Gemüse im Blumenbeet - das kann so schön aussehen, vor allem mit Grünkohl. Es gibt fantastische rote Sorten oder Palmkohl mit seinen eleganten schmalen Blättern.
Da gefällt mir auch die Farbe sehr gut, dieses edle Blaugrün zusammen mit der Textur ist immer ein Knaller im Beet. Leider hatten die Schnecken bisher immer etwas dagegen, sie wollten kein Gemüse im Blumenbeet, oder wenn dann nur kurz, bis sie es verspeist haben. Und so waren immer alle Palmkohlsämlinge kurz nach dem Einsetzen gefressen, ob mit oder ohne Schal aus Schafwolle, Kaffeeprütt drum herum oder was auch immer an Wundermitteln noch bekannt ist.
Meine selbst gezogenen Pflanzen gehen alle auf die Samen dieses einen Kohls zurück, den ich vor vier Jahren gerettet habe. Von ihm habe ich Nachwuchs gezogen.
Da ich es leid war, Kohl als Köder für die Schnecken zu pflanzen und nie selbst ernten konnte, außer im Kübel als Hochsicherheitstrakt, habe ich dieses Jahr etwas anderes versucht: Die Kohlpflanzen standen so lange im Topf, bis sie groß genug schienen. Gesät habe ich sie schon im Februar, was irgendwie keinen besonderen Geschwindigkeitsvorteil gebracht hat. Keimen tun Kohlsamen immer rasend schnell und schneller als Tomatensamen, aber nach dem Ausbilden schöner Keimblätter will gut Ding Weile haben. Während Tomaten dann so richtig loslegen, lehnt sich Kohl erst einmal zurück und scheint nachzudenken oder an den Wurzeln zu arbeiten.
So sahen die Pflanzen dann jetzt im Juni aus:
Also ab ins Beet damit! Einer ist in den Vorgarten gekommen, wo der Bärlauch gerade gelben, müffelnden Mulch macht. Jetzt, wo er einzieht, kann ich den Kohl dazu pflanzen. Bis zum Frühjahr wird er so groß sein, dass der Bärlauch ihn nicht mehr überwachsen kann. Das ist nämlich das Problem bei Bärlauch: Er ist ein tolles, einfaches Dauergemüse, aber du darfst kein anderes Gemüse neben ihm haben. Ach, was red ich, du darfst die meisten Stauden nicht mal neben ihm haben. Aber das ist eine andere Geschichte, auf die ich später noch einmal zurückkommen werde.
Nun steht der Kohl also im Beet und ich wünsche ihm alles Gute. Ein Ei vom Grünaderweißling ist schon dran, aber das ist in Ordnung, besser als Schnecken. Jetzt steht er bereits ein paar Nächte dort, und obwohl es geregnet hat, ist er noch da - das, was man hier an Fraßspuren sieht, ist ihm schon im Topf zugestoßen. Aber auch da war er schon zu groß, um komplett vernichtet zu werden.

Die Kohlkandidaten im Beet müssen jetzt bitte auch unbedingt was werden, denn die letztjährigen Anzuchten haben dieses Jahr einfach das Blühen vergessen und stehen immer noch im Kübel herum... So kommt man natürlich nicht an neue Samen.
Palmkohl soll doch maximal zweijährig sein, aber entweder mir ist eine ausdauernde Züchtung gelungen oder er wird eben dreijährig und muss nachsitzen, bis er das Blühen gelernt hat. Grünkohl im Juni ist doch auch mal was. Mein Garten ist eben speziell.





















