In Zeiten des Klimawandels muss man sich fragen, ob Phlox und Hortensie nicht ausgedient haben. Dieses jahr kommen sie noch glimpflich davon, aber in den Dürrezeiten kann man gleich eine Standleitung zu ihnen legen, um sie ausreichend zu bewässern.
Dieser kleine Phlox hier ist im Halbschatten bis Zuvielschatten sogar noch hart im Nehmen. Dieses Jahr freut er sich über den Regen und blüht, was er nicht jedes Jahr tut. Die Pflanze habe ich übrigens 2010 an einem Blumenmarkt aufgelesen, wo er verschenkt wurde, weil er verblüht war. Dieser Phlox ist zwar stur und macht nie mehr als einen Blütentrieb, aber dafür überlebt er an einer unwirtlichen Stelle - vielleicht, weil es dort nicht so sonnig ist und er deswegen nicht so sehr unter Dürreperioden leidet. Wäre doch schade, so einen alten Phlox-Freund an den Klimawandel zu verlieren...
Sind heimische Pflanzen härter im Nehmen? In den letzten Jahren fiel eine Staude positiv, auf, wie sie völlig ungewässert am Wegesrand vor sich hin blühte, und das sogar in fröhlichem Gelb. Lebensfreude trotz Trockenheit? Das ist der heimische Rainfarn (Tanacetum vulgare). Er treibt seine Wurzeln so tief ins Erdreich, dass er mit Wasser auch bei Dürre noch lange Zeit versorgt ist.
Die Pflanze mit den knöpfchenartigen gelben Blüten wuchert zwar stark, aber vielleicht ist das genau das, was man im Garten gebrauchen kann, wenn es nicht regnet? Eine Staude mit Zukunft also. Außerdem kann man mit Inselbeeten im Rasen gut gegen das Gewucher angehen.
Und so konkurrenzstark ist er dann auch wieder nicht, jedenfalls scheiterte eine Ansiedlung im Null-Euro-Beet kläglich, da ließ er sich von Nachbarpflanzen unterbuttern. Wuchern tut er, wenn er genug Sonne bekommt und schwächere Nachbarn.
Die Blüten haben zwar keine Zungenblüten und sehen vielleicht nicht so umwerfend fröhlich aus wie die einer Margerite, aber dafür blüht der Rainfarn lang und hat seinen ganz eigenen Charme. Er ist eben der Minimalist der Mittelstreifen und Fahrbahnränder.
Außerdem ist er unterhaltsam, denn viele Insekten besuchen die Blüten, hier ist immer was los.
Seidenbienen, Käfer, Schwebfliegen, andere Fliegen und Maskenbienen kann man finden, unter den Schmetterlingen sind es meist kleinere Arten wie der Kleine Feuerfalter und das Kleine Wiesenvögelchen. Sie mögen es meist nicht, wenn ihnen eine Bienen zu nahe kommt.
Die Seidenbiene grast Knöpfchen für Knöpfchen den Rainfarn ab, bis mal wieder ein aufdringliches Männchen auf sie zustürzt:
Rainfarn ist also eine Hotspotpflanze, was Insekten angeht, kann aber noch viel mehr: Da die ganze Pflanze duftet, viele sprechen auch von Gestank, soll ihre bloße Anwesenheit Kartoffelkäfer vertreiben können. Rainfarn ist eine Färbepflanze und vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäße Heilpflanze, da er schnell giftig wirken kann.
Und wem das ganze Gelb zu langweilig ist, der kann mal schauen, ob er so komische grüne Kelche an den Blüten entdeckt, die aussehen, als wäre der Rainfarn lieber eine Tulpe.
Doch die Pflanze macht das nicht freiwillig, die Rainfarngallmuecke (Rhopalomyia tanaceticola) zwingt ihn zu dieser Persönlichkeitsstörung.
Soviel Spaß und so viele Möglichkeiten zu Entdeckungen hat man doch meist nur mit heimischen Pflanzen...
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...und aus der beliebten Rubrik "Bei Verwendung der Autokorrektur Hure bewahren" ein weiterer rätselhafter Fall zum Rätseln für euch: "es gibt kein Unkraut, nur Beiruter" - gelesen in einer Rezension zu "Der Giersch muss weg!".
















































