Es ist kein Elefant im Raum, aber ein Elefant im Vorgarten. Der eher wie ein grünes Zebra aussieht. Ich habe nämlich etwas sehr größenwahnsinniges gewagt und eine Mariendistel in das kleine Beet vor der Haustür gepflanzt. Die habe ich von Marion geschenkt bekommen, weil die im Juli noch recht kleine Distel im Topf als unverkäuflich galt. Nun, wenn ich mir das so anschaue, dann verkauft sich die Pflanze aber doch ausnehmend gut.
Jeden Tag freue ich mich über den erfrischenden Anblick der gesprenkelten Blätter im Vorgarten, die sich immer breiter machen.
Anfangs wuchs hier mal Frauenmantel an der Beetkante. Der wurde immer mehr von der Herbstanemone bedrängt, bis er verschwand. Jetzt verschwindet Anemone hupehensis immer mehr, blüht kaum noch und wirkt insgesamt angeschlagen. Also habe ich es gewagt, die Mariendistel in die vorderste Reihe zu setzen, wo sich eine Lücke auftat.
Das erfüllt noch einen ganz banalen Zweck: Da die Reihe Steine, die ans Beet grenzt, nicht einbetoniert ist, neigt sie zum Ins-Beet-Kippen. Und damit ich die wankelmütigen Steine nicht noch mehr an den Rand des Abgrundes befördere, hilft jetzt die Distel aus. Sie ist so wehrhaft, dass man sich ihr nur mit hochgeschnürtem, festen Schuhwerk nähert. Durch Socken kommen die Pikser mühelos durch. Ich halte also Abstand, wie das geht haben wir schließlich alle in den letzten zwei Jahren gelernt.
Hinter der Mariendistel steht ein Steckling einer Bartblume, den ich auch von Marion habe, die ihn selbst vermehrt hat. Der sollte sich jetzt mit Wachsen beeilen, denn die Konkurrenz, aka Distel, schläft nicht.
Wo sich die Mariendistel so gut macht im nur halbschattigen Vorgarten, bereue ich es fast, den wahren Elefanten nicht dorthin gepflanzt zu haben: Die Eselsdistel. Aber die wäre spätestens zur Blütezeit wohl doch zu groß.
























