Liebe Pflanzenzüchter, tut doch mal was zur Ehrenrettung einer kleinen Staude, die völlig zu Unrecht höchst selten in Gärten zu finden ist. Das hat der wilde Wald-Ziest (Stachys sylvatica) doch nun wirklich nicht verdient.
Na gut, der Geruch seiner Blätter ist etwas befremdlich, wenn man an ihnen reibt, aber das muss man ja nun auch nicht ständig tun - einfach Finger weg! Und, ja, zugegeben, ohne Blüten sieht er immer ein bisschen aus wie eine böse Brennnessel, weshalb er von vielen Gartenbesitzern auch sogleich als eine solche eliminiert wird (nicht ohne sich dabei über den fehlenden Schmerz zu wundern).
Doch seine Blüten sind einfach fantastisch - lilafarben mit einer filigranen Zeichnung, die glatt als Kunstwerk durchgehen könnte. Außerdem mäandert er durch den Garten, taucht an neuen Stellen auf und blüht sogar in der Sonne noch ganz zufrieden vor sich hin, obwohl er von Hause aus ein Kind des Waldes ist.
Wo er nicht hinpasst oder sich zu breit macht, kann man ihn leicht herausziehen. Meist kommt dann eine Schleppe von Rhizom hinterher, die seine Untergrundtätigkeit beweist. Nicht nur durch Ausläufer pflanzt er sich fort, sondern auch durch Samen, was seine plötzliche Anwesenheit in mit Kompost gemulchten Blumentöpfen erklärt.
Aufgrund seiner langen Blütezeit ist er bei Hummeln als zuverlässige Nahrungsquelle bekannt. In meinem Garten beobachte ich sogar seit einiger Zeit mit Freuden die Anwesenheit der Wald-Pelzbiene (Anthophora furcata), die von den größer werdenden Ziestbeständen angelockt wird.
In der Werbetrommel darf auch seine Eignung als Wildgemüse nicht fehlen!
In der Werbetrommel darf auch seine Eignung als Wildgemüse nicht fehlen!
Aber ganz offensichtlich wird das Alles nicht dazu ausreichen, den kleinen Stinker als geliebte Gartenstaude zu etablieren. Zu unbekannt ist er - und wenn man ihn nur flüchtig kennt, sind die Vorurteile gegenüber seiner wuchernden Tätigkeit einfach übermächtig.
Dabei macht er sich neben Frauenmantel oder - wie hier - Geranium phaeum recht gut:
Im direkten Vergleich mit den Blüten des Nesselkönigs (Lamium orvala) zeigt sich, wie winzig die des Ziests sind - nebeneinander sehen sie aus wie Pat und Patachon. Beide Stauden können zusammen im Schatten unter Gehölzen wachsen.
Dabei macht er sich neben Frauenmantel oder - wie hier - Geranium phaeum recht gut:
Im direkten Vergleich mit den Blüten des Nesselkönigs (Lamium orvala) zeigt sich, wie winzig die des Ziests sind - nebeneinander sehen sie aus wie Pat und Patachon. Beide Stauden können zusammen im Schatten unter Gehölzen wachsen.
Und jetzt kommt ihr ins Spiel, liebe Pflanzenzüchter! So tut doch was! Drängt den Geruch des stinkenden Stachys sylvatica in Richtung Zitronenaroma, von mir aus auch Erdbeereis mit Sahne. Oder verpasst ihm ein neues Kleid aus weißbuntem Laub, denn durch diesen Trick mit den panaschierten Blättern ist doch am Ende sogar der Giersch salonfähig geworden.
Irgendwas wird euch schon einfallen, es soll ja nur ein bisschen Ziest-Zauberei sein. Als kleiner Anreiz sei gesagt, dass ihr durch die großzügige Ausläuferbildung in Bälde richtig reich sein werdet, versprochen. Es wäre doch wirklich zu schade, wenn wir diese bei Bienen so beliebte Wildstaude nicht aus ihrem Schattendasein herausholen könnten! Also - ich zähle auf euch!
Irgendwas wird euch schon einfallen, es soll ja nur ein bisschen Ziest-Zauberei sein. Als kleiner Anreiz sei gesagt, dass ihr durch die großzügige Ausläuferbildung in Bälde richtig reich sein werdet, versprochen. Es wäre doch wirklich zu schade, wenn wir diese bei Bienen so beliebte Wildstaude nicht aus ihrem Schattendasein herausholen könnten! Also - ich zähle auf euch!










