht, sind aber weniger zahlreich unterwegs und eher zur Mittagszeit, wenn die Temperaturen etwas gestiegen sind.


So mag ich selbst die Hortensienblüten ganz gern.

Hortensie

Der erste richtige Frost des Winters ist sowieso der beste. Stauden, die bei Eiseskälte zu Brei werden, sind erst einmal schön schockgefroren und stehen da wie eine Eins. Ein zweites Mal schaffen sie das Kunststück meistens nicht, wenn die Temperaturen einmal wieder viel höher waren. Dann sinken sie dunkelgrün und matschig zu Boden, sodass ihre Stängel nicht mal mehr das Fliegengewicht eines Spatzes tragen können. Aber einmal schaffen sie es, beim großen Frost-Festival mitzumachen und gut dazustehen. Ein Beispiel dafür ist der Kerzen-Knöterich, dessen große Blätter nicht allzu viel aushalten.

Die Wilde Karde hält sich auch nach dem Frost wacker senkrecht - Kunststück, ist sie doch längst vorher schon abgestorben.


Auch die Früchte des Pfaffenhütchens sind noch schön rot und bekommen immer noch Besuch von Mönchsgrasmücken, die vermutlich wieder versuchen, hier zu überwintern.

So schmücken die Vögel die Sträucher und Samenstände selbst dann, wenn kein Frost da ist, der sie in Glanz und Gloria versetzen könnte...




Sonntag, 31. Januar 2016

Für die rosarote Brille

Singvögel sind Augentiere und haben bei der Arbeit oft die rosarote Brille auf - wo etwas rot aus dem Gestrüpp leuchtet, wäre es doch gelacht, wenn es dort nichts Essbares geben würde. Früchte in Signalfarbe sind daher begehrtes Vogelfutter. Selbst Chilis werden in ihrer Heimat von Vögeln verspeist - die müssen wirklich einen Magen aus Asbest haben.

In unseren Breiten sind es eher Hagebutten, Schneeball-, Johannis- oder Weißdornbeeren und die Früchte vieler Geißblattarten. Im Spätsommer kontrastiert das Rot besonders gut mit grünem Hintergrund, aber selbst im Winter hebt sich das Vogelfutter noch schreiend bunt vor brauner oder weißer Kulisse ab, je nach Schneelage.
 

Diesen Winter versucht sich in meinem Garten ein Mönchsgrasmückenmännchen am Überwintern in unseren Breiten, es hat seinen Beruf als Zugvogel an den Nagel gehängt und pfeift auf einen Winterurlaub. Das ist ein bisschen so, als wenn unsereiner untrainiert den Mount Everest besteigen möchte, also nicht ganz ungefährlich bis lebensmüde. Bisher klappt das trotz der arktischen Woche Mitte Januar ganz gut, den roten Hagebutten der Büschelrose (Rosa multiflora) sei Dank. Die Temperaturen sind eher mild und sogar die sonst unscheinbar grüne Stinkende Nieswurz (Hellborus foetidus) blüht mitten im Winter und hat zur Feier des Tages roten Lippenstift aufgetragen.



Weil Rot also so gut bei Vögeln ankommt, habe ich mir einen Meisenknödelhalter aus Naturmaterialien gebastelt. Dazu habe ich vier Zweige vom Hartriegel genommen - natürlich von einer Sorte mit knallroter Rinde, in diesem Fall Cornus alba 'Sibirica' - Vogelfutter mit Sti(e)l serviert.


Die muss man sowieso regelmäßig schneiden, da nur die Rinde junger Hölzer so schön farbig ist. Zweige, die schon mehr zum Bräunlichen tendieren, können im Winterhalbjahr an der Basis gekappt werden - damit der Strauch noch Strauch bleibt und keine Existenzängste bekommt, reicht eine Verschlankung um jeden zweiten oder dritten Ast.

An einem Ende habe ich die abgeschnittenen Äste dann mit roter Schnur zusammengebunden und den Meisenknödel ohne Netz und doppelten Boden darin wie in einem Korb eingeklemmt.
Nun kommt der schwierige Teil, für den man am besten 4-6 Hände vorrätig haben sollte. Da die meisten Menschen nur zwei davon am Körper tragen, musste mein Mann die Zweige über dem Meisenfutter zusammenhalten, während ich den oberen Knoten gemacht habe.


Nun kann nichts mehr verrutschen. Die Konstruktion habe ich dann im Garten über einen Zweig der Büschelrose gesteckt. Fertig ist der Vogelkäfig, nur anders herum.

Nun hoffe ich auch dank der Farbe auf regen Vogelbesuch - sollen die Tiere ruhig mal Rot sehen!

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De Verlosung ist zu Ende! Ein Exemplar meines Buches hat gewonnen: Helge von Hollerbusch und Kaffeekännchen!


Ich möchte mich ganz herzlich für eure zahlreichen, ganz, ganz netten Kommentare zu meinem Buch bedanken - ich war einfach nur sprachlos!