Viele Gartenbesitzer machen jetzt ihren Garten winterfest. Doch was bedeutet das eigentlich? Immerhin haben wir die meisten Gartenpflanzen ja eigens dafür angeschafft, dass sie einen ganz normalen Winter überleben, ohne dass man sie darauf vorbereiten müsste. Das können sie von ganz alleine, da kennen sie sich mit aus.
Leider heißt "winterfest machen" bei den meisten Leuten, die Stauden zurückzuschneiden. Dabei werden sie davon eher winterschwächer als -fester, nimmt man ihnen doch den ureigenen Schutz in Form von welken Laub und alten Stängeln. Außerdem können dann Vögel keine Samen mehr finden und Insekten haben keine Überwinterungsplätze mehr. Deswegen lasse ich das Schneiden sein. Von wegen faul - das ist wirklich für die Tiere sehr sinnvoll.
Ich habe den Garten am letzten Wochenende also auf meine Art winterfest gemacht - auf die bequeme Art, nach dem Motto: Im Frühling ist auch noch ein Tag.
Das alte Kohlmeisennest muss zum Beispiel aus dem Nistkasten raus, damit die Vögel darin im Winter schlafen können. Das tun sie nämlich am liebsten ohne Nistmaterial, da es sowieso von Parasiten besetzt ist. Ein Ei kam dabei zutage, es ist unfassbar winzig. Außer Moos nichts los? Doch, einen ganzen Haufen Fasern haben die Kohlmeisen angeschleppt, woher auch immer. Von mir haben sie die jedenfalls nicht.
Als nächstes muss die Bewässerung der Kübelplanzen abgebaut werden, damit die Tonkegel keinen Frostschaden bekommen. Das heißt: Druckminderer vom Wasserhahn abschrauben, Blumat-Tropfer raus aus der Erde, alle Verbindungsschläuche vom Hauptschlauch abziehen und dann vorsichtig am großen Schlauch ziehen, ohne alle Tomaten abzureißen.
Auch die großen Tonkegel für die Weinflaschen und der Bewässerungsvogel müssen aus den Kübeln verschwinden. Die Weinflaschen kommen jetzt ins Altglas, im nächsten Jahr gibt es neue, glänzende, denn die alten sind schon recht grün geworden über den Sommer, davon habe ich aber kein Foto gemacht.


Dann heißt es: Alles schrubben, damit man es guten Gewissens einmotten kann. Die Tonkegel sind noch einfach, schwieriger sind der Vogel und die Glaskugel, beide setzten regelmäßig von innen einen schmierigen Algenfilm an, den man nur schwer rausbekommt. Mit der alten Zahnbürste geht es schon mal nicht. Also heißt es Rachenputzen beim Vogel und Bürsten bei der Kugel. Am Ende habe ich mir mehrfach mit der Flaschenbürste Wasser ins Gesicht gespritzt und bin mittelmäßig zufrieden mit dem Erfolg.
Eine drängende Frage, die nun zu klären ist: Wer von den nicht-winterfesten Pflanzen wird dem Frost geopfert und welches Weichei darf es sich im Wohnzimmer gemütlich machen? Das Casting geht los, wer kommt eine Runde weiter? Die Tomaten sind zu groß, die werden erfrieren müssen. Die Chili aber bekommt erst jetzt reife Früchte und ist noch voll mit kleinen grünen - und Blüten! Das wäre doch zu schade, sie sterben zu lassen. Trotzdem wird sie sich rächen, denn diese Karibik-Chili ist nicht von schlechten Eltern, was die Schärfe angeht.
Nun müssen noch alle Übertöpfe, in denen das Wasser stehenbleiben kann, umgedreht werden, damit sie nicht platzen. Die Stern-Gladiolen werden aus der Erde geholt und eingelagert.
Die Regentonne wird erst geleert, wenn es deutlich unter Null Grad geht. Nah an der Hauswand nimmt sie bei leichten Frösten keinen Schaden. Und man weiß nie, wann man noch mal Wasser braucht.
Und schon ist der Garten winterfest!
Den Winter über darf jetzt in Ruhe beraten werden, ob die vom Gummifluss arg gebeutelte Gisela (die Süßkische) von ihren Qualen erlöst werden sollte. Dabei trägt sie die schönsten Flechten, und das jahrein, jahraus! Ich bin hin- und hergerissen...
Den Winter über darf jetzt in Ruhe beraten werden, ob die vom Gummifluss arg gebeutelte Gisela (die Süßkische) von ihren Qualen erlöst werden sollte. Dabei trägt sie die schönsten Flechten, und das jahrein, jahraus! Ich bin hin- und hergerissen...










































