Der größte Säufer von allen ist ohne Frage der Rasen. Wenn er nicht den Rest des Jahre in einer ansprechenderen Farbe als in diesem hitzegestressten "brün" daherkäme, wäre er schon längst durch Kies ersetzt worden.
Ihm dicht auf den Fersen ist der Rest der Schattenparker-Fraktion: Astilben, Astrantia, Stauden-Nachtkerze, Wald-Erdbeeren und nicht zuletzt Gelber Sonnenhut (Rudbeckia fulgida), der auch sicherlich nur so heißt, weil er selbigen bitter nötig hat und nicht, weil er etwa aussieht wie ein Sombrero.
Unter den Gemüsen ist der Rhabarber am wenigsten leidensfähig.
Lobende Erwähnung aufgrund heldenhafter Hitzetoleranz finden dagegen folgende nahezu wartungsfreien Stauden:
- Kronen-Lichtnelke (Lychnis coronaria)
- Salbei (Salvia officinalis)
- Wollziest (Stachys byzantina)
- Thymian (Thymus)
- Fette Henne und andere Sedum
- Sempervivum
- Polsterphlox (Phlox subulata)
- Färberkamille (Anthemis tinctoria)
- Frauenmantel (Alchemilla) - wenn er eingewachsen ist
- Gold-Schafgarbe (Achillea filipendulina)
- Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites)
- Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)
- Oregano
- Königskerzen
- Wilde Karde (Dipsacus)
- Edeldisteln (Eryngium alpinum, Echninops ritro und andere)
- Eselsdistel (Onopordum acanthium)
- Katzenminze (Nepeta x fassenii)
- Lavendel
- Ysop (Hyssopus officinalis)
Überraschenderweise hält sich auch meine Japananemone (Anemone hupehensis) ganz tapfer im Halbschatten! Meine Funkien leiden ebenfalls relativ wenig, wenn sie schattig genug stehen.
Wenn ich einen größeren Garten zu versorgen hätte, würde ich ein ganzes Beet nur mit diesen Hitzehelden bepflanzen. Das spart Wasser und Nerven.
Natürlich darf auch die Pflanzengruppe nicht unerwähnt bleiben, die sich der sommerlichen Trockenheit auf ihre ganz eigene, raffinierte Art stellt, ich nenne sie mal die Drückeberger. Man kennt sie auch als Geophyten - Pflanzen mit Knollen oder Zwiebeln, die den ganzen Sommer träge unter der Erde verschlafen und erst im Frühling oder Herbst wieder mitspielen, wenn die Niederschläge reichlicher werden und das Licht durch die Bäume dringt. Die Drückeberger hat man um diese Jahreszeit schon vergessen, aber sie sind noch da und warten.
Also durchhalten, ihr Helden, denn der Sommer ist noch lang. Die Schattenparker werden selbstverständlich mit durchgeschleppt - ein Sommer ohne Sonnenhut wäre doch kein Sommer.










