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Wie bekommt man Blumenerde für den Garten, wenn selbiger klein ist, völlig
frei von Maulwurfshügeln und bis zum Anschlag so voll mit Pflanzen, dass es
sich verbietet, einfach irgendwo ein Loch zu graben, um daraus Erde zum
Selbstmischen zu gewinnen? Große Gärten können sicher die ein oder andere
Schmuddelecke beherbergen, schön versteckt hinter dekorativen Zäunen, sodass
eigene Erde in einer Schubkarre gemischt werden kann. Meiner hat zwar auch
Schmuddelecken, aber in denen wächst immer irgendwas oder es ist keine Erde
zugänglich. Draußen versuche ich schon mit allen Tricks, die Erde in den
Kübeln möglichst lange taufrisch und für die Pflanzen akzeptabel zu halten.
Jedes Frühjahr bekommen sie eine Schicht Kompost, zusätzlich möchte ich ihnen
diesmal noch Mykorrhiza spendieren, wenn die Tomaten in die Erde vom letzten
Jahr einziehen.
Doch ich habe auch noch Zimmerpflanzen. Spätestens hier würde die eigene Bodengewinnung aus dem Garten zu wenig Material liefern. Außerdem möchte ich den armen Regenwürmern und anderen Tieren nicht zumuten, mit mir zusammen im Wohnzimmer das Fernsehprogramm zu erleiden, von dem oft austrocknenden Wurzelballen und dem fehlendem Auslauf mal ganz zu schweigen.
Also greife ich doch jedes Jahr wieder zu einem Sack Blumenerde - alles bis 45 Liter lässt sich übrigens auch hervorragend und unfallfrei auf dem Fahrradgepäckträger transportieren! Natürlich soll das Substrat torffrei sein, das ist auch mittlerweile kein Problem mehr. Die zweite Randbedingung, nämlich ohne Plastiksack ist schon schwieriger zu erfüllen. Daher habe ich mich gefreut, dass ich dieses Jahr eine neue torffreie Erde testen darf, nämlich die BiO Gemüse- und Kräutererde von TerraBrill. Hier ist der Plastiksack schon mal zu 50 % aus Altplastik und zu 100% recyclingfähig. Noch ein Pluspunkt: Das Substrat ist organisch aufgedüngt, also frei von Mineraldünger. Der Dünger wird langsam abgegeben, je kälter es ist, umso länger dauert es, es empfiehlt sich für Starkzehrer eine Nachdüngung nach etwa 4 Wochen.
Die Erde ist als klimaneutral zertifiziert nach dem Prinzip „from cradle to customer“. Das heißt, dass alle Emissionen kompensiert werden, die durch die Rohstoffe, die Produktion, die Frachten und allgemein im Unternehmen durch diese Erden entstehen. Konkret wird ein Aufforstungsprojekt im Harz mit heimischen Baumarten unterstützt.
Doch was ist drin im Sack? Zunächst war ich erschreckt, denn man konnte einen deutlichen Geruch nach Nadelholzrinde feststellen. Und mit so einer Erde habe ich schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht, mir sind einige Pflanzen darin eingegangen. Als ich die Tüte geöffnet hatte, war ich beruhigt: Keine riesigen Rindenstücke, alles wirkt locker und fluffig. Enthalten sind Kompost, Holzfasern, Kokosfasern (ein Abfallprodukt) und Kiefernrinde, daher also der Geruch nach Nadelholz.

Mittlerweile wachsen bei mir Tomaten, Sämlinge von Blasenstrauch, Pfirsichblättriger Glockenblume, Wolligem Hahnenfuß und Lathyrus niger seit einigen Wochen in diesem Substrat und scheinen ganz zufrieden zu sein.
Der Wollige Hahnenfuß ist schon gewachsen, wenn man ihn mit dem Foto
darüber vergleicht:
Es ist auch im Haus kein Trauermückenschwarm aufgetaucht. Das Wasserspeichervermögen ist in Ordnung. Ich kann bisher also nichts negatives über diese Erde berichten. Man muss sich allerdings im Klaren darüber sein, dass die Firma Brill-Substrate auch torfhaltige Erden im Angebot hat. Wer konsequent Firmen unterstützen möchte, die ausschließlich torffreie Substrate herstellen, wird woanders suchen müssen. Die sind dann aber oft auch nicht klimaneutral produziert.
Der Nachteil an so einem großen Sack Blumenerde um diese Zeit ist,
dass ich ständig irgendwas aussäe und Ableger eintopfe, solange bis
alle freien Töpfe einen Bewohner haben und ich ständig aufpassen muss,
dass mir keiner vertrocknet. Und das in einem Jahr, wo wieder keine
einzige Tauschbörse stattfinden darf...